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Vom Date zur Beziehung

Liebe auf Distanz

Happy End! Sie haben ihn entdeckt, den Traumtyp. Doch die Sache hat einen Haken: die vielen Kilometer zwischen Ihnen. Kann das was werden? Erfahren Sie mehr über Probleme und Perspektiven bei Fernbeziehungen.

Liebe auf Distanz

Jetzt ist sie weg ...

"Irgendwann hatte ich das Pendeln satt", erzählt Britta (34). Die Biologin hatte ihren Freund Niko in Hamburg kennen gelernt, ihrem Geburtsort. Nach einem Jahr kam ein Jobangebot aus Berlin. Sie nahm an. Acht Monate verbrachte sie täglich drei Stunden im ICE, dann bezog sie eine Wohnung in Friedrichshain. "Vieles ist jetzt einfacher, doch dass ich glücklicher bin, kann ich nicht sagen." Britta und Niko sind in guter Gesellschaft: Zehn bis zwölf Prozent der deutschen Paare führen mittlerweile Distanzbeziehungen. Häufig ist es die Karriere, die die Liebenden trennt. Das veränderte Dating-Verhalten leistet ebenfalls seinen Beitrag: Beim Kennenlernen übers Internet ist die Wahrscheinlichkeit einer Fernbeziehung ungleich höher als beim Flirt im Park. Was würden Sie tun, wenn Sie über Parship jemanden kennen lernen, der Ihnen gut gefällt, aber 600 Kilometer südlich wohnt? Einen Versuch starten? Oder lieber weitersuchen?

Hölle, Paradies oder irgendwas dazwischen?

Eins vorweg: Eine Fernbeziehung muss nicht schlimm sein. Für manch einen ist sie vielleicht sogar das Ideal: "Selbstständige, entscheidungsfreudige, eigenverantwortliche Typen mit dem Hang zum Reisen und einer Prise Chaosleidenschaft können eine Fernbeziehung auch auf Dauer etablieren", sagt Parship-Psychologin Sabine Wery v. Limont. Doch diese Würzmischung ist eher selten: "Bei den meisten Menschen ist der Wunsch nach Partnernähe ausgeprägt." Man sehnt sich nach Geborgenheit. Abends dem anderen vom Tag erzählen, gemeinsam Hollywood-Schinken gucken, einfach nur zusammen sein - allesamt Dinge, die in einer Fernbeziehung rar sind. "Es ist zwar ein tolles Gefühl, wenn ich am Freitagabend vom Zug abgeholt werde", erzählt auch Britta. "Aber von vornherein würde ich mich nach diesen Erfahrungen nicht noch einmal auf eine Fernbeziehung einlassen." Wichtig ist also erst mal, die eigenen Bedürfnisse zu erkunden. Was für ein Typ bin ich? Was will ich von einer Partnerschaft? Die meisten werden dabei herausfinden, dass eine Fernbeziehung nicht ihrem Ideal entspricht. In Kauf nehmen würden sie wiederum viele.

Und täglich grüßt das Telefon

Wichtigstes Arbeitsgerät für Auf-Distanz-Liebende ist das Telefon, das - zusammen mit Mails - während der Woche den Kontakt herstellt. Britta muss lachen: "Das hatte ich mir auch anders vorgesellt: Was ich durch den Jobwechsel mehr verdiene, geht komplett für die Telefonrechnung drauf." Aber Geld zählt hier nicht. Wer eine Fernbeziehung führt, muss sowieso tief in die Tasche greifen. Und der tägliche Austausch ist wichtig für die Beziehung. Übers Telefon werden Alltagserlebnisse und Zärtlichkeiten ausgetauscht, das Wochenende geplant. Damit haben die Partner gegenüber Zusammenlebenden sogar einen gewissen Vorsprung. Denn die pure verbale Kommunikation zwingt zum Austausch - in einer Zeit, in der Paare immer weniger miteinander sprechen. Richtig telefonieren will allerdings gelernt sein. Ein Streit zum Beispiel ist schwierig. Wichtige Informationen wie Mimik und Gestik werden nicht übermittelt. "Das führt leicht zu Missverständnissen und Frustrationsmomenten", so Sabine Wery v. Limont. Und die belohnende Versöhnung fällt auch dürftiger aus. Dennoch: Wenn Sie eine Fernbeziehung führen, sollten Sie viel kommunizieren. Und auch Gespräche über die Partnerschaft nicht meiden.

Vertrauen auf 324 Kilometer Entfernung

Was tut der andere, während ich weg bin? Will ich, dass er glücklich ist, sich amüsiert? Oder wünsche ich, dass er zu Hause sitzt und sich einzig auf das Wochenende mit mir freut? Eifersucht gehört zu jeder Beziehung. In Fernbeziehungen tritt dieses unangenehme Begleitphänomen der Liebe leicht noch stärker auf. Die räumliche Distanz beflügelt die Phantasie. Täglich wird einem vor Augen geführt, dass man darauf angewiesen ist, dem Partner zu vertrauen. Dieses Problem aber allein Fernbeziehungen in die Schuhe zu schieben, wäre ungerecht. Vertrauen gehört zu jeder Beziehung. Und zur Beruhigung: Fernliebende gehen statistisch gesehen nicht öfter fremd.

On the road again

Hauptbeschäftigung getrennter Partner ist das Reisen. Am Freitag wird die Reisetasche gleich mit ins Büro genommen, und nach Feierabend geht es direkt zum Bahnhof. Oder zum Flughafen. Auch das bringt Probleme mit sich: "Ich fahre immer mit gemischten Gefühlen", sagt Britta. Einerseits freue sie sich auf Niko, andererseits vermisse sie die Ruhe, die Stetigkeit. Die Möglichkeit, einen lustigen Kinoabend mit neuen Freunden und Kollegen zu erleben. Auch hier ist es wichtig, dass beide Partner "Hauptdarsteller" in der Beziehung sind und ihre Wünsche und Bedürfnisse klar artikulieren, was in Fernbeziehungen übrigens häufig ganz gut klappt. Auch bei Britta und Niko: Seit sie sich eingelebt hat, kommt Niko auch öfter über das Wochenende zu ihr. Mittlerweile haben die beiden in zwei Städten nette Freundeskreise - ein kleiner, aber feiner Vorteil der Fernbeziehungsmühen.

Und endlich Wochenende

Der große Höhepunkt der Fernbeziehung ist die gemeinsame Zeit, meistens also das Wochenende. An zwei Tagen wird aufgeholt, was in der Woche zu kurz kam. Aber: Die Zeit ist knapp, und die Erwartungen sind hoch. "Hier sollte man aufpassen", so Sabine Wery v. Limont. "Es ist weder ratsam, in der gemeinsamen Zeit die Probleme total auszuklammern, noch sollten alle Probleme in den wenigen Stunden 'abgearbeitet' werden." Ihr Tipp: ein "Problem-Ranking" für das Wochenende, damit ernsthafte Themen diskutiert werden können und dennoch genug Zeit für die schönen Dinge zu zweit bleibt. Es gibt in solch einer Beziehung die Möglichkeit für einen gemeinsamen Wochenend-Alltag - der Gang zum Supermarkt etwa, berichtet Britta, mache viel mehr Spaß, weil er eben nicht so routiniert sei. Kleine Rituale und eine gute Planung helfen Fernliebenden dabei, Kontinuität und Verbundenheit zu erleben.

Zukunft schaffen

Für Britta und Niko ist eins klar: Ein Dauerzustand soll ihre Situation nicht sein. Beide suchen derzeit nach einem Job in der Region des anderen. Wer zuerst fündig wird, bestimmt damit, wo die zukünftige gemeinsame Heimat liegt. Eine gute Entscheidung. "Die Zukunft sollte klar definiert sein", sagt Sabine Wery v. Limont. "Dauerhafte Fernbeziehungen funktionieren nur mit einem Ziel. Ob das Ziel die Distanz einer Fernbeziehung ist oder das zukünftige Zusammenleben - das hängt von den Akteuren und den Erfahrungen in der Beziehung ab.

Martin Schaefer/Parship

Bücher zum Thema:

Peter Wendl: Gelingende Fernbeziehung. Herder 2004, 9,90 EUR

Christine Koller: Liebe auf Distanz. Fernbeziehungen - und wie man sie meistert. MVG 2004, 15,90 EUR

Alexandra Berger: Liebe aus dem Koffer. Lust und Frust in der Wochenendbeziehung. Kreuz 2003, 16,90 EUR

Karin Freymeyer, Manfred Otzelberger: In der Ferne so nah. Lust und Last der Wochenendbeziehungen. Links 2002, 5 EUR

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