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Besondere Situationen

Partnersuche mit Kinderwunsch

Sie wollen nicht mit der Tür ins Haus fallen. Aber Ihre Wünsche auch nicht verleugnen. Sie wollen eine Beziehung - und irgendwann, vielleicht auch schon bald, ein Kind. 6 Fragen und Antworten zum Thema.

Partnersuche mit Kinderwunsch © iStock

1. Kann ich meinen Kinderwunsch schon in meinem Profil erwähnen?

Ja, sicher. Eher nüchtern oder auch phantasievoll und mit kleinem Augenzwinkern. Etwa so:

"Was meine Partnerin über mich wissen sollte: Mit nunmehr 37 stimmt bei mir so ziemlich alles (Job, Geld, Einstellung), auch das berühmte Bäumchen ist gepflanzt. Suche nun feste Beziehung mit Kindern, Haus und Zukunft :-)"

Zwei indirektere Beispiele im Profil von bislang Kinderlosen: "Ich wünschte, ich könnte ..." "... mit der Familie im eigenen Garten Schneemänner bauen." "... erleben, wie meine Kinder zu glücklichen Menschen heranwachsen ... und jetzt würde ich gern dein Gesicht sehen ;-)"

Mit sehr verschlüsselten Einträgen laufen Sie allerdings Gefahr, missverstanden zu werden (hat er nun schon Kinder oder nicht?); zeigen Sie Ihr Profil im Zweifel Freunden. Vermeiden Sie es unbedingt, fordernd oder verzweifelt zu klingen und das Thema, etwa durch mehrfache Nennung, zu sehr zu betonen. Schließlich haben Sie weit mehr zu bieten und suchen auch einen größeren gemeinsamen Nenner als nur den Wunsch nach Familie.

2. Schrecke ich mit so einem Bekenntnis nicht Leute ab - vielleicht sogar solche, mit denen durchaus eine Familie möglich wäre?

Eine Signalwirkung hat es auf jeden Fall: Wer kein Kind will, wird sich wohl nicht bei Ihnen melden, was ja in Ihrem Sinne ist. "Das Risiko, dass sich noch Unentschlossene ebenfalls abwenden, besteht tatsächlich", weiß Parship-Psychologin Nicole Schiller. "Mancher reagiert instinktiv erst mal ängstlich, wenn es darum geht, sich festzulegen und Verantwortung zu übernehmen." Mit einer netten Formulierung können Sie jedoch einiges auffangen.

Natürlich gibt es die Fälle von Familienmuffeln - männlich oder weiblich -, die sich dann doch sehr über eine Schwangerschaft freuen. Diese Menschen würden Sie verpassen; doch darauf, dass ein solcher Sinneswandel eintritt, können Sie ohnehin nicht bauen. Wägen Sie deshalb ab: Möchten Sie nur Menschen kennen lernen, die eine Familiengründung von vornherein bejahen, oder möchten Sie zunächst breitgefächert suchen?

3. Wann spreche ich das Thema sonst am besten an?

Während des Kennenlernens - wann genau, entscheiden Sie. Ungünstig ist allerdings die erste Mail: "Ich möchte gern ein eigenes Kind. Wenn das bei dir auch so ist, freue ich mich über Antwort" - damit erweckt man den Eindruck, allein an der Fortpflanzungsfähigkeit des anderen interessiert zu sein. Nicole Schiller: "Wenn Sie jemanden auf einer Party kennen lernen, sagen Sie ja auch nicht: 'Danke für deine Handynummer. Aber eins musst du wissen: Ich will ein Kind.'" Erstes Date und erster Sex sind gleichfalls sensible Zeitpunkte, zu denen Sie über vieles reden können, jedoch nicht über Familiengründung und darüber, wer für einen gemeinsamen Sprössling im Job zurückstecken würde.

Warten Sie bis zu einer Intensivierung Ihres Mailkontakts, bis zum zweiten Treffen oder auch bis aus einer Affäre etwas Ernstes werden könnte - je nachdem, wie es zu Ihnen und der Situation passt. Je ausgeprägter Ihr Wunsch ist, desto eher sollten Sie sich dazu äußern. Übrigens auch dann, wenn Sie im Profil schon entsprechende Anmerkungen gemacht haben. Platzen Sie aber nicht schon mit einem fertigen Vater-Mutter-Kind-Szenario heraus; niemand wird gern verplant.

4. Worauf sollte ich bei der Partnerwahl achten?

Vor allem: Selektieren Sie nicht vorschnell, sondern erst im persönlichen Kontakt. Seien Sie offen - die Enddreißigerin kann sehr wohl auch in einem zehn Jahre jüngeren Mann einen liebevollen Vater in spe finden. Wer bereits verheiratet war, schon Kinder hat, kann Familienzuwachs ablehnen; vielleicht passt er/sie aber auch weitaus besser zu Ihnen und Ihren Träumen als der Single ohne Anhang. Und wer heute ganz in seiner Karriere aufgeht, muss diesen Lebensstil in den nächsten Jahren nicht zwingend fortführen.

Sie haben schlechte Erfahrungen gemacht, etwa mit einem geschiedenen Partner? Das beweist nicht, dass es mit Geschiedenen immer so laufen muss. Unterstellen Sie umgekehrt auch niemandem einen Kinderwunsch ("Du bist 42 und hast noch kein Kind - ich wünsche mir einen Stammhalter"), Ihr Gegenüber wäre zu Recht irritiert. Ein letzter Tipp: Überprüfen Sie Ihr Suchmuster - eine Frau etwa, die sich zu mysteriösen "Abstandhaltern" hingezogen fühlt, sollte familientauglicheren Typen mehr Aufmerksamkeit schenken.

5. Was, wenn ich mich in jemanden verliebe, der die "Kinderfrage" verneint oder sich noch nicht sicher ist?

Gehen oder bleiben? Dafür kann es kein Patentrezept geben. Sie sollten jedoch Ihren Partner nicht dafür verantwortlich machen, dass Sie (noch) kein Kind haben - es ist an Ihnen, sich für oder gegen die Beziehung zu entscheiden. Wägen Sie ab: Könnten Sie sich Ihr Leben auch ohne Kind vorstellen? Könnten Gespräche mit Ihrem Partner etwas bewirken? Was steckt hinter dem Nein?

Mancher denkt beispielsweise, um ein Kind in die Welt zu setzen, müsse erst alles perfekt sein. Stichwort: Haus im Grünen und der Kombi in der Garage. Derartige Vorbehalte lassen sich vielleicht entkräften. Denn, so Nicole Schiller, "den richtigen Zeitpunkt und das perfekte Nest gibt es sowieso nicht." Wichtig aber ist: Die Entscheidung für ein Kind sollte eine gemeinsame sein. Ein Alleingang der Frau wäre ein schwerer Vertrauensbruch und höchst riskant. "Wer sich bei Gedanken wie 'Ich will ein Kind - um jeden Preis' ertappt, sollte mit sich selbst kritisch ins Gericht gehen", empfiehlt die Parship-Psychologin.

6. Was, wenn der neue Partner Kinder prinzipiell bejaht, aber noch etwas warten will?

Sie haben sich verliebt, und dazu noch in jemanden, der Ihren Kinderwunsch grundsätzlich teilt? Na wunderbar! Es ist sehr selten, dass ein Paar sofort nach dem Kennenlernen in schönstem Einvernehmen die Pille in den Müll wirft. Der Wunsch, abzuwarten, bis die Beziehung sich stabilisiert hat, ist nachvollziehbar und auch vernünftig. Vereinbaren Sie einen Zeitpunkt, zu dem Sie das Thema erneut ansprechen, zum Beispiel in sechs Monaten.

Geben Sie einander die Zeit, herauszubekommen: Möchte ich mit diesem Partner ein Kind? Natürlich ohne sich langfristig nur vertrösten zu lassen; speziell bei Frauen um die 40 sollte der Partner für den Wunsch nach klaren Aussagen (und gegebenenfalls baldigen Versuchen) Verständnis haben. In einem begrenzten Zeitraum wird das Ticken Ihrer biologischen Uhr nicht wesentlich lauter werden, und die Familiengründung hat eine bessere Basis. Viel Glück!

Annemarie Lüning/Parship

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