Künstler legen bei der Partnersuche den grössten Wert aufs Aussehen, Ärzte auf die Sexualität

19.04.2019 Katharina Hemmelmair

Wie wichtig das Aussehen der Partnerin oder des Partners ist, das unterscheidet sich nicht nur von Person zu Person oder von Geschlecht zu Geschlecht. Auch bei einem Vergleich verschiedener Berufsgruppen zeigen sich Unterschiede bezüglich des Stellenwerts, den das Aussehen eines potenziellen Partners oder einer potenziellen Partnerin hat. Dies zeigt eine neue Studie der Online-Partnervermittlung Parship.ch, die auf einer anonymisierten Auswertung der Schweizer Mitgliederdaten beruht. Besonders wichtig ist das äussere Erscheinungsbild bei der Suche nach einer neuen Partnerin für Architekten, Journalisten, Künstler und Juristen sowie bei der Suche nach einem neuen Partner für weibliche Hotel-Angestellte.

Zürich,

Gefragt danach, was punkto Attraktivität am ehesten interessiert, geben männliche Singles (57%) deutlich öfter «das äussere Erscheinungsbild» an als Frauen (39%). Allerdings gibt es diesbezüglich auch unter den Männern verschiedene Ansichten – je nachdem, welcher Berufsgruppe sie angehören. Am meisten achten das Aussehen einer potentiellen Partnerin:

  • Künstler (66%)
  • Journalisten (65%)
  • Kaufmännische Angestellte (65%)
  • Juristen (64%)
  • Unternehmer (64%)
  • Architekten (63%)
  • Ärzte (63%)

Bei den Frauen sind es vor allem die weiblichen Angestellten aus dem Gastro- und Hotelgewerbe, die bei der Partnerevaluation mehr als andere Berufsgruppen auf das äussere Erscheinungsbild achten (47%). Am wenigsten kümmern sich Informatikerinnen (25%), ge- folgt von Ingenieurinnen (30%), Künstlerinnen (31%) und Ärztinnen (33%) um das Aussehen eines potentiellen Partners.

Dazu Parship-Psychologin Barbara Beckenbauer: «Frauen sind grosszügiger, wenn es um Äusserlichkeiten geht. Sie urteilen weniger schnell und sind offener für innere Schönheit. Das ist klug, denn viele Menschen beginnen erst auf den zweiten oder gar dritten Blick ihr volles Potenzial zu entfalten.»

Auffallend: Einige auf Äusserlichkeiten bedachte Berufsgruppen legen auch besonders viel Wert auf Sexualität. Bei der Frage, wie wichtig Sexualität sei in einer Partnerschaft, gaben 38% aller männlichen Respondenten «sehr wichtig» an. Am wichtigsten ist die Sexualität für folgende drei Berufsgruppen:

  • Ärzte (48%)
  • Künstler (46%)
  • Journalisten (46%)

«Wer sich als sexuell aktive Person beschreibt und der Sexualität einen hohen Stellenwert einräumt, der achtet automatisch auf ein attraktives und gepflegtes Äusseres, sowohl bei sich als auch dem Partner. Deshalb erstaunt es nicht, dass hier ein Zusammenhang be- steht», sagt dazu Barbara Beckenbauer.

Bei den Frauen gaben lediglich 29% an, dass ihnen die Sexualität sehr wichtig sei. Über diesem Durchschnittswert liegen nur Ingenieurinnen (35%) und Künstlerinnen (34%) – zwei Berufsgruppen, denen das äussere Erscheinungsbild beim potentiellen Partner nicht so wichtig ist. Ein Widerspruch, gerade im Vergleich mit den Männern? «Nein», findet Parship-Psychologin Barbara Beckenbauer. «Frauen sind vielleicht etwas zurückhaltender und äussern ihre Wünsche zur Sexualität weniger eindeutig als Männer. Das muss nicht zwingend heissen, dass sie grundsätzlich weniger Wert auf Sexualität legen.»

 

Über die anonyme Auswertung von Mitgliederdaten: Die Auswertung der Parship-Datenbank wurde im Oktober 2018 nach den folgenden Berufsgruppen und Geschlechtern in der Schweiz ausgewertet: Angestellte im Hotel und Gastgewerbe, Architekten, Ärzte, Beamte, Handwerker, Juristen, Kaufmännische Ange- stellte, Künstler, Medizinische Berufe, Pädagogen, Polizisten, Informatiker, Ingenieure, Journalisten, Techniker, Unternehmer und Sonstige.