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Besondere Situationen

Er meldet sich nicht mehr: Was frau tun kann

Vom innigen Kontakt auf null, ganz ohne Ankündigung. Manchmal verschwindet der zauberhafte Traummann vom letzten Date komplett von der Bildfläche. Seltener ist es, dass sich ein Partner in der bestehenden Beziehung komplett verschliesst – und auf keine SMS, WhatsApp-Nachrichten oder Anrufe mehr reagiert. Wie lässt sich damit umgehen?

Er meldet sich nicht mehr: Was frau tun kann © istockphoto.com

Zunächst steht vor allem der Schmerz über diese Funkstille im Vordergrund. Denn es schmerzt einfach, wenn man so gar keine Rückmeldung erhält. Telefon und Smartphone bleiben stumm, Nachrichten werden nicht gelesen, Rückrufbitten nicht erfüllt. Das kann traumatisierend wirken, denn es rührt an unseren Urängsten: Verlassen zu werden ist eine der Kindheitsängste, die sich tief in das limbische System hineingeschrieben haben.

Für unsere Vorfahren war das Verlassenwerden insbesondere für Babys ein echtes Gesundheitsrisiko. Und auch heute kommen die wenigsten Menschen ohne ein stabiles soziales Netz aus Verwandten und Bekannten aus. Wir brauchen den familiären und partnerschaftlichen Rückhalt. Lassen wir uns emotional auf jemanden ein, dann wollen wir ihn in den meisten Fällen in unserem Leben behalten. Verschwindet er plötzlich und dauerhaft ohne jede Erklärung, stürzt einen das in Verzweiflung.

Verlassenwerden rührt also an absolut elementaren Ängsten. Verständlich, dass besonders die Stille bei einem Kontaktabbruch besonders schmerzt. Seit relativ kurzer Zeit hat dieses unangekündigte Verlassen einen eingängigen Namen: Es wird als „Ghosting“ bezeichnet. Gemeint ist das Verschwinden von der Bildfläche und die fehlende Reaktion auf jeden Kontaktversuch. Der Verlassende verspürt kein Interesse an irgendeiner Art der Klärung, der Verlassene erhält keine Antworten und keine Reaktionen mehr.

Ursachenforschung: Warum meldet er sich nicht mehr?

In der Praxis scheinen sich vor allem Männer für diesen Weg des Kontaktabbruchs zu entscheiden. Gleichzeitig erwarten Frauen in der Regel eine klare Stellungnahme oder zumindest einen Hinweis darauf, dass sich das Dating – oder sogar die Beziehung – nicht so entwickelt, wie sie es erwartet hatten. Ganz klischeehaft ist es oft genug so: Während sie dem gemeinsamen Leben entgegenfiebert, hat er sich bereits emotional distanziert und den Beziehungsversuch abgehakt. Und lässt sie ohne ein Wort in der Schwebe.

Das klingt kalt und ist doch leider keine Ausnahme mehr. Allerdings gibt es zusätzlich noch andere Gründe, warum sich ein Mann nicht mehr meldet. So kann es beispielsweise an:

  • beruflichem oder familiärem Stress,
  • eigenen Altlasten aus vergangenen Beziehungen,
  • Unsicherheiten,
  • unterschiedlichen Erwartungshaltungen oder
  • schlicht an fehlendem Interesse

liegen, dass keine Reaktionen mehr erfolgen. Fakt bleibt, dass das Verschwinden ohne jede Ansage eine schmerzvolle Erfahrung ist. Manchmal lohnt es sich aber sehr, den eigentlichen Ursachen tiefer auf den Grund zu gehen.

#Beruflicher oder familiärer Stress

Stereotypisch neigen Männer weit eher als Frauen dazu, sich bei Stress aus der Kommunikation zu verabschieden. Ihnen steht der Kopf längst sonstwo, die Arbeit stapelt sich und der Redebedarf wird durch diese stressigen Faktoren mehr als nur gesättigt. Anrufe und Nachrichten werden zwar bemerkt, landen aber auf der Prioritätenliste viel weiter hinten.

Das mag verletzend klingen, aber selbst ein „Sorry, viel zu tun, ich melde mich“ ist manchmal schon zu viel verlangt. Männer, die aus diesen Gründen abtauchen, kommen irgendwann auch wieder aus diesem Kommunikationsloch heraus. Zerknirscht und sehr schuldbewusst.

Bei so einem Mann kann es sich lohnen, eindeutige Kommunikationsmassnahmen abzusprechen. Beispielsweise nur eine kurze Rückmeldung mit einer bestimmten Erklärung, die alle weiteren Nachfragen seitens der Partnerin dann zurückstellt. Wie lange frau das mittragen kann und möchte, ist allerdings sehr individuell.

#Altlasten aus vorherigen Beziehungen

Bindungsprobleme sind keine grosse Seltenheit mehr, sondern mittlerweile recht oft vertreten. Auch Männer sind davor nicht geschützt und so kann es vorkommen, dass der eine oder andere „dicht“ macht. Statt sich auf tiefere Gefühle und die entstehende Beziehung einzulassen, wird der Kontakt komplett abgeblockt.

Helfen kann hier natürlich, dem Traummann diese Angst zu nehmen – beispielsweise durch klärende Nachrichten, die er eventuell doch liest oder abhört. Funktionieren können einfache, kurz gehaltene Nachrichten ohne Druck, die wenig von ihm verlangen.

Ob und wie er reagiert, hat frau dann allerdings nicht in der Hand. Jedes Unter-Druck-Setzen, jede Anhänglichkeit wird diesen Typ Mann allerdings weiter forttreiben.

#Unsicherheiten

Eine beginnende Beziehung erfordert reichlich Zeit und die Offenheit, sich aus ganzem Herzen darauf einzulassen. Oft verbunden mit einer gewissen Bindungsunfähigkeit kommen da schnell Selbstzweifel hoch.

Fragen wie „Nimmt sie mich auch noch mit meinen Macken?“ oder „Was, wenn sie mich eigentlich gar nicht so lustig findet, wenn wir erst mal mehr Zeit miteinander verbringen?“ klingen zwar harmlos, bilden in einigen Fällen aber durchaus konkrete Hürden, an denen dann der weitere Beziehungsaufbau scheitern kann. Aus Angst davor, die scheinbar hohen Erwartungen der Partnerin nicht erfüllen zu können, wird der Beziehung von Anfang an gar keine Chance eingeräumt.

Diese Unsicherheiten kann man bei einem länger andauernden Kontakt bestimmt abbauen. Nur: Ist der vermeintliche Traummann erst abgetaucht, kommt man an ihn kaum noch heran.

#Unterschiedliche Erwartungshaltungen

Manchmal scheint bei einem Date absolut alles zu stimmen: Es ist der gleiche Humor, es sind die gleichen Ziele im Leben – alles passt perfekt zueinander. Nur schade, dass er sich nicht mehr meldet und alle Anrufe unbeantwortet bleiben.

Im Zweifel gibt es entweder noch mehrere andere Dating-Kandidaten, die der Reihe nach begutachtet werden. Oder eine Partnerin wartet daheim, während „ihr Mann“ sich mit anderen Frauen zu amüsanten Dates trifft.

Oder seine Version eines „Es war schön, lass uns gern nochmal etwas ausmachen“ visiert ein lockeres, freundschaftliches Verhältnis an. Stetige Kontaktversuche werden als Anhänglichkeit gewertet – und als zu mühsam bei einer sich gerade erst anbahnenden Freundschaft.

Sobald frau sich vorstellen kann, dass sich der Traumpartner deshalb von ihr zurückzieht, kann die konkrete und direkte Nachfrage helfen: „Sag mir einfach genau, was du dir als Ergebnis unseres Kontaktes vorgestellt hast!“

So klärt sich oft auch ein unterschiedliches Kommunikationsverhalten auf. Denn während typischerweise Frauen einen recht hohen Bedarf an Austausch haben und sich über vielfältige Kontaktversuche als Bestätigung für das Interesse des Partners freuen – reicht es für einen Mann durchaus, ab und an von der möglichen neuen Liebe im Leben zu hören. Tägliche Telefonanrufe, Mails und WhatsApp-Sprachnachrichten nerven dann eher. Sie lassen dem Kontaktscheuen keinen Raum, sich von sich aus zu melden.

#Fehlendes Interesse

Ja, das schmerzt besonders, ist aber tatsächlich kaum zu ändern. Eine selbstsichere Persönlichkeit wird seinem Gegenüber zwar mitteilen, dass aus dem Date nie mehr werden kann. Aber tatsächlich sind gerade Online-Flirts tendenziell schneller durch simple Kontaktsperren beendet als Dates, die sich aus dem Freundes- und Bekanntenkreis ergeben.

Es scheint viel einfacher zu sein, sich nach dem zweiten oder dritten Date einfach nicht mehr zu melden. Erklärungen würden womöglich Konflikte oder eine „Szene“ heraufbeschwören. Mit dem „Ghosting“ geht man(n) dem ganz einfach aus dem Weg. Das ist sicherlich feige, aber in der schnellen Online-Welt keine unübliche Handlungsweise. Unangenehmen Diskussionen kann man recht einfach aus dem Weg gehen, indem man die Diskutierenden blockt, die Themenstränge schlicht nicht mehr verfolgt und beispielsweise Facebook für einige Zeit meidet.

Nichts davon ist primär die Schuld der Frau, die ohne weitere Antworten zurückgeblieben ist. Derjenige, der sich aus der Kommunikation mit Ghosting zurückzieht, entscheidet sich ganz bewusst bei jedem Telefonanruf und bei jeder SMS dafür, diesen Kontakt zu ignorieren.

Funkstille als Machtmittel in der Beziehung

Funkstille als Machtmittel in der Beziehung © Fotolia

Schweigen und Kommunikationsentzug in der Beziehung einzusetzen, das ist gar nicht so selten. Für den Partner ist diese massive Form der Funkstille oft nur schwer zu ertragen. Eben noch liebevolle Beziehung, jetzt eisige Stille. Die Funkstille und Kontaktsperre zwischen zwei Liebenden erscheint beispielsweise...

  • begleitend zur emotionalen Erpressung,
  • als Ersatz für die Unfähigkeit, verbal zu streiten,
  • als Druckmittel, um dem Partner bestimmte Reaktionen abzuverlangen.

Kurze Momente des Schweigens sind ab und an durchaus notwendig, um dauerhaften Schaden zu verhindern. Wer seinem Traummann oder seiner Traumfrau womöglich ernsthaft Verletzendes an den Kopf werfen würde, der zieht sich lieber kurz zurück. Zwischen einem bewusst ausgesprochenem „Ich brauche einen Moment zum Runterkommen. Bitte ruf mich jetzt nicht dauernd an, ich melde mich, sobald ich mich beruhigt habe“ und einem echten Kontaktabbruch liegen allerdings Welten. In so einem bewussten Kontaktabbruch kommt dann normalerweise auch der Moment, an dem man wieder miteinander sprechen kann.

Neben den sich aufbauenden Unsicherheiten, ob man die unangekündigte Kontaktsperre irgendwie verursacht hat, ob man den Partner verärgert oder beleidigt hat, kommt noch eine weitere Angst hinzu. Nämlich die, ob dem Partner womöglich etwas passiert ist. In einer Fernbeziehung Lebende und diejenigen, die nicht zusammenwohnen, können das unter Umständen gar nicht so schnell überprüfen. Und leben dann mit der Angst, den Partner vielleicht unbemerkt verloren zu haben.

Darüber hinaus bleibt alles in der Schwebe:

  • gemeinsame Unternehmungen
  • eventuelle gemeinsam geplante finanzielle Belastungen
  • gemeinsame Freundeskreise
  • anstehende Entscheidungen, beispielsweise um eine gemeinsame Wohnung zu finden

Diese Art Spielchen sind besonders in andauernden Beziehungen sehr gefährlich. Der Verlassene wird zwangsweise in ein Verhalten gedrängt, bei dem er den „grossen Schweiger“ besänftigen muss. Das Gleichgewicht in der Paarbeziehung verschiebt sich, die Unzufriedenheit auf beiden Seiten nimmt zu. Das ist keine besonders gelungene Basis für eine Beziehung.

Neben der reinen Konfrontation zu genau diesem Verhalten hilft eigentlich nur eines. Der Satz: „Ich kann ohne dich (über)leben.“ Denn in einer liebevollen und wertschätzenden Beziehung wird kein Partner den anderen bewusst mit Schweigen strafen und ohne weitere Informationen hängen lassen. Manchmal ist es sinnvoll und richtig, sich selbst an diesen Satz und die dahinterliegende Stärke zu erinnern.

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