Die flirtfreudigsten Schweizer leben in der Ostschweiz

14.02.2012 Katharina Hemmelmair

In der Ostschweiz und in Bern flirtet es sich am einfachsten: 43% der Berner und 41% der Ostschweizer finden, dass bei ihnen die Männer und Frauen gerne flirten. Vor allem Ostschweizerinnen und Ostschweizer flirten gerne aus Spass, während Zürich für Flirtwillige ein hartes Pflaster ist. Die Hälfte der Befragten gab an, beim Flirten eher unsicher oder zurückhaltend zu sein. Dabei wäre es so einfach: bei 57% der Männer und Frauen würde es schon genügen, sie einfach nur nett anzusprechen. Dies ergab eine repräsentative Um-frage der führenden Online-Partneragentur Parship.ch im Dezember bei insgesamt 1’009 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren in der deutschen und französischen Schweiz.

Zürich,

Wenn sich heute Millionen von Liebenden gegenseitig mit Aufmerksamkeit und Geschenken überhäufen, werden viele Singles sich nach einem eigenen Valentine sehnen. Für diejenigen, die bisher zu schüchtern waren, um mit dem anderen Geschlecht zu flirten, könnte sich zum Üben ein Abstecher in die Ostschweiz lohnen.

Ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer (35%) hat die Erfahrung gemacht, dass in der Schweiz gerne geflirtet wird, allen voran die Berner (43%) und die Ostschweizer (41%). Gefragt, nach den Gelegenheiten, bei denen geflirtet wird, überraschen vor allem die Ostschweizer: 28% von ihnen haben Spass am Flirten um des Flirtens Willen und weitere 32% werden sofort aktiv, wenn sie vom Gegenüber mit einem Lächeln oder Augenzwinkern ermutigt werden. Gesamtschweizerisch lassen sich dagegen nur 23% von einem Lächeln motivieren und lediglich 15% flirten aus Spass.

Zürich scheint fürs Flirten ein schwieriges Pflaster zu sein: beklagen sich die Zürcher doch mehr als andere, dass man sein Gegenüber sehr intensiv anflirten muss, bevor eine Reaktion kommt oder dass viele Männer und Frauen gar nicht flirten wollen. Flirten ohne konkrete Absicht ist in der Westschweiz nur bei 7% der Befragten beliebt und ein Drittel (33,6%) gab sogar an, am Flirten überhaupt nicht interessiert zu sein (Gesamtschweizerisch 25%).

Do’s und Don’ts des Flirtens

Um beim Flirten erfolgreich zu sein, gilt es jedoch einige Do’s und Don’ts zu beachten. Fast zwei Drittel der Männer (60%) sind offen für Flirtversuche, wenn Frau sie einfach nett anspricht bzw. sie mit einem Lächeln oder einem Blick zur Kontaktaufnahme auffordert (44%). Auch die Hälfte der Frauen (52%) zeigt sich flirtwillig, wenn sie von einem Mann nett angesprochen werden. Fast so gut (46%) kommt Humor bei ihnen an, wenn z.B. der Mann sie mit einem witzigen Spruch oder einer Geste zum Lachen bringt.

Allergisch reagieren Männer (54%) wie Frauen (59%), wenn ihr Gegenüber nur über den oder die Ex spricht. Verderben kann Mann es sich auch mit den Frauen, wenn er sie zu schnell anfasst oder sie nach ihrem materiellen Status aushorcht (je 58%). Auch wird er kaum erfolgreich flirten, wenn er nur über sich selbst spricht (51%). Männern vergeht die Lust am Flirten ebenfalls, wenn Frauen sich vor allem nach ihrem Geld, Auto oder Job erkundigen (54%). Erfolgreich vergraulen kann Frau einen Mann zudem, wenn sie ihm alle ihre Probleme erzählt (42%) oder nur über sich selbst spricht (36%).

PARSHIP-Psychologin Barbara Beckenbauer meint dazu: „Bei Männern wirkt ein lockeres und nicht zu forciertes Auftreten am besten. Wenn sie eine Frau natürlich und unverkrampft ansprechen, wird einem netten Flirt nichts im Wege stehen. Andererseits sollten sich auch Frauen öfters einen Ruck geben und aktiv werden oder zumindest auf eher dezente Flirtsignale eingehen um den Männern Mut zu machen. Denn meist läuft es immer noch so ab, dass die Männer die Frauen ansprechen.“

Grundsätzlich ist die Hälfte der Befragten (49%) aber mit der Flirtfreudigkeit der Schweizer Bevölkerung zufrieden. Nur 19% würden sich wünschen, die Schweizer wären diesbezüglich eher wie die Italiener, die Spanier (12%) oder die Franzosen (10%).