Schweizer Single-Männer wollen in den Ferien keinen kühlen Kopf bewahren

28.07.2016 Katharina Hemmelmair

In der Ferienzeit haben Schweizer Single-Männer ihre Antennen auf maximalen Empfang gerichtet: Zwei Drittel von ihnen sind offen für einen heissen Flirt oder ein sexuelles Abenteuer. Über die Hälfte von ihnen hätte auch nichts dagegen einzuwenden, sich Hals über Kopf zu verlieben. Und wenn dies tatsächlich passieren sollte, würden sie diese Ferienliebe auch in den Alltag retten wollen. Im Gegensatz zu den Single-Frauen, von denen viele solche Gefühle von Anfang an nicht zulassen würden. Dies ergab eine schweizweite, repräsentative Umfrage bei 504 Deutsch- und Westschweizer Singles im Alter zwischen 18 und 69 Jahren.

Zürich,

Schweizer Singles sind in den Ferien alles andere als schüchtern: Die überwiegende Mehrheit (82%) ist offen für freundschaftliche Begegnungen mit neuen Menschen. Zwei Drittel der Männer (65%), aber nur ein Drittel der Frauen (36%) sind auch für einen heissen Flirt zu haben. Und deutlich mehr Single-Männer als -Frauen (55% bzw. 41%) hätten nichts dagegen, in den Ferien der grossen Liebe zu begegnen. Zwei Drittel der Männer sind durchaus auch offen für ein sexuelles Abenteuer. Von den Single-Frauen würden sich lediglich 17% darauf einzulassen.

Wenn das Herz in den Ferien die Oberhand gewinnt

Doch was würden Schweizer Singles tun, wenn Amors Pfeil in den Ferien im Ausland tat- sächlich ins Schwarze trifft? Rund die Hälfte der Singles (Männer 57%, Frauen 49%) würde den Kontakt zum neuen Partner auch nach den Ferien so gut wie möglich aufrecht er- halten. Einige Wenige würden versuchen, die neue Liebe möglichst bald in die Schweiz zu holen (7%) oder aber gleich alle Zelte abbrechen, um zum neuen Partner oder zur neuen Partnerin zu ziehen (3%).

Parship-Psychologin Barbara Beckenbauer zu den Gründen, warum wir uns in den vermeintlich unpassendsten Situationen verlieben: „Man ist in den Ferien und plötzlich „schlägt der Blitz ein“. Dies ist kein Zufall! Wissenschaftler vermuten dahinter die Hormone. Und zwar den körpereigenen Botenstoff Dopamin, im Volksmund auch „Glückshormon“ genannt. Das Dopamin beeinflusst Wahrnehmungen und Gefühle wie Freude, Glück und Zuversicht. Aussergewöhnliche Ereignisse – wie zum Beispiel Ferien – verursachen einen positiven Stress. Dadurch steigt der Dopaminspiegel an und der Mensch wird enthemmter – und damit auch „anfälliger“ dafür, sich Hals über Kopf zu verlieben.“

Doch sind wir gemäss Barbara Beckenbauer unseren Hormonen nicht vollständig ausgeliefert: „Was schlussendlich passiert, entscheidet jeder frei für sich. Rationale Menschen können ihre impulsiven Gefühle besser kontrollieren und lassen eher die Vernunft walten als emotionale.“

So sagen 44% der Single-Frauen, dass sie ihre Gefühle für eine Ferien-Liebe von vornherein nicht zulassen würden, weil sie nicht an den Erfolg solcher Beziehungen glauben. Männer sind da weniger pessimistisch: Bei ihnen würden lediglich 31% gegen ihre Gefühle ankämpfen.

Es gibt keine „typischen Single-Ferien“

Eine typische Art und Weise, wie Schweizer Singles ihre Ferien am liebsten verbringen, gibt es nicht. Jeder fünfte Singlemann (21%) verreist zum Beispiel bevorzugt alleine in die Ferien. Bei den Singlefrauen machen dies nur 8% gerne, jede Fünfte verbringt die Ferien am liebsten in Gesellschaft ihrer Familie (Männer 14%). Rund jeder zehnte Single nutzt die Ferien, um diese auf Besuch bei Freunden zu verbringen. Am wenigsten gefragt sind organisierte Ferien: Nur 3% schliessen sich am liebsten einer Reisegruppe an. Die Hälfte der befragten Singles aber hat keine besonderen Präferenzen und fährt je nach Lust, Laune und Gelegenheit mal mit Freunden, Familie oder auch ganz alleine in die Ferien.