Sechs von zehn Schweizern glauben zwar an die Liebe auf den ersten Blick, bleiben aber realistisch

02.04.2021 Katharina Hemmelmair

In einer aktuellen repräsentativen Studie sagen 63 Prozent der Schweizer und Schweizerinnen, dass sie an die Liebe auf den ersten Blick glauben. Dennoch sind neun von zehn Befragten der Meinung, dass man einander öfter treffen muss, um beurteilen zu können, ob daraus etwas Ernstes werden kann. Knistert es nicht gleich beim ersten Date, ist das dann auch kein Anlass zu grosser Sorge: 80 Prozent glauben, dass sich bei gegenseitiger Sympathie das körperliche Begehren später einstellen kann. So eilt es 36% der Befragten beim ersten Date auch nicht mit dem Sex. Sie warten lieber ab, bis sich etwas Ernsthaftes entwickelt hat.

Zürich,

Wer sich auf Partnersuche begibt, ist relativ bald mit der Frage nach der körperlichen Anziehung konfrontiert. Lohnt es sich dranzubleiben, wenn man diese nicht gleich beim ersten Date verspürt? Oder soll man so rasch wie möglich Sex haben um herauszufinden, ob es mit dem Gegenüber körperlich passt? Wie eine neue, repräsentative Studie im Auftrag der Online-Partneragentur Parship.ch bei 1‘017 Frauen und Männern von 18 bis 69 Jahren in der Schweiz zeigt, sind die Schweizerinnen und Schweizer zwar romantisch und glauben an die Liebe auf den Ersten Blick (63%), dennoch verfügen sie über eine pragmatische Einstellung zur Liebe und zu körperlicher Anziehung:

  • Unabhängig von Geschlecht und Alter sind sich rund 89% der Befragten einig, dass man sich mehr als ein Mal treffen muss um beurteilen zu können, ob aus einer Bekanntschaft (mitsamt körperlicher Anziehung) etwas Ernstes werden kann.
  • 80% der Männer und 75% der Frauen halten es für möglich, dass sich bei gegenseitiger Sympathie die körperliche Anziehung auch später einstellen kann. Am wenigsten häufig glauben die 30-39-Jährigen daran (73%), am häufigsten die 40-49-Jährigen (82%) und Männer zwischen 18-49 Jahren (81%).

Dennoch bezweifelt fast die Hälfte der Befragten (49% Männer, 45% Frauen), dass bei fehlender körperlicher Anziehung beim ersten Date noch eine Beziehung daraus werden kann. Vor allem Männer und Frauen unter 50 Jahren sind häufiger dieser Meinung (51% bzw. 47%).

Erst Sex und dann Liebe? Oder erst Liebe und dann Sex?

In der Studie wurde auch das Sexualverhalten in Zusammenhang mit dem Thema Dating abgefragt. Dabei gaben die Befragten folgende Antworten:

  • 32% der Männer und 40% der Frauen warten mit dem Sex, bis sie das Gefühl haben, dass aus der Bekanntschaft etwas Ernstes wird. Das gilt am häufigsten für 18-29-Jährige (42%) und am seltensten für die 30-39-Jährigen (32%). Der grösste Unterschied liegt bei männlichen und weiblichen Singles (29% vs. 43%).
  • 32% der Männer und 22% der Frauen hatten schon mal Sex beim ersten Date, ohne dass daraus eine Beziehung wurde.
  • Bei rund einem Fünftel (22% Männer, 18% Frauen) ergab sich aber nach dem Sex beim ersten Date eine Beziehung.
  • 15% der Männer und 7% der Frauen geben an schnell Sex zu haben, um herauszufinden, wie gut man in dieser Hinsicht zusammenpasst.

„Erste und wichtigste Regel zu Sex ja oder nein beim ersten Date ist ganz simpel, nämlich dass es dazu überhaupt keine Regel gibt“, stellt Parship-Psychologin Dania Schiftan klar. „Und es sagt auch überhaupt nichts über eine Person aus, ob sie nun beim ersten Date Sex hat oder nicht.“

Der richtige Zeitpunkt sei dann, wenn einem selber danach ist. Also weder aus Gefälligkeit, einer Erwartungshaltung des Gegenübers noch einem sonstigen Grund heraus. Von Spielchen in Sachen Sex rät Schiftan hingegen eindeutig ab: „Das macht keinen Sinn und bringt beiden Parteien rein gar nichts.“

 

Über die Studie: Die Studie wurde vom 20. bis 29. November 2020 vom digitalen Markt- und Meinungsforscher Unternehmen marketagent.com durchgeführt. Befragt wurden 1017 Frauen und Männer von 18 bis 69 Jahren in der Schweiz (Westschweiz, Raum Zürich, Raum Bern, Ostschweiz, Mittelland, Zentralschweiz, Nordwestschweiz und Graubünden).