Deutschschweizer Singles stehen nicht auf Schönheitsoperationen

24.09.2015 Katharina Hemmelmair
Schönheitsoperationen stossen bei der Mehrheit der Deutschschweizer Singles auf Skepsis: Lediglich 13% der Männer und 22% der Frauen können sich vorstellen, ihr Äusseres operativ zu verändern. 8% der Männer würden auf Wunsch des Partners eine Schönheitsoperation auf sich nehmen. Bei den Frauen ist es gerade mal 1%. Für 21% der Frauen und 15% der Männer wäre so ein Wunsch aber ein Trennungsgrund. Frauen würden am ehesten die Augenlider korrigieren lassen. Bei den Männern stünde der Bauch zuoberst auf der Prioritätenliste. Dies ergab eine Umfrage bei 737 Deutschschweizer Singles zwischen 18 und 69 Jahren.

Zürich,

Auch wenn der internationale Trend in die andere Richtung zu gehen scheint: Die wenigsten Deutschschweizer Singles wollen sich für ihr Aussehen unters Messer legen. Nur 1% der Männer und 5% der Frauen geben an, schon einmal operativ etwas an sich verändert zu haben. Und lediglich 13% der Männer und 22% der Frauen könnten sich vorstellen, eine Schönheitsoperation machen zu lassen. Von diesen würden 12% der Männer – aber nur 4% der Frauen – einen Eingriff in Erwägung ziehen, wenn sie dadurch ihre Chancen beim anderen Geschlecht verbessern könnten. Für bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt würden sich weder Frauen noch Männer einer Operation unterziehen.

Der neue Partner braucht für seine Schönheitsoperation eine gute Erklärung

Auch bei einer neuen Bekanntschaft schätzen die befragten Singles solche Eingriffe nicht gerade: Über die Hälfte der Männer (56%) und zwei Drittel der Frauen (62%) wären im ersten Moment durchaus kritisch eingestellt, machen ihr endgültiges Urteil aber von den Beweggründen für den Eingriff abhängig. Nur 3% der Männer und 5% der Frauen legen es als positiv aus, wenn ihr Gegenüber sein Äusseres operativ verändert hat.

Parship-Psychologin Barbara Beckenbauer erstaunt diese deutliche Ablehnung nicht: „Die meisten streben immer noch nach dem Ideal der natürlichen Schönheit. Die Vorstellung, dass jemand sich operativ verschönert hat, ist für viele unattraktiv und unromantisch. Jemand, der sich “künstlich” verschönern lässt, wird schnell mal als unsicher, eitel oder unglücklich eingestuft. Ein Urteil, dem man sich selbst bei einer Schönheitsoperation auch unterwerfen müsste.”

Dass man es nicht macht, heisst nicht, dass man nicht darüber nachdenkt

Fragt man, aus welchen Gründen sich Deutschschweizer Singles eventuell doch zu einer Operation entschliessen könnten, werden am häufigsten Korrekturen von Körperpartien genannt, die das eigene Selbstbewusstsein untergraben (Männer 40%, Frauen 55%), gefolgt von medizinischen Beeinträchtigungen (Männer 36%, Frauen 26%).

Welche Eingriffe man konkret an sich machen liesse, ist jedoch sehr geschlechterspezifisch: Frauen würden vor allem bei den Augenlidern (52%), dem Bauch (35%) sowie Brüsten (26%), Stirnfalten (25%) und Oberschenkeln (22%) Hand anlegen lassen. Männer könnten sich am ehesten Korrekturen an Bauch (35%), Augenlidern und Nase (je 26%) vorstellen.

Gar kein Gehör hätten die meisten Befragten, wenn ihr Partner oder ihre Partnerin sie zu einer Schönheits-Operation drängen würde. 59% der Frauen hören bei dieser Entscheidung nur auf sich selbst (Männer 46%). 15% der Frauen und 23% der Männer bleiben auch bei ihrer Entscheidung, wenn die Beziehung darunter leidet, während eine solche Bitte seitens des Partners für 21% der Frauen und 15% der Männer sogar einen Trennungsgrund darstellt. Aber auch in diesem Punkt würden manche Männer ihrer Partnerin eher entgegen kommen als umgekehrt: 8% der Männer (aber nur 1% der Frauen) wären bereit dieser Bitte zuzustimmen, wenn es etwas ist, dass die Partnerin sehr stört.