Berner lösen Ostschweizer als zufriedenste Schweizer ab

20.03.2012 Katharina Hemmelmair

Vier Fünftel (83%) der Schweizer Bevölkerung sind zufrieden mit ihrem Leben. Dies hat sich seit der letztjährigen Parship-Studie nicht verändert. Neu ist aber, dass die Ostschweizer als letztjährige Spitzenreiter punkto Zufriedenheit hinter die Berner, Zürcher und Mittelländern zurückgefallen sind. Das ergab die repräsentative Umfrage der führenden Online-Partneragentur Parship.ch bei insgesamt 1’009 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren in der deutschen und französischen Schweiz.

Zürich,

Die zufriedensten Schweizerinnen und Schweizer sind immer noch liiert und über 60 Jahre alt. 98% der 60 bis 69-Jährigen gaben an, zurzeit zufrieden zu sein, die Hälfte von Ihnen ist sogar „sehr zufrieden“ mit ihrem Dasein. Den zweiten Platz belegen die 30 bis 39-Jährigen mit einem Zufriedenheitswert von 84%. Auf dem letzten Platz findet sich – wie bereits im Vorjahr – die Altersgruppe der 18 bis 29-Jährigen mit 78%.

Lebten die glücklichsten Schweizerinnen und Schweizer bei der letztjährigen Befragung noch in der Ostschweiz, sind es neu die Berner (90%), Zürcher (86%) und Mittelländer (84%), die die Zufriedenheitsskala anführen. Konstant geblieben sind die Zufriedenheitswerte bei den Welschen: wie bei der letztjährigen Umfrage sind rund drei Viertel (78%) mit ihrem Dasein zufrieden, liegen damit aber am deutlichsten unter dem landesweiten Zufriedenheitsdurchschnitt von 83%.

Auch die Zweisamkeit fördert die Zufriedenheit, gaben doch 88% der Liierten an, glücklich zu sein, während es bei den Singles 73% sind. Am glücklichsten sind in einer Partnerschaft lebende Bernerinnen und Berner: 95% sind zufrieden, 36% von ihnen sogar „sehr zufrieden“ mit ihrem Leben. Singles hingegen sollten einen Umzug ins Mittelland ins Auge fassen, denn dort fühlen diese sich am wohlsten (82%).

Zufriedenheit der Zürcher am stärksten gestiegen

Gerade im interkantonalen Vergleich entwickelte sich seit der letztjährigen Umfrage die Zufriedenheit in den verschiedenen  Lebensbereichen unterschiedlich. „Sehr zufrieden“ waren vor allem die Bernerinnen und Berner mit der Partnerschaft (von 43% auf 52%) und dem Job (von 27% auf 31%). Bei den Zürchern, die letztes Jahr noch unter dem landesweiten Zufriedenheitsdurchschnitt lagen, haben sich – ausser bei der Wohnsituation und der Partnerschaft – alle Werte verbessert, allen voran die Zufriedenheit mit der Familie (von 33% auf 44%), dem Freundeskreis (von 33% auf 40%), dem Job (von 26% auf 31%) und der finanziellen Situation (von 17% auf 24%). Die Mittelländer verdanken ihren dritten Platz vor allem der markant gestiegenen Zufriedenheit mit der Jobsituation (von 17% auf 28%), fühlten sich aber in Bezug auf ihren Freundeskreis weniger wohl als letztes Jahr (von 35% auf 23%).

In der Westschweiz wich die Zufriedenheit bei den einzelnen Faktoren nur unwesentlich vom Vorjahr ab, bis auf zwei Ausnahmen: „Sehr zufrieden“ mit dem Job sind nur noch 16% der Welschen (Vorjahr 21%), doch stieg ihre Zufriedenheit umso deutlicher mit dem
Freizeitangebot (von 15% auf 27%).

Im Gegensatz zu den anderen Regionen, bei denen die Zufriedenheit in manchen Lebensbereichen markant gestiegen ist, blieben bei den Ostschweizern die Werte nur bei der Partnerschaft und der Sexualität („sehr zufrieden“ 49% bzw. 28%) gleich. In allen anderen Bereichen zeigten sich die Ostschweizer weniger glücklich als letztes Jahr.

Jugendliche am unzufriedensten mit der finanziellen Situation

Auch innerhalb der Alterskategorien hat sich die Zufriedenheit seit der letzten Umfrage unterschiedlich entwickelt: Vor allem 40 bis 49-Jährigen waren „sehr zufrieden“ in Bezug auf die Familie (von 31% auf 38%) und die Freizeitgestaltung (von 18% auf 28%). 30 bis 39-Jährigen zeigten sich vermehrt „sehr zufrieden“ mit der Partnerschaft (von 39% auf 46%), gleichzeitig sanken ihre Zufriedenheitswerte am deutlichsten von allen Altersgruppen beim Job (von 28% auf 22%) und beim körperlichen Wohlbefinden (von 26% auf 20%). Bei den 18 bis 29-Jährigen sank der Anteil derjenigen, die „sehr zufrieden“ mit ihrer finanziellen Situation waren, am meisten, und zwar von 16% auf 10%.