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Vom Date zur Beziehung

Er will noch andere treffen

Wie viele Verabredungen sind genug? Sollte man möglichst viele Treffen "mitnehmen" - und seinen Bekanntschaften dies auch offen sagen? Auf diese Themen brachte uns eine Anfrage von Marie-Luise (47). Was meinen Sie?

Er will noch andere treffen

"Liebe Redaktion,

mein bisher erstes Treffen war richtig nett bis auf den Schluss, wo er erklärte, dass er sich noch viele Frauen bei Parship anschauen wolle, ich doch sicher auch Männer. Dann erzählte er mir auch von einigen Kontakten. Seine Begeisterung von zuvor konnte ich danach nicht mehr ernst nehmen. Ich weiss ja, dass man sich mit mehreren treffen kann. Doch wenn ich jemanden treffe, ist diese Person für mich in dem Moment die wichtigste. Ich entscheide dann für mich, ob es weitergeht oder nicht. Dieser Mann jedoch wollte, dass es mit uns weitergeht und dass ich dazu ja sage, dass er sich noch die nächsten parallel anschaut. Ich fand das unpassend. Wie sehen Sie das?"

Marie-Luise (47), Lehrerin

Liebe Marie-Luise,

bestimmt kennen Sie Sätze wie diese: "Wie Sie wissen, gibt es noch andere Interessenten ... wir melden uns wieder bei Ihnen" - Sätze aus der Jobsuche. Der von Ihnen beschriebene Herr wollte wohl besonders offen und ehrlich sein. Damit hat er Sie jedoch zu einer "Bewerberin" degradiert, wo Sie Teilnehmerin einer gleichberechtigten Annäherung sein wollten. Ihre irritierte Reaktion ist daher verständlich. Eine im Juni 2006 durchgeführte Parship-Umfrage mit 1.500 Teilnehmern belegt zudem, dass gerade Frauen es als Absage verstehen, wenn ihr Favorit nach einem tollen Date noch neue Kontakte knüpft: 51 Prozent der Frauen äusserten sich entsprechend (Männer: 38 Prozent). Männer spornt der Wettbewerb eher an, 14 Prozent antworteten: "Ich lege mich dann noch mehr ins Zeug" (Frauen: 4 Prozent).

Was steckt dahinter?

Meinte der Mann aus Ihrem ersten Date es ernst? Oder waren seine Ausführungen als verkappte Abfuhr gemeint? Darüber können wir nur mutmassen. Die Erwähnung Ihrer "Konkurrenz" könnte aus blosser Ungeschicklichkeit geschehen sein, sogar aus dem Wunsch heraus, Sie zu beeindrucken. Grundsätzlich sind andere Parship-Mitglieder ein (zu) heikles Thema fürs erste Treffen, auch wenn die gemeinsame Erfahrung Parship.ch natürlich besprochen werden darf. Stattdessen kann stillschweigend vorausgesetzt werden, dass zu Beginn einer Bekanntschaft beide noch andere Kontakte haben. Werden Sie gefragt, dürfen Sie ehrlich antworten ("Ja, es gibt andere", "Nein, derzeit nicht") - doch der Schwerpunkt sollte klar darauf liegen, wie es Ihnen mit Ihrem aktuellen Gegenüber geht. Für eine offizielle Absprache - wer wann sein Profil löscht, Kontakte verabschiedet oder auch nicht - ist es viel zu früh.

Viele Dates - niemals fündig

Viele Mitglieder, die den einen Partner fürs Leben ersehnen, freuen sich daneben auch auf eine Vielzahl von Begegnungen, darauf, womöglich nach einer langjährigen Beziehung oder langem Alleinsein, wieder aktiv die Annäherung ans andere Geschlecht zu erproben. Das ist ja auch ganz wunderbar. Schwierig wird es, wenn der feste Vorsatz da ist, sich möglichst viele Frauen/Männer anzusehen - und sich umschwärmen zu lassen. Wer davon auch nicht abrückt, wenn sich ein guter Kontakt konkretisiert, der sollte sich bewusst sein, dass er oder sie die Liebe leicht verpassen könnte. Mehr als einer Handvoll intensiver Kontakte zugleich kann man kaum gerecht werden. Parship.ch ist auch kein Traumpartner-Supermarkt, bei dem das immer makellosere Pendant in der nächsten Woche dann aber bestimmt im Angebot ist.

Warum erzählst du mir das?

Für Sie, liebe Marie-Luise, einige Tipps: Fragen Sie nach, wenn etwas Sie befremdet ("Warum erzählst du mir das?"). Sprechen Sie aus, was das Verhalten des anderen in dem Moment in Ihnen auslöst. Ein "Ich weiss gar nicht, ob ich Lust habe, dich noch mal zu treffen" kann manches klären. Messen Sie Männer an ihren Taten: Wer ehrlich begeistert ist, wird sich nach einem Treffen bald wieder melden. Und bleiben Sie sich treu: Sich nach dem Blick auf ein Profil oder nach einem Mailwechsel schon festzulegen, wäre in der Tat ein Fehler. Nach einer persönlichen Begegnung aber, die beide schon als emotional berührend erlebt haben, gibt es - ausser vielleicht bereits getroffenen Verabredungen - keinen wirklichen Grund, sich parallel noch weitere Kandidaten anzusehen. Viel Glück!

Annemarie Lüning/Parship

Leserpost

"Ähnliches habe auch ich in einem regen Mail-Kontakt mit einem christlichen Mann erfahren müssen. Unsere Ansichten waren ganz ähnlich gelagert. Dann stellte ich jedoch fest, dass er weiterhin allen Frauen schreibt, die sich neu bei ihm melden. Solche Parallelkontakte trotz des guten Kontakts zu mir empfinde ich wie 'Ehebruch'. Daraufhin habe ich ihm geschrieben, dass ich seine 'Vielweiberei' als verletzend empfinde. Es stimmt, dass man sich wie eine Bewerberin auf Jobsuche fühlt. Oder wie auf dem Sklavenmarkt - entwürdigend."

Sigrid (49), Rentnerin

"Ich war schon in der für den Mann beschriebenen Situation und fand es verzwickt: Einerseits hatte ich ein ganz reizendes Wesen kennen gelernt, es entwickelte sich mehr als nur Sympathie. Andererseits wollte ich Bedenkzeit, um mir über meine Gefühle Klarheit zu verschaffen, und hatte mir vorgenommen, nicht gleich die nächste Chance zu ergreifen, sondern mir (verstandesmässig) klarzumachen, inwieweit etwas auch für die Zukunft erfolgversprechend wirkt. Dabei wollte ich mir eine Reihe von möglichen Partnerinnen anschauen.

Ähnlich war es auch in meiner Jugend: Ich kannte eine Menge junge Damen, bis mir eine so sehr ans Herz wuchs, dass ich mich für sie entschied. Bei Parship sehe ich mich häufig Erwartungshaltungen gegenüber, 'bin ich es, oder bin ich es nicht?' Und das gleich beim ersten Treffen. Das macht mir echte Schwierigkeiten. Seinerzeit wollte ich ehrlich sein und meiner geplanten Vorgehensweise folgen. Das schien mir der sicherste Weg.

Künftig will ich weniger von meinen Ideen zur Partnersuche preisgeben. Mir ist bewusst geworden, jeder Mensch in der Parship-Community möchte wissen, dass nur er allein gemeint ist. Erst wenn ggf. nach einem zweiten Treffen eine innere Stimme signalisiert 'das ist Sie', werde ich Parship 'stilllegen' und mich nur um diesen Kontakt bemühen."

Andreas (55), Akademiker

"Mein erstes Parship-Date war eine äusserst angenehme Begegnung, voll beiderseitiger Sympathie und emotional berührend. Allerdings empfanden wir beide, nicht 'richtig' verliebt zu sein. Dennoch liessen wir uns auf einen Versuch miteinander ein und harmonierten auch wirklich wunderbar miteinander.

Bei mir blieb jedoch die Unsicherheit, ob ich mich nicht zu früh festgelegt hätte. Zuerst bekam ich noch Anfragen von anderen, und besonders von einer war ich so berührt, dass ich tagelang überlegte, ob ich nicht doch antworten sollte. Letztlich verzichtete ich aus Anstandsgefühl meinem neuen Freund gegenüber auf diese Kontakte. Und ich würde es wieder so machen, um einen Liebespartner nicht zum 'Bewerber' zu degradieren.

Meine Zuneigung zu meinem Partner wuchs beständig. Verliebt oder nicht? Es spielte keine Rolle mehr, ich war sicher, auf direktem Kurs auf die Liebe zuzusteuern. Nach 6 Monaten erklärte er mir aber Knall auf Fall, dass aus seiner Sicht unsere Beziehung nie den Makel der bewusst eingefädelten Partnerschaft verloren habe, dass er sich und damit auch mir die ganze Zeit etwas vorgemacht hätte und aus innerer Not heraus dieses nunmehr beenden müsse. Jetzt frage ich mich, warum ich nicht auf dieses ganz feine Gefühl in meinem Inneren gehört und aus purem Anstandsgefühl die Suche zu früh beendet habe."

Susanne (48), Ingenieurin

"Vor vier Monaten habe ich mich mit einer Frau getroffen, wir waren uns sofort sehr sympathisch. Auf dem jeweiligen Nachhauseweg meldeten sich die ersten Schmetterlinge, und es folgten lange Telefonate; jetzt sehen wir uns so oft wie möglich (75 km Distanz) und sind schon zwei lange Wochenenden gemeinsam verreist. Eine ganz interessante Kontaktanfrage aus meiner Stadt steht seit zweieinhalb Monaten auf 'zurückgestellt'.

Ich mag die jetzige Partnerin sehr gerne, habe aber dennoch schon daran gedacht, den zurückgestellten Kontakt zu beleben. Jedoch würde ich eine sehr angenehme Partnerschaft, aus der mehr als ein 'Liebhaben' werden könnte, riskieren, wenn ich die lokale Anfrage mit einem Treffen beantworte. Auf der anderen Seite möchte ich mir aber nicht irgendwann einmal sagen müssen: Schade, dass hier die Liebe nicht gewachsen ist, jetzt ist die andere Frau weg ...

Ich glaube, das ist ein Dilemma, in dem einige Männer und Frauen stecken können, ohne dass Parship als Supermarkt und die einzelnen Begegnungen als 'BewerberIn' disqualifiziert werden."

B. (52), selbstständig

Kommentar der Parship-Psychologin:

"Beziehungen bleiben immer ungewiss und ein Risiko. Ich kann sie vorher weder durchspielen noch diskutieren. Ich kann nur für mich selbst wachsam sein: Möchte ich das, was ich gerade habe, behalten? Was bin ich zu tun bereit? Versuchen Sie, Verantwortung für Ihre Entscheidungen zu übernehmen und sich nicht nachträglich in Hätte-ich-doch-Gedanken zu verlieren."

Sabine Wery v. Limont

"Die Situation ist verzwickt: Stehen wir bei einem Date vor zwei strahlenden blauen Augen, die unser Gemüt regen, wollen wir diese Empfindungen zuerst analysieren. Erst in dieser Situation oder später werden wir uns bewusst, dass wir gar nicht wissen, was wir eigentlich wollen. Unsere kühnsten Träume schwinden im Realitätssinn, es wird sogar das Aufgeben des Single-Lebens in Frage gestellt.

Es geht einmal mehr um das Allgemeinproblem in der Gesellschaft: Es fehlen Strukturen und geregelte Lebensaufgaben, die unsere Planung einfacher machen und uns zu überlegtem Handeln zwingen. Wer nicht weiss, was er will, stellt die Entscheidung immer wieder zurück und zieht neue Vergleiche herbei, in diesem Fall immer wieder neue Dates. Denn auf etwas festlegen heisst auch, auf etwas anderes verzichten oder etwas verpassen?"

D. (42), CEO

"Grundsätzlich ist es schon in Ordnung, wenn sich jemand noch mit anderen Mitgliedern treffen möchte. Doch wenn einem jemand von Anfang an sagt, er/sie möchte sich noch weiter umsehen, sollte man das wohl als eine deutliche Botschaft hinnehmen, dass es bei demjenigen so überhaupt nicht gefunkt hat, auch wenn man selbst vielleicht anders empfindet. Solche Menschen sollte man ziehen lassen, sie machen einen nicht glücklich."

A. (34), Architektin

"Liebe Marie-Luise, Ihren Anspruch, nach dem ersten Treffen bereits auf alle anderen Kontakte zu verzichten, halte ich für sehr übertrieben. Ihre 'Besitzansprüche' sollten Sie in dieser Phase des Kennenlernens noch einmal überdenken. Mein Tipp: weniger Krampf bei der Suche! Was sein Verhalten anbelangt, ist ihm einerseits seine Ehrlichkeit hoch anzurechnen, andererseits jedoch wäre etwas mehr Diskretion angebracht. Und was den 'Markt' anbelangt: Ja, wir befinden uns auf dem Partnermarkt, geniessen das Angebot und suchen selbst aus. Mit der Wahl, meinen Partner auf diese Weise zu suchen (und eventuell auch zu finden) habe ich auch die Spielregeln akzeptiert."

Brigitta (51), Angestellte

"Erinnern wir uns doch mal, wie es war, als wir zum ersten Mal eingetreten sind in den 'Markt' der Möglichkeiten: wie viele andere hatten es auch auf mein Traumgirl abgesehen, und auch anders herum: auch für Männer haben sich immer wieder mehrere Frauen interessiert - wenn die Männer es denn wahrgenommen haben. Insoweit ist Parship nichts anderes als Abbild der Wirklichkeit. Und damals wie heute sind wir enttäuscht, wenn der Traumpartner sich für eine(n) andere(n) entscheidet. Ich meine, dass Parallelkontakte kein spezielles Kontaktbörsen-Problem sind, sondern ein uraltes Phänomen zwischen den Geschlechtern, und dass dafür die allgemeinen Konventionen des mitmenschlichen Umgangs untereinander gelten."

P. (57), Freiberufler

"Meine Erfahrungen zu dem Thema sind dem allgemein bekannten Spruch zu zuordnen 'Verlobung sicherstellen und weitersuchen'. Ich war zwar nicht mit meinem Partner verlobt, aber wir waren schon fast ein Jahr zusammen, und ich musste feststellen, dass er trotz unser 'glücklichen' Beziehung (so empfand ich es) weiterhin bei Parship aktiv war, sich Kontaktanfragen zusenden liess und auch darauf reagierte. Ich war geschockt und es tat sehr weh, da alles hinter meinem Rücken passiert war, er nicht ehrlich zu mir war und mir nicht offen sagte, ich bin es nicht, mit der er sein Leben weiterhin verbringen möchte. So eine Warmhaltetaktik finde ich einfach nur fies.

Also Männer, überlegt euch vorher, was ihr wollt, ob ihr eine feste Beziehung oder euch lieber erst noch andere Frauen anschauen und ausprobieren wollt, bevor ihr euch wieder einer festen Beziehung widmet. Denkt bitte auch einmal an die Gefühle des anderen, seid lieber gleich von Anfang an ehrlich zu eurem Partner und zu euch selbst."

R. (41), Angestellte

"Es gibt doch tatsächlich Männer, die einem erzählen, Parship-mässig sei man die Einzige und es liefe sonst nichts. Dann schaut man zufällig mal wieder rein und sieht, dass 'er' einen Tag zuvor online war. Etwas mehr Ehrlichkeit bitte, liebe Männer! Wir Frauen sind doch nicht blöd! Und es ist doch o.k., wenn es nicht gefunkt hat, das Leben geht weiter ..."

Kerstin (37), Regionalleiterin

"Ähnlich ist es mir auch gegangen. Ich verbrachte an einem Wochenende 2x viele Stunden mit einem Mann, einschliesslich Konzertbesuch und Essen. Wir erzählten uns sehr viel, und mich liess nach einiger Zeit das Gefühl nicht los, dass ich ausgetestet wurde, in wieweit ich in sein Lebensmuster passe und ob er seine Bedürfnisse so zufriedenstellen kann, unabhängig von meiner Person. Nachdem ich mehrfach informiert wurde über seine finanzielle Situation und seine gesundheitlichen Probleme, erzählte er mir von einigen Bekanntschaften (den wichtigsten, wie er meinte!) in den letzten Jahren, jeweils gut situierte, beruflich sehr gut ausgebildete Damen, und deren Problemen. Ich wunderte mich, nach einigen Stunden des 'Kennens' ... Da ich nicht innerhalb eines Tages Zeit hatte, ihn ebenfalls zu besuchen, kam eine kurze Abschiedsmail, und mein Profil wurde gelöscht. Das Ganze hat mich sehr befremdet."

S. (45), MTRA

"Meine Erfahrung ist gerade das Gegenteil des Geschilderten (und vielleicht mit eine Grund, warum Männer mitunter so lange suchen): Ich fühle mich manchmal regelrecht bedrängt, wenn mir jemand gleich nach den ersten Mails versichert, ich sei für ihn 'die Frau des Lebens' - ohne dass wir uns überhaupt gesehen haben. Ich ziehe mich dann sehr schnell zurück, weil ich das Gefühl habe, nicht mehr ich selbst sein zu können und nicht mehr 'frei atmen zu können'. Ich habe den Eindruck, Männer (mehr als Frauen) ab einem gewissen Alter haben eine fest gefügte Welt und eine ganz bestimmte Vorstellung, wie die Frau sein soll, die in dieses Gefüge hineinpasst. Sie sind weniger bereit, etwas Gemeinsames entstehen zu lassen oder Kompromisse zu machen. Sie haben ihr Bild, und in das werden Frauen 'eingepasst'. Anstatt sich dann wirklich kennen zu lernen, erschöpft sich der Kontakt für mich in Rechtfertigungen und Richtigstellungen: Ich bemühe mich z.B. seit mehreren Mails, einem Mail-Partner klarzumachen, dass ich nicht seine 'strahlende Heldin' bin, es entwickelt sich kein Gespräch ... Auch habe ich den Eindruck, dass Männer grundsätzlich weniger fragen als gefragt werden wollen - und manchmal habe ich den Eindruck, eher eine 'virtuelle Beratungstätigkeit'/'Kummerkasten' zu betreiben, als einen 'Partner' zu finden. Ich weiss natürlich nicht, ob diese Männer nebenbei noch weitersuchen - ich fühle mich jedenfalls meistens viel zu schnell festgelegt!"

"Während einer seit 8 Monaten dauernden und recht guten Beziehung (76 MP) bescherte mir der Parship-Rechner eine gleichaltrige Frau mit 90 MP. Als neugieriger Mensch habe ich zunächst das Spassmatch ausgefüllt, und es gab volle Übereinstimmung. Nach einigen Mails gab es ein Treffen (mit Bauchschmerzen, da ja hinter dem Rücken der anderen) ... und alles war und ist voller Schmetterlinge! Der Haken ist, dass wir 3 Autostunden voneinander weg wohnen und nicht umziehen können. Ich würde die Frau der laufenden Beziehung gerne offen und ehrlich darüber informieren, aber eigentlich hat es keinen Sinn, denn aufgrund der Distanz ist eine Fortsetzung des neuen Kontaktes nicht sinnvoll. Nur: die Gefühle sind da ... Mein Fazit: Vorsicht vor zu frühen Bindungen, und wenn eine Beziehung soweit gut ist, dann das eigene Parship-Profil löschen, sonst wird der Warencharakter des Systems zur Falle."

F. (52), selbstständig

"Ich denke, dass es ganz natürlich ist, mit mehreren Menschen in Kontakt zu treten. Beim ersten Treffen dann zeigt sich eh jeder von seiner Schokoladenseite. Erst nach mehreren Kontakten, ob persönlich oder schriftlich, wird sich eine Sympathie für einen bestimmten Menschen langsam entwickeln. Jeder soll doch die Chance haben, zu überlegen, zu wählen, denn es sollte sich ja was Dauerhaftes entwickeln. Also, auch da ist dann Ehrlichkeit gefragt. Ausser, es trifft beide die Sympathie und Liebe wie ein Blitz, was es ja immer wieder mal geben soll."

Sofie (60), Pensionistin

"Wenn ich das alles so lese, wundere ich mich nicht mehr über die Ängste gebrandmarkter Menschen, die enttäuscht wurden. Geht man dann so mit den Gefühlen anderer um? Sind wir hier auf einem 'Restle-Markt'? Jeder hat doch etwas zu verarbeiten, dem einen fällt es leichter, dem anderen schwerer. Gerade deshalb, finde ich, sollte ein gegeneinander Abwägen wie auf einem Basar nicht stattfinden. Da braucht es Ehrlichkeit, Offenheit und Respekt voreinander. Denn wer einen Neuwagen sucht, ist hier eindeutig in der falschen Suchmaschine. Ich wünsche weiterhin jedem seinen Traumpartner."

Dieter (41), Qualitätsbeauftragter

"Gewiss ist es enttäuschend, wenn man so etwas zu hören bekommt wie Marie-Luise. Aber sie sollte mal überlegen, dass sie im Grunde in der gleichen Situation steckt. Denn sie hat ja das gleiche Recht, andere Kontakte parallel laufen zu lassen. Mir ist es vor kurzem passiert, dass ich mit einem Mann stundenlang telefoniert habe. Alles wunderbar. Aber dann kam er mich besuchen, und es wurde für uns beide zum Reinfall. Man stelle sich vor, ich hätte andere Kontakte ausgeschlossen, die Besucherliste weggeklickt ...

Man muss sich alle Möglichkeiten offenhalten. Oftmals ist ja auch erst der dritte oder sechste Versuch das Wahre. Deswegen sollte man so etwas locker sehen und die Möglichkeit nutzen, eine Menge neuer Leute kennenzulernen und die Kontakte, je nach Neigung, auszusortieren. Man darf sich nicht darauf versteifen, dass aus einem Date die grosse Liebe wird. Im Fall von Marie-Luise war der Mann wenigstens ehrlich. Und das ist doch ganz gut so."

Caren (48), Badewärterin

"Mehrere Mailkontakte nebeneinander sind für mich völlig normal. Ich bin seit drei Jahren hier am Start, dabei habe ich erfahren, dass ein schöner Briefwechsel in Desinteresse enden kann, wenn man sich einmal gesehen hat. Mein Rat ist deshalb, seine Erwartungen zurückzuhalten, auch wenn man sonst auch verbindlich sein darf. Er ist auch nicht allein auf der Welt! Und: Was ist gegen eine Fortführung des Kontaktes einzuwenden, auch wenn man sich nicht ineinander verliebt?"

Katja (48), Lehrerin

"Die Erfahrung von Marie-Luise hat mich nachdenklich gemacht. Ich glaube, da kommen gerade für nicht mehr ganz junge Frauen noch andere Aspekte ins Spiel. Vielleicht sind wir einfach weniger geübt im Umgang von Absagen. Besonders wenn es darum geht, im Stadium der Werbung eine potenzielle Konkurrenz hinnehmen zu müssen. Denn, wie bekannt, kommt die Werbung eher vom Mann, und die Auswahl trifft die Frau. Mag sein, dass sich das Blatt im Laufe des Lebens dreht.

Ich kann diesen Schwebezustand aber zunehmend besser hinnehmen. Er lässt auch mir den Raum, die Dinge unaufgeregt zu betrachten. Die Sicherheit, wirklich erwünscht zu sein, sollte beiden Seiten zugestanden werden. Wenn ich aufgegeben werde, so muss das kein schlechter Ausgang sein. Die Faszination, einem heftigen Bauchgefühl nachgehen zu können, fesselt uns immer wieder und fordert das Haben-Wollen. Um sagen zu können 'Ja, das ist er', möchte ich mich gerne ein bisschen zügeln und mir einen zweiten Blick einräumen. Es geht um Zweierbeziehung, nicht so sehr um Familiengründung."

Elisabeth (63), Diplompsychologin

"Ich bekam zweimal Post, die offensichtlich nicht an mich gerichtet war. Als ich dennoch antwortete, kam keine Nachricht mehr. Einigen ist anscheinend nichts peinlich. Wenn 'Mann' schon mehrgleisig fährt (was zu Beginn sicher nicht schlimm ist), sollte man wenigstens die Namen richtig einsetzen."

Angelika (44), Krankenschwester

"Es ist wohl eine Typ-Frage, wie man mit der Situation 'andere Kontakte' umgeht. Der eine benötigt viele Begegnungen, damit er für sich sagen kann, er hat sich für die oder den Richtigen entschieden. Jemand anders trägt eine sofortige Sicherheit in sich, dies ist der Mensch, mit dem ich eine Partnerschaft leben möchte. Natürlich ist es schwer auszuhalten, wenn man weiss, es sind noch andere mit im Spiel. Offenheit gibt beiden die Chance, zu entscheiden, wie man mit 'Parallelkontakten' umgehen möchte. Letztlich geht es darum, sich selbst zu vertrauen und dem anderen die Freiheit zuzugestehen, die angebotenen Gefühle anzunehmen. Fakt ist, unser Wert bleibt von der Wahl des anderen unangetastet!"

Heike (34), selbstständig

"Ich kann die Reaktion auf den wirklich ehrlichen Hinweis nicht verstehen. Schlimmer wäre es doch gewesen, der Mann hätte sich heimlich mit anderen getroffen. Ich habe bei Parship einen Mann kennengelernt, mit dem ich wunderschöne Mails ausgetauscht habe. Trotzdem hatte ich nach unserem ersten Treffen das Gefühl, dass ich mich niemals in ihn verlieben könnte. Natürlich habe ich ihm das auch geschrieben und ihm die Wahl gelassen, was für Konsequenzen er daraus zieht. Er entschied sich schliesslich dafür, wenigstens unseren Mailkontakt aufrechtzuhalten. Inzwischen bin ich heilfroh darüber, denn ich habe mich schwer in ihn verliebt, und es macht mir auch gar keinen Spass mehr, auf andere Kontaktanfragen einzugehen. Aber ich bin auch froh, dass ich mein Profil nicht voreilig gelöscht habe, bevor ich mir ganz sicher war, dass er der Richtige ist. Denn sonst hätte vermutlich das Gefühl, vielleicht irgendjemanden verpasst zu haben, diese inzwischen gewachsene Liebe von meiner Seite im Keim erstickt. Nicht jeder weiss sofort, dass er den Traumpartner gefunden hat. Hätte mein Partner auf einer sofortigen Entscheidung bestanden, hätten wir uns um eine grosse Liebe gebracht."

Rita (35), Bilanzbuchhalterin

"Als ich noch jung und attraktiver als jetzt war, wäre es für mich eine Beleidigung gewesen, wenn ein Mann, denn ich offensiv kennen lernen wollte, nicht nach spätestens 1/2 bis 1 Stunde erregt gewesen wäre. Die Beziehungen halten am längsten (auch wenn es die belastendsten sind), bei denen es in 10 Sekunden 'klick' gemacht hat. Das ist vielleicht nicht Liebe, sondern 'nur' die Pheromone, aber wird allgemein als 'Liebe auf den ersten Blick' betitelt."

B. (42), Sachbearbeiterin

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