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Besondere Situationen

Einfach schwer zu erklären - Wochenend-Eltern

"Kinder: 1. Im eigenen Haushalt lebend: 0." Diese schlichte Formel beschreibt die Lebenssituation von Millionen Single-Eltern. Doch während alleinerziehende Mütter und Väter immer öfter zum Gegenstand von soziologischen Studien und Ratgeberliteratur werden, wird ihr logisches Gegenstück vernachlässigt. Das wollen wir ändern ...

Einfach schwer zu erklären - Wochenend-Eltern © iStock

Angefangen hat alles mit der Zuschrift eines Parship-Mitglieds - nennen wir es Klaus: "Ich bin Vater einer Tochter, die bei meiner Ex wohnt. Wir drei verstehen uns trotz der Trennung blendend. Bislang hatte ich auch nie Probleme, Frauen kennen zu lernen - schließlich steht mir meine Vaterschaft ja nicht auf der Stirn geschrieben. In meinem Online-Profil steht sie allerdings schon, was meines Erachtens dazu führt, dass viele Frauen einfach weiterklicken. Was kann ich tun?"

(K)Ein Sack voller Probleme

Vielleicht müsste man ihnen erst mal einen griffigeren Namen geben? Hat bei den Yuppies, Nerds, Dinks und Best-Agern ja auch funktioniert. "Singles, deren Kinder beim Ex leben" klingt gegen diese knalligen Label doch irgendwie fade. Und vor allem: kompliziert. Womöglich ist das der Grund, warum viele damit gleich eine komplizierte Lebenssituation verbinden. Eine spontane Umfrage bei einem Essen unter Freunden ergab jedenfalls folgendes (nicht repräsentatives) Ergebnis: Drei der vier anwesenden Single-Frauen würden, vor die Wahl zwischen zwei ansonsten etwa gleich attraktiven Männern gestellt, eher den wählen, der keine Kinder mit seiner Ex-Partnerin hat. Gründe sind wahlweise "Gibt nur Probleme mit der Ex", "... mit den Kindern", "... mit dem ständig zwischen allem hin und her gerissenen Typen".

Irrationale Ängste

Woher kommen diese Vorbehalte? Sicher: Wer mit der/dem Ex nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit, sondern auch Kinder hat, ist deutlich fester an sie oder ihn gebunden. Kontakt und emotionale Bindungen bestehen fast zwangsläufig fort. Bei einem neuen Partner kann das Ängste auslösen. Parship-Psychologin Judith Veit weiß, warum: "Natürlich wünscht sich niemand einen Partner, der sich mit seiner neurotischen Ex um das Sorgerecht streitet - oder eine Freundin, die einen Kleinkrieg mit dem Vater ihrer Kinder führt." Diese Gefahr schon allein aus der Tatsache abzuleiten, dass jemand ein Kind hat, hält Veit allerdings für falsch. Hauptgrund für solche Vorurteile seien ohnehin eher ganz persönliche Traumvorstellungen und schlechte Erfahrungen. Und da werde es ganz schnell irrational: "Die konzentriert sich wahrscheinlich nur auf ihre Kinder." - "Bestimmt will der keinen eigenen Nachwuchs mehr." - "Sicher hat der vor lauter Alimenten kein Geld mehr für ein nettes Leben mit neuer Partnerin." Aha ...

Einmal den perfekten Partner, bitte

Vor einem zusätzlichen Problem steht, wer als Wochenend-Papa oder -Mama im Internet nach einem Partner sucht: Die große Auswahl an potenziellen Partnern in einer Datenbank wie Parship.de verleitet manchen dazu, die Suche immer weiter einzugrenzen. Das Überangebot birgt dann die Gefahr, die Messlatte allzu hoch anzusetzen. Single-Coach Veit: "Der Wunsch nach dem Traumprinzen oder der Traumprinzessin kann dazu führen, dass ausgerechnet der perfekte Partner links liegen gelassen wird, weil er oder sie ein Merkmal aufweist, das zumindest theoretisch Probleme bereiten könnte." Etwa Kinder mit dem/der Verflossenen.

Offen und ehrlich

Auf der anderen Seite rät die Psychologin Wochenendeltern auf Partnersuche, ihre Situation ruhig früh selbst zu thematisieren. Ein Satz wie "Die Wochenenden verbringe ich gern mit meiner 17-jährigen Tochter, die bei ihrer Mutter wohnt - trotz Trennung verstehen wir uns noch prima" könne schon im Mailverkehr helfen, Vorbehalte auszuräumen. Oder bauen Sie eine entsprechende Bemerkung gleich im "Ich über mich" ein - allerdings bitte auch nicht in Überdosis; es reicht, wenn ein einzelner Eintrag das Thema aufnimmt. Sie wollen ja in erster Linie als Mann/Frau und nicht als Vater/Mutter gesehen werden. Parship-Single-Coach Veit macht Mut: Sie habe in ihrer Praxis kaum noch mit Vorurteilen gegenüber Eltern zu tun. Im Gegenteil: "Inzwischen gehen nicht nur Singles, die selbst Kinder haben, oft gezielt auf die Suche nach Partnern mit Nachwuchs." Ein Imagewechsel? Für den eingangs zitierten Klaus gibt es also Hoffnung. Bleibt uns nur, den "Single-Eltern, deren Kinder beim Ex leben" zum Abschluss noch den versprochenen griffigeren Titel zu geben. Wie wäre es mit SEDKBIEPLUDMDSPZLK? Single-Eltern, deren Kinder bei ihrem Ex-Partner leben und die mit dieser Situation prima zurecht kommen. Klingt doch überzeugend.

Lili Totzeck/Parship

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