Umwelt- und Klimaschutz durchdringen auch die Liebesbeziehungen in der Schweiz

11.08.2019 Katharina Hemmelmair

Umweltschutz, gesunde Ernährung und Klimaschutz haben einen Einfluss auf Liebesbeziehungen. Wie die repräsentative Studie zeigt, legen Schweizer und Schweizerinnen in ihrer Partnerschaft grossen Wert auf eine ähnliche Haltung hinsichtlich nachhaltiger Lebensweise. Das geht einher damit, dass sich das Verhalten der Bevölkerung punkto Nachhaltigkeit im Vergleich zu vor fünf Jahren generell stark verändert hat.

Zürich,

In der von Parship.ch in Auftrag gegebenen Studie wurde abgefragt, worauf man hinsichtlich einer bewussten Einstellung zum Thema Nachhaltigkeit bei einem (potentiellen) Partner am meisten Wert legt. Wie die Ergebnisse zeigen, ist für die Schweizer und Schweizerinnen eine ähnliche Haltung betreffs bewusstem Umgang mit Umwelt, Ernährung und Gesundheit besonders wichtig. Dabei haben Recycling, Abfallvermeidung und Verzicht auf Plastik den höchsten Stellenwert. Eine ähnliche Einstellung zu Alkohol und Zigaretten sind für rund zwei Drittel wichtig. Und auf eine ähnliche Haltung bezüglich Mobilität legt mehr als die Hälfte Wert. Aspekte der Ernährung (tierische Produkte, Fastfood etc.) haben die geringste Bedeutung.

  • Recycling (37%), Abfallvermeidung (32%) und den Umgang mit Plastik (24%) sind Themen, bei denen sich die Befragten auf jeden Fall eine Übereinstimmung mit dem Partner wünschen.
  • 37% der Befragten ist es sehr wichtig, dass der Partner die gleiche Einstellung zum Rauchen hat und 26% legen Wert auf eine gleiche Haltung bezüglich Alkoholkonsum.
  • Vor allem Frauen und Ü50 legen mehr Wert auf Übereinstimmung mit einem Partner als die übrigen Gruppen.

Bei der Nachhaltigkeit passt man sich dem Partner gerne an

Auch wenn sich viele nicht von selbst dazu aufraffen können gesünder und ressourcenschonender zu leben, würden einem Partner zuliebe viele der Befragten versuchen, diesbezüglich ein «besserer Mensch» zu werden.

  • Die höchste Zustimmung haben die Themen Recyling (48%), Abfallvermeidung (42%) und Vermeidung von Plastik (39%).
  • Selbst wenn es um Ernährungsgewohnheiten oder Mobilität geht ist ein Grossteil bereit, sich einem Partner anzupassen, der einen bewussten Lebensstil hat. 27% würden auf Take-Away Essen verzichten, 28% auf Fastfood, beim Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten würden sich zumindest 21% bzw. 19% einschränken.
  • Frauen würden sich in allen Bereichen viel häufiger «auf jeden Fall» auf eine nachhaltigere Lebensweise des Partners einlassen, genauso wie die Ü50. Bei den U29 sind es vor allem die Themen Recycling, Fischkonsum, Verwendung von Individualverkehr, Fleischkonsum und vegane Ernährung, bei denen sie überdurchschnittlich oft mit «auf jeden Fall» geantwortet haben.

Gemäss Parship.ch-Psychologin Barbara Beckenbauer ist die Bereitschaft sich, an die Wünsche und Vorstellungen eines (neuen) Partners anzupassen, grundsätzlich eher gering ausgeprägt, da jeder befürchtet seine Individualität einzubüssen. Dies scheint jedoch anders zu sein, wenn es einen bewussten Umgang mit der Umwelt, Ernährung oder eine nachhaltige Lebensweise betrifft.
Beckenbauer erklärt dies wie folgt: «Viele wünschen sich eine Verhaltensänderung, scheuen aber den Aufwand, der damit verbunden ist. Hätten sie aber jemanden, der sie mitzieht und motiviert, wären viele Menschen offen, einem Partner zuliebe ein gesünderes und ökologisch bewussteres Leben zu führen. Insgesamt scheint es, dass Nachhaltigkeitsthemen in der Schweiz voll und ganz angekommen sind und auch in Liebesbeziehungen von grosser Relevanz sind.»

Nachhaltigkeit im Alltag hat stark zugenommen

In der Studie von Parship.ch wurde auch abgefragt, wie sich das Verhalten der Bevölkerung hinsichtlich Nachhaltigkeitsthemen innerhalb der letzten fünf Jahre generell verändert hat. Fazit:

  • 61% verwenden weniger Plastik als noch für fünf Jahren
  • 56% achten stärker auf Recycling
  • 48% konsumieren weniger Fastfood
  • 41% konsumieren weniger Alkohol
  • 40% achten stärker auf Abfallvermeidung
  • 38% konsumieren weniger Fleisch
  • 35% rauchen weniger
  • 32% reisen weniger mit dem Flugzeug
  • 29% brauchen weniger das Auto
  • 21% konsumieren weniger Fisch
  • 20% kaufen mehr nachhaltig produzierte Kleider
  • 19% essen weniger andere tierische Produkte (als Fleisch)

Gemäss der Studie ist der bewusste Umgang mit Umwelt, Ernährung und Klima ein Trend, der besonders stark bei Frauen und bei über 50-Jährigen beobachtet werden kann, insgesamt aber alle Bevölkerungs- und Altersschichten erfasst hat. Dazu Parship.ch-Psychologin Barbara Beckenbauer: «Frauen interessieren sich seit jeher mehr für Gesundheits- und Ernährungsthemen. Die Studie zeigt aber auch, dass sich immer mehr Männer affin zeigen gegenüber Nachhaltigkeitsthemen. Nachvollziehbar ist ausserdem, dass die 30-50-Jährigen etwas zögerlicher sind: sie sind familiär und beruflich stärker eingespannt und haben deshalb im Augenblick andere Prioritäten.» 

 

Über die Studie: Die Studie wurde im Auftrag von Parship.ch vom 5. bis 10. Juli 2019 vom digitalen Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com durchgeführt. Befragt wurden 500 Frauen und 500 Männer von 18 bis 69 Jahren in der Schweiz (Westschweiz, Raum Zürich, Raum Bern, Ostschweiz, Mittelland, Zentralschweiz, Nordwestschweiz und Graubünden).