Heimwerker sind begehrt

06.08.2017 Katharina Hemmelmair

Schweizer scheuen sich nicht, sich bei Reparaturen im Haushalt die Hände schmutzig zu machen: Knapp ein Viertel behauptet, so gut wie alles im Haushalt selbst reparieren zu können, jeder Zweite hat keine Hemmungen, es zumindest zu versuchen, auch wenn es nicht immer klappt. Potentielle Partner punkten mit Kochen, Putzen oder Glühbirnen tauschen. Dies ergab eine schweizweite, repräsentative Umfrage bei 1‘500 Deutsch- und Westschweizern im Alter zwischen 18 und 69 Jahren.

Zürich,

Männer aufgepasst: Frauen stehen auf Männer, die die Dinge im Haus selbst reparieren und keine Angst davor haben, sich schmutzig zu machen. 61% finden das sexy; 30% aber nur, wenn er auch weiss, was er tut und die Reparatur erfolgreich beendet. Auf der anderen Seite finden nur 41% der Männer Do-it-Yourself-Ladies attraktiv. Und 21% auch nur dann, wenn die Frau über das Know-how verfügt, es richtig zu machen. Diese lassen sich aber davon nicht beirren: 56 Prozent der Frauen versuchen alles zu reparieren, auch wenn es nicht immer gelingt. Die Männer sind in dieser Hinsicht selbstbewusster – rund jeder Dritte gibt an (so gut wie) alles im Haushalt reparieren zu können.

Am besten kommen handwerkelnde Partner bei den Zürchern und Ostschweizern an, während sie in der Romandie am wenigsten Bewunderung hervorrufen.

Partner soll neben Reifen wechseln und Parkett verlegen auch Kochen und Putzen

Grundsätzlich liegt die Erwartungshaltung bei Männern tiefer als bei Frauen: So erwarten 23% der Männer – aber nur 14% der Frauen – keine speziellen Fähigkeiten von ihren Partnern. Wenn schon einen Wunsch frei, dann hätten Männer am liebsten eine Partnerin, die kochen und den Haushalt erledigen kann. Handwerkliche Fähigkeiten erwarten die wenigsten von ihr. Rund zwei von drei Frauen wünschen sich von einem Partner, dass er Möbel zusammenbauen, Lampen und Bilder aufhängen oder Glühbirnen wechseln kann. Doch genauso sehr stehen Kochen und Hausarbeiten erledigen weit oben auf ihrer Wunschliste.

Mag sein, dass es an den hohen Preisen für Restaurantbesuche und Putzpersonal liegt, aber mit Abstand am häufigsten wünschen sich Zürcher – zusammen mit den Mittelländern – vom Partner, dass er oder sie kochen (68%) und Haushaltsarbeiten wie Putzen (66%) erledigen kann. Bei den Romands ist dieser Wunsch nur bei 56% bzw. 48% vorhanden.

Do-it-Yourself – das gilt sowohl fürs Glühbirnen tauschen als auch den Haushalt

Gefragt, welche Arbeiten sie selbst erledigen, wenn sie denn anfallen, bleibt die klassische Mann/Frau-Rollenverteilung zwar erhalten, aber die Geschlechter nähern sich einander lang- sam an. Während beim Austauschen von Glühbirnen oder bei der Gartenarbeit nahezu 2 Gleichstand herrscht, wagen sich Frauen noch etwas weniger häufig an handwerkliche und mit Elektrik verbundene Aufgaben heran als Männer. Bilder aufhängen oder Möbel zusammenbauen ist aber für mehr als drei Viertel von ihnen ebenfalls kein Problem. Männer wiederum schmeissen den Haushalt seltener selbst als Frauen. Dennoch kochen bzw. putzen 77% von ihnen oder waschen und bügeln die eigene Wäsche (62%).

Für Parship-Psychologin Barbara Beckenbauer ist dies eine Entwicklung, die sich Ihrer Meinung nach noch verstärken wird: „Wir haben immer mehr Single-Haushalte in der Schweiz. Da bleibt oft nur die Wahl, etwas selbst zu machen oder die Dienstleistung dafür teuer ein- zukaufen. Ist man in einer Partnerschaft, überlässt man dem Partner oft aus Bequemlichkeit den „Vortritt“ bei Fertigkeiten, die „typisch männlich“ oder „typisch weiblich“ sind. Doch haben mittlerweile viele Frauen gemerkt, dass gewisse Reparaturen, die man sonst dem Vater, Bruder oder Partner überlassen hat, durchaus Spass machen und auch kein Ingenieursstudium erfordern, während das Kochen und Putzen für viele Männer kein unüberwindbares Hindernis mehr darstellt.“