So schaffen es Paarbeziehungen in der Schweiz ohne Schaden durch den Pandemie-Winter

29.11.2020 Katharina Hemmelmair

Wie eine neue, repräsentative Studie der Online-Partneragentur Parship.ch bei rund 1‘000 Frauen und Männern in der Schweiz zeigt, pflegen Paare mit starker Partnerschaft einen respektvollen Umgang miteinander, stärken sich gegenseitig den Rücken und lassen sich ausreichend Freiraum. Lügen, Respektlosigkeit und Untreue hingegen schwächen Beziehungen. Wie lassen sich all diese Eigenschaften nun mit den gegenwärtigen Umständen vereinbaren? Und wie können Partnerschaften ohne starke Basis trotzdem überleben?

Zürich,

Gemäss der neusten repräsentativen Studie der Online-Partneragentur Parship.ch bei rund 1‘000 Frauen und Männern in der Schweiz, werden bei Paaren mit starker Partnerschaft folgende Eigenschaften beobachtet:

  • Sie pflegen einen respektvollen Umgang miteinander (f 69%, m 58%)
  • Sie stärken sich gegenseitig den Rücken (f 63%, m 55%)
  • Sie lassen sich gegenseitig ausreichend Freiraum (f 54%, m 53%)
  • Sie können gemeinsam gut lachen (f 57%, m 49%)
  • Sie wollen ihren Partner nicht verändern, sondern akzeptieren ihn, wie er ist (f 52%, m 41%)
  • Sie wirken als Paar ausgeglichen und gelassen (f 52%, m 41%)

Schon in normalen Zeiten ist es nicht einfach, eine Partnerschaft so zu pflegen, dass diese wichtigen Kriterien erfüllt werden. Wie also soll es in den gegenwärtigen Zeiten gelingen, gerade auch in Hinsicht auf den bevorstehenden Winter? Dazu Parship.ch- Psychologin Dania Schiftan: „Tatsächlich verbringen viele Paare mehr Zeit miteinander als vor der Pandemie, sitzen wegen Homeoffice vielleicht gar richtig eng aufeinander. Das kann zu Spannungen führen, muss aber nicht. Wer eine starke Partnerschaft führt, schafft es auch, sich ganz bewusst so zu adaptieren und zu organisieren, dass die Partnerschaft weiterhin gut gemeistert werden kann.“

Die Gefahr eine Beziehung (weiter) zu schwächen, sieht Schiftan vor allem bei denjenigen, die schon vor der Pandemie mit einem oder mehreren der oben genannten Punkte Mühe hatten: „Bei diesen Paaren lautet die Frage, ob sie willens sind, an sich zu arbeiten. Wer die Beziehung schleifen lässt, wird seine Probleme dadurch eher verstärken.“

Befragt danach, was Beziehungen besonders schwächt, wurden folgende Punkte genannt:

  • Lügen (f 79%, m 65%)
  • Respektlosigkeit (f 80%, m 63%)
  • Untreue (f 72%, m 63%)
  • Nicht miteinander zu reden (f 71%, m 58%)
  • Desinteresse am Partner (f 63%, m 48%)
  • Egoismus/eigene Interessen immer voranstellen (f 59%, m 51%)
  • Nicht zum Partner stehen (f 59%, m 50%) – Abwertungen (f 58%, m 44%)
  • Blosstellen vor anderen (f 48%, m 43%)

„Es lässt sich nicht schönreden, dass all diese Eigenschaften durch die gegenwärtigen Umstände verstärkt werden können“, sagt Dania Schiftan. „Ich beobachte in meiner Praxis aber auch ein vermehrtes sich darauf Besinnen, was man hat. Indem man zum Beispiel dank mehr Nähe neue Seiten beim Partner entdeckt, die einem vorher gar nicht so aufgefallen sind. Oder die Leute realisieren, dass die eine oder andere Eigenschaft des Partners, der Partnerin gar nicht so schlimm ist, wie man immer gemeint hat. Auf jeden Fall lässt sich sagen, wenn es hart auf hart kommt wie in den jetzigen Zeiten, werden viele pragmatischer und sehen nicht mehr nur Schwarz oder Weiss.“

 

Über die Studie: Die Studie wurde vom 29. Juni 2020 bis 02. Juli 2020 vom digitalen Markt- und Meinungsforscher Unternehmen marketagent.com durchgeführt. Befragt wurden 1.008 Personen, davon 659 aktuell in einer Partnerschaft, im Alter von 18 bis 69 Jahren in der Schweiz (Westschweiz, Raum Zürich, Raum Bern, Ostschweiz, Mittelland, Zentralschweiz, Nordwestschweiz und Graubünden).