Liebe im Büro – Wenn der Arbeitsplatz zum Angelplatz wird

08.11.2012 Katharina Hemmelmair

Eine aktuelle Umfrage von Parship.ch bei 1’024 Deutschschweizer Singles ergab: Der Flirt im Büro ist keine Ausnahme. Mehr als ein Drittel (37%) der befragten Singles hat bereits Erfahrung mit einer längeren Beziehung oder einer Affäre am Arbeitsplatz. Alle anderen hätten nichts dagegen, den Partner im eigenen Unternehmen kennenzulernen. In der Tourismusbranche und dem Transportwesen ist das Potential am höchsten, nette Singles kennenzulernen. Langfristige Partnerschaften ergeben sich am häufigsten in der IT-Branche.

Zürich,

Schweizer Singles verbringen ihre Tage im Büro mit weitaus mehr als nur mit arbeiten: nur jede(r) Siebte (16%) gibt an, sein Berufsleben  streng von seinem Privatleben zu trennen. Vielen dient der Arbeitsplatz häufig auch als Drehscheibe für Liebesbeziehungen. Eine Studie der Online-Partneragentur PARHSIP.ch verrät: Rund jede(r) Vierte (23%) war bereits in einer längeren Beziehung mit einem Arbeitskollegen oder einer Arbeitskollegin.

13% der Befragten haben schon Erfahrung mit einer Affäre am Arbeitsplatz sammeln können, für weitere 14% ist es nur beim Schwärmen für den Kollegen oder die Kollegin geblieben. Alle anderen (30%), die das Liebesglück am Arbeitsplatz noch nicht gefunden hat, hätten jedoch nichts dagegen, dort den zukünftigen Partner kennenzulernen.

PARSHIP-Psychologin Barbara Beckenbauer: „Wir verbringen rund einen Drittel unseres Tages bei der Arbeit, da überrascht es wenig, dass man sich den Arbeitsalltag mit einem kleinen Flirt bis hin zu einer möglichen Beziehung versüsst. Hinzu kommt, dass Arbeitskollegen oft gemeinsame Interessen teilen, da die Berufswahl schon viel über eine Person und ihren Charakter aussagt. Eine erste Selektion wird so möglicherweise von der Berufswelt begünstigt.“

Und was hält der Arbeitgeber von der Romanze am Arbeitsplatz? Fast die Hälfte (48%) der befragten Singles ist überzeugt, ihr Unternehmen oder ihr Chef hätten nichts gegen Beziehungen am Arbeitsplatz einzuwenden. Rund ein Drittel (36%) gibt an, ihre Firma wäre zwar offen für Liebesbeziehungen, hätte diesbezüglich aber feste Regeln eingeführt. Nur 16 Prozent der Befragten denken, ihr Arbeitgeber würde die Liebe unter Arbeitskollegen nicht tolerieren.

Am häufigsten knistert es in der Consulting-Branche und dem Gesundheitswesen

Am ehesten sehen Arbeitnehmer aus der Transportbranche (20%) oder der Tourismusbranche (19%) genügend Möglichkeit, am  Arbeitsplatz nette Singles kennenzulernen. Am pessimistischsten sind diesbezüglich Singles in der Baubranche (2%), im Consulting (6%) und in Gewerbe- und Industriebetrieben (7%). Über alle Branchen hinweg beklagen sich denn auch 89% der Arbeitnehmer, dass sie keine oder selten die Möglichkeit haben, bei der Arbeit interessante Singles zu treffen.

Doch gefragt nach den bisherigen Erfahrung auf diesem Gebiet, sprechen die Zahlen eine andere Sprache: Auf der Suche nach einem festen Partner sind die Singles bisher am häufigsten in der IT-Branche fündig geworden (30%), gefolgt von der Consulting-Branche (28%), der öffentlichen Verwaltung (27%) und dem Gesundheitswesen (26%). Auf eine Affäre zurückblicken können am ehesten Singles aus der Bank- und Versicherungsumgebung (21%), dem Consulting, dem Detailhandel und dem Bauwesen (je 18%).

Von denjenigen, die noch keine romantische Erfahrung am Arbeitsplatz gemacht haben, hätten vor allem Singles aus der IT-Branche und der öffentlichen Verwaltung nichts dagegen einzuwenden, ihren zukünftigen Partner am Arbeitsplatz kennenzulernen (37% bzw. 35%). Kein Interesse hingegen zeigen sie an Affären mit Arbeitskollegen (0% bzw. 2%), ähnlich wie die Singles aus der Bank- und Versicherungsbranche (0%) und dem Transportwesen (2%). Über alle Branchen hinweg liebäugeln lediglich 4% mit einer Affäre am Arbeitsplatz.

PARSHIP-Psychologin Barbara Beckenbauer erstaunt dies nicht: „So prickelnd ein Verhältnis am Arbeitsplatz auch sein kann, so birgt es doch auch gewisse Risiken, wenn es mal nicht mehr gut läuft. Die meisten Arbeitnehmer sind gewillt, dieses Risiko für eine feste Partnerschaft einzugehen. Für eine Affäre ist ihnen der Einsatz aber zu hoch.“