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Der erste Kontakt

Du oder Sie - das ist die Frage

Barbara (49) ärgerte sich häufiger über Männer, die sie gleich mit Du anredeten. Für uns war ihre Mail Anlass, unsere Mitglieder zu dem Thema zu befragen. Hier die Umfrageergebnisse und unsere Tipps!

Du oder Sie - das ist die Frage

"Liebe Parship-Mitarbeiter!

Ich finde es ziemlich unpassend, wenn man als Akademikerin mittleren Alters automatisch mit 'Du' angeredet wird – teilweise auch mit dem Hinweis, dass das im Internet so der Brauch sei. Es würde mir nie einfallen, einen mir völlig unbekannten Herrn, der Arzt oder Richter sein könnte, sofort mit 'Hi!' und dem Du-Wort zu begrüßen. Das würde man im wirklichen Leben ja sicher auch nicht machen. Ein Minimum an Höflichkeit wäre auch im Internet angemessen! Wie sehen Sie das?"

Barbara (49), Lehrerin

Liebe Barbara,

die Anrede beim virtuellen Kennenlernen ist in der Tat ein strittiges Thema. Viele empfinden das Du keineswegs als unhöflich, sondern im Gegenteil als sehr nahe liegend. In Zahlen (laut einer Parship-Umfrage unter 1028 Mitgliedern):

67,2 Prozent der Frauen und 56,8 Prozent der Männer duzen sofort. 32,5 Prozent der befragten Frauen und 30 Prozent der Männer begründen dies damit, dass sie gleich einen privateren Ton anschlagen möchten. "Weil es im Internet so üblich ist" sagen 27,9 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer. Der Rest duzt, weil er jünger als 30 ist.

15 Prozent der Frauen und 12,6 Prozent der Männer sprechen sich klar für das Sie aus; alles andere sei zu Beginn eines Kontakts "zu vertraulich".

Nicht festgelegt sind 17,6 Prozent der Frauen und 30,4 Prozent der Männer: Männer neigen eher dazu, die "Du-Sie-Frage" einfach anzusprechen (21,8 Prozent, Frauen: 13 Prozent). Mehr Männer als Frauen behelfen sich zudem damit, dass sie die direkte Anrede zunächst vermeiden und den anderen den Ton vorgeben lassen (8,6 Prozent, Frauen: 4,6 Prozent).

Der Hang zum Du

Zwar neigen etwas ältere Menschen mit wenig Internet-Erfahrung eher zum Sie als andere. Die Wahrscheinlichkeit, gleich geduzt zu werden, ist aber trotzdem recht hoch. Viele Parship-Mitglieder wählen diese Anrede, weil sie sich bei der gezielten Partnersuche einen weniger distanzierten Umgang wünschen als zum Beispiel unter Fremden, die im selben Zugabteil reisen. Wenn Sie sich damit nicht wohlfühlen, sollten Sie dies ohne Vorwurf zur Sprache bringen. Versuchen Sie, aus einer "falschen" Anrede nicht gleich Ihre Schlüsse zu ziehen. Der etwas lässigere Ton macht noch keinen Bruder Leichtfuss.

Alles Verhandlungssache

Umgekehrt wäre es genauso falsch, wenn jemand Sie, weil Sie siezen, als altmodisch abqualifizieren würde. "Das macht man im Internet so" ist kein Argument, von dem Sie sich zum Du drängen lassen sollten. Eine pauschale Regel kann es hier nicht geben. Wenn Sie mit jemandem nicht auf einer Linie liegen, muss die Anrede eben ausgehandelt werden wie die sonstigen Umstände Ihres Kennenlernens auch. Daran ist überhaupt nichts Schlimmes. Auch Mischformen wären denkbar: Er duzt, sie siezt, beide mixen ... Wenn ein Kontakt interessant klingt, verdient er auf jeden Fall eine Chance - auch dann, wenn es anfangs etwas hakt.

Annemarie Lüning/Parship

Leser-Feedback

"Ich denke, wir alle sind in der Lage, die jeweils passende Anredeform zu wählen bzw. mit unserem jeweiligen Kontakt die von beiden bevorzugte Form zu vereinbaren. Das habe ich bisher nie als Problem gesehen. Besonders fällt mir jedoch die Beschränkung dieses Themas durch Barbara auf den Kreis der Akademiker auf. Der Respekt vor einer Person und die damit verbundene Anrede gebietet sich unabhängig vom Bildungsniveau ..."

Evelyn (50), Diplom-Kauffrau

"Ich habe überhaupt kein Problem damit, auch Ärzte oder Richter oder Profs o.ä. mit 'Hi' zu begrüssen, wenn es nicht ein hochoffizieller Kontakt ist oder es sich um eine hierarchische berufliche Beziehung handelt. Ich habe in meinem 'Ich über mich' eine 'Du'-Formulierung, so dass der entsprechende Herr sich darauf einstellen kann. Wenn meine Kontaktanfrage mit 'Sie' beantwortet wird, ist das schon ein Hinweis darauf, dass wir manche Aspekte des Kennenlernens unterschiedlich locker sehen ... Ich erlebe des Öfteren, dass sich Herren durchaus diese ganzen 'Knigge-Empfehlungen' durchlesen und nicht mehr wagen, spontan zu sein - schade!"

Karin (51), Wissenschaftlerin

"Es ist wohl die Kunst vieler Menschen, und der Deutsche steht hier mit ganz vorne, sich an zu vielen belanglosen Dingen festzuhalten ... Meiner Meinung nach kann das Du auf einer Online-Plattform auch über anfängliche Schüchternheit hinweghelfen. Ich finde es wichtig, beide Anredeformen zu respektieren. Und ist sie nicht nur eine kleine Banalität, die Anrede?"

Tanja (48), Lehrerin/Reiseverkehrskauffrau

"To those, male/female that are sensitive to the informal or formal way of addressing one another: Use the KISS principle - Keep It Simple, S...! Simply ask those that you communicate with, how they would like to be addressed, and that should avoid bad feelings all around."

Adam (65), retired US Navy

"Mir ist es völlig egal, ob ich anfänglich mit Sie oder mit Du angeredet werde, aber ich bin bisher immer zuerst mit Sie angesprochen worden und habe es der betreffenden Partnerin überlassen, wann sie zum Du übergehen möchte; und damit bin ich bisher gut gefahren."

Klaus (70), Universitätsprofessor

Höflichkeit sollte man nie ablegen, egal wie alt man ist und wie gut man jemanden kennt. Somit ist das 'Du' auch kein Verlust an Höflichkeit im Sinne des 20. Jahrhunderts. Das 'Sie' hat dennoch seine Berechtigung - in Situationen, in denen der private Aspekt hinderlich sein oder eine 'nüchterne' Sicht auf die Dinge nicht ermöglichen könnte. Aber ob dies bei der Partnersuche sinnvoll ist, wenn man schon durch eine Mitgliedschaft seinen privaten Wunsch nach 'Zweisamkeit' signalisiert ...? Ich empfinde ein 'Sie' da eher als Blockade."

Mirko (31), Geschäftsführer einer Werbeagentur

"Mir ist es im Allgemeinen egal, ob mich jemand mit 'Du' oder 'Sie' anredet, obwohl ich von mir aus immer mehr zum 'Sie' neige. Befremdlich finde ich jedoch die Reduzierung auf Akademiker. Haben die einen besonderen Status? Wichtig ist doch Höflichkeit und Respekt und Achtung voreinander - unabhängig vom Beruf."

Renate (53), Diplom-Mathematikerin

"In meinem Umfeld (überwiegend Akademiker in den Vierzigern) ist es absolut unüblich, Menschen, die man im privaten Rahmen kennen lernt, zu siezen. Dieses Verhalten übertrage ich auch auf die Parship-Kontakte. Männer, die mich in ihren Kontaktanfragen siezen, sind in der Regel erstens deutlich älter und zweitens mir zu konservativ. Das heisst aber natürlich nicht, das jemand, der mich siezt, von vornherein nicht in Frage kommt."

Ina (42), Redakteurin

"Als Motorradfahrer, neudeutsch: Biker, fällt es mir im Traum nicht ein, eine Bikerin oder einen Biker, den ich irgendwo treffe, zu siezen. Ich sehe schon die Kommentare: Das ist irgendein Gruppenzugehörigkeitskodex. Für mich bedeutet das Du aber eher, dass ich mein Gegenüber als 'direkte Person' und nicht als 'Neutrum' einordne. Und: Nicht die Anrede ist Ausdruck des Respekts, sondern alles, was man(n)/frau zum Ausdruck bringt, auch 'zwischen den Zeilen'. Ich kann genauso unhöflich sein, wenn ich das Sie benutze."

Gerd (51), Banker/angehender Kraftfahrer

"Es klingt einfach weniger steif, wenn man sich direkt mit Du anredet. Und sehen wir die Kontaktaufnahme hier bei Parship doch mal realistisch: Ziel ist doch eine vertraute Zweisamkeit mit 'Dir' und nicht mit 'Ihnen', liebe Barbara. Ganz anders sehe ich übrigens Begegnungen im realen Leben. Hier bin ich persönlich eher konservativ und käme niemals auf die Idee, jemand Fremdes zu duzen."

Jürgen (45), Informatiker

"Ich bin über die Du-Kritik von Barbara ehrlich verblüfft! Schliesslich haben wir Parship-Nutzer doch alle das gleiche Interesse: nette Leute - und vor allem potenzielle Partner - kennen zu lernen. Wir geben schon vor dem ersten Kontakt sehr viele persönliche Dinge preis. Folglich ist ein 'Sie' doch eigentlich ein Rückschritt. Auf mich wirkt diese Anrede hier eher befremdlich."

Susanne (37), Sekretärin

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