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Der erste Kontakt

Gleich ein Bild - muss das sein?

Claus (41) empfindet es als unangenehm, gleich zur Fotofreigabe gedrängt zu werden - er möchte erst einige Mails wechseln. Wir gaben ihm Tipps und holten zudem die Meinung unserer Mitglieder ein.

Gleich ein Bild - muss das sein? © Fotolia

"Hallo,

folgendes Phänomen: Häufig schicken Frauen mir eine Kontaktanfrage mit Bild und nur knappem Text. Ich mache dann deutlich, dass ich zunächst einige Mails austauschen möchte, und frage, was sie eigentlich an meinem Profil interessiert. Darauf reagieren diese - äusserlich sehr attraktiven - Damen ungehalten und fragen, ob ich nicht mutig genug sei, mich zu zeigen. Einerseits möchte ich nicht unhöflich sein, mir andererseits mit der Bildfreigabe aber auch Zeit lassen - ein Dilemma! Was meinen Sie dazu?"

Claus (41), Drehbuchautor

Lieber Claus,

klar, dass Sie nicht für feige oder unattraktiv gehalten werden wollen. Ihr Bild freizugeben, obwohl Ihnen das widerstrebt, wäre aber auch kein toller Start. Wir wollten wissen, wie andere auf ein nett anzusehendes Foto bei der Kontaktanfrage reagieren. Unsere Umfrage unter 712 Parship-Mitgliedern ergab das folgende Bild:

31 Prozent der Männer schalten dem Gegenüber erfreut das eigene Bild frei. Bei den Frauen sind es knapp 20 Prozent.

18 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen beantworten zwar die Kontaktanfrage, behalten ihr Bild allerdings noch für sich.

24 Prozent der männlichen und 17 Prozent der weiblichen Teilnehmer gehen noch weiter: Bei ihnen haben überhaupt nur Kontakte mit Foto eine Chance.

Der Rest fühlt sich nicht sonderlich wohl mit dem unerbetenen Foto: 13,4 Prozent der Männer und 10,8 Prozent der Frauen geben das eigene Bild dennoch frei - aus Höflichkeit.

10,5 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen machen es wie Sie, Claus: Sie beantworten die Anfrage, jedoch ohne Bild. Und jeder dreissigste Teilnehmer, unabhängig vom Geschlecht, antwortet überhaupt nicht.

Was steckt dahinter?

Frauen gehen zurückhaltender mit Bildern um als Männer. Sie können die erhaltenen Fotos also ruhig als Kompliment betrachten, vielleicht auch als Beweis, dass Ihr Profil die Damen mutig macht. Es ist verständlich, dass Sie sich über ungehaltene Reaktionen auf Ihre "Bildverweigerung" ärgern. Doch sehen Sie es mal so: Die Frau hat sich aus der Deckung gewagt, um bei Ihnen Punkte zu machen. Sie rechnet damit, dass Sie gern zu derselben Offenheit bereit sind. Zwar ist das ein Irrtum; Sie gehören zu den Männern, die sich entgegen dem Klischee lieber schriftlich annähern - doch das kann die Absenderin nicht wissen. Bestimmt kennen Sie das unangenehme Gefühl, wenn ein Geschenk auf wenig Gegenliebe stösst. Wenn Sie die Frau knapp mit "Mein Bild gibt's noch nicht, akzeptiere das bitte" bescheiden, mag das legitim erscheinen - die günstigste Antwort ist es nicht.

Unser Tipp

Antworten Sie bei Gesuchen mit Foto offen, dass Sie sich darüber gefreut haben, jedoch noch warten möchten, bis Sie gleichziehen ("Das ging mir ein bisschen schnell"). Versuchen Sie, kein Riesenproblem aus der Sache zu machen, schreiben Sie noch ein paar nette Zeilen, in denen Sie z.B. Ihr Äusseres beschreiben oder sich auf das "Ich über mich" der Dame beziehen. Fassen Sie sich jedoch eher kurz - erst mal abwarten, wie sie reagiert. Viele Frauen wünschen sich wie Sie ein Kennenlernen Schritt für Schritt. Vielleicht wäre auch ein entsprechender Vermerk in Ihrem "Ich über mich" hilfreich. Denn so viel steht fest: Wer gleich sein Bild zeigt, wird verletzlicher, weil Absagen - die gar nichts mit dem Bild zu tun haben müssen - eher persönlich genommen werden. Zu lange sollte man aber auch nicht warten, bis man sein Konterfei präsentiert; es ist wichtig, ob das Interesse dieser Überprüfung standhält.

Annemarie Lüning/Parship

Aus der Antwort von Claus

"Natürlich kommt es auch auf den Kontext an. Bekomme ich als erste Kontaktaufnahme ein Bild mit einem Einzeiler, bin ich abgeturnt, weil ich mich wie bei 'Neu.ch' fühle - Stichwort 'Supermarktmentalität'. Ist das Bild mit freundlichen Zeilen versehen, die eine echte Neugierde auf mich signalisieren, dann schicke ich sofort mein Bild zurück - da kann ich gar nicht anders."

Leser-Feedback

"Was Claus beschreibt, ist genau das, was 'frau' ständig erlebt! Kann ich mir umgekehrt kaum noch vorstellen ... Wer ohne Foto nicht bereit ist, sich überhaupt mit mir auseinander zu setzen, ist eindeutig nicht der Richtige für mich. Denn er setzt Prioritäten, die für das Gelingen einer Beziehung, wie ich sie mir wünsche, absolut nachrangig sind. Und er ist nicht bereit, ein bisschen Mühe auf sich zu nehmen, bevor er weiss, ob es sich auch 'lohnt' - auch das ist für mich nicht akzeptabel."

Ina (42), Redakteurin

"Klar ist bei der Partnersuche respektive -findung primär die Wesensart des jeweiligen Menschen wichtig. Aber das Auge isst halt auch kräftig mit. Ich habe deshalb keinerlei Probleme mit gleich freigegebenen Fotos. Eher im Gegenteil: Ich empfinde es als störend, dass bei Parship anders als bei den Wettbewerbern Fotos nicht gleich sichtbar sind."

Thomas (44), Gross- und Aussenhandelskaufmann

"Auch ich finde das schnelle Verlangen nach einen Foto nicht gut. Erstaunlicherweise sind das meist die Männer, die ihr 'Ich über mich' nicht ausgefüllt haben. Dabei ist diese 'Ansicht' meiner Meinung nach viel spannender!"

Angelika (51), Officemanagerin

"Auch ich möchte restriktiv mit der Bildfreigabe umgehen, wurde aber bisher zumeist sofort dazu aufgefordert - wenn nicht gar gedrängt. Ich bin dem dann nachgekommen, was oft dazu führte, dass der Kontakt ohne Antwort oder mit dem Hinweis 'Sie sind nicht mein Typ' abgebrochen wurde. Dabei denke ich, dass ich nicht übel aussehe. Die äusserliche 'Hülle' spielt für mich aber nicht mehr die tragende Rolle. Ich gebe jedem eine Chance, der ein bisschen mehr investiert als einen Blick auf mein Foto."

Sonja (56), Marketing-Referentin

"Ich finde jede Wertung des Verhaltens eines anderen ungerecht. Jeder ist anders, verdient aber Achtung. Denn Liebe ist ja gerade, die Unterschiede des anderen zu tolerieren und liebevoll auszuhalten. Da aber bekanntlich die Augen der Spiegel der Seele sind, freue ich mich immer über Bilder."

Rita (51), Lehrerin

"Ich verstehe die Diskussion über die Bildfreigabe nicht. Wenn zwei sich im realen Leben begegnen, decken sie ihr Gesicht doch auch nicht schnell ab und sagen, wenn wir uns besser kennen gelernt haben, können wir die Tücher abziehen. Dann kommt nämlich oft die grosse Ernüchterung. Da ist es doch besser, gleich mit offenen Karten zu spielen. Natürlich, auch Fotos können sehr (!) täuschen, aber mit ein bisschen Übung kann man sie richtig interpretieren. Mir geht es dabei nicht um sogenanntes 'gutes Aussehen', sondern darum, ob man einander mit seinem ganz individuellen Aussehen ansprechen könnte. Der Mensch ist nun mal ein Augentier, und oh Wunder: auch Frauen sind es!"

Christiane (48), Lehrerin für Körperbehinderte

"Natürlich verdeckt beim Kennenlernen auf der Strasse niemand sein Gesicht, aber dort kann man sofort die 'Chemie' spüren. Das Medium Internet bietet andere Möglichkeiten des Umgehens miteinander. Mich ärgert es sehr, wenn mir nicht der Freiraum gelassen wird, so zu verfahren, wie es mir gut tut. Für mich ist DAS ein untrügliches Zeichen von 'passt nicht zu mir'."

Mareike (41), Bildredakteurin

"Andererseits sollte man/frau Bilder nicht überbewerten. So stellte ich schon mehrfach fest, dass die Realität positiv und negativ vom Bild abweichen kann. So habe ich in einem Fall, in dem mir das Foto bedenklich erschien, höflich nachgehakt, und bekam noch zwei weitere Fotos, die eine sehr attraktive und sympathische Frau zeigten. Und es gibt auch vereinzelt Fotos, die Gesichter zeigen, mit denen ich wirklich nicht klarkomme. Doch ist das keine Wertung, sondern einfach nur eine ganz individuelle Konstellation, bei denen ich dann höflich absage."

Ernst (53), Biologe

Zum Abschluss noch einmal Claus - Monate später

"Mittlerweile gehe ich viel lockerer mit der Bildfreigabe um. Hinter meinem Zögern steckte die schlichte Angst vor Zurückweisung. Darüber bin ich hinweg: Ob ich Angst habe oder nicht, ändert nichts daran, ob ich zurückgewiesen werde oder nicht. Nun macht es mir sogar Spass, gleich bei der Kontaktaufnahme mein Bild freizugeben. Diese Offenheit wird auch immer geschätzt. Und in den meisten Fällen findet mein Bild, o Wunder, sogar Gefallen!"

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