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Single-Leben

Von der Kunst schriftlicher Gesprächsführung

Wer hoffnungsvoll und mit Mühe jemanden im Internet kontaktiert, erhofft sich mehr, als nur die Beantwortung seiner Fragen. Warum ist schriftliche Kommunikation so schwer und wie hält man ein Gespräch lebendig?

Junge Dame im Freien am Laptop Schriftliche Kommunikation ist nicht immer leicht  –   © fotolia

Kennen Sie das? Sie bekommen einen Matching-Vorschlag und begeben sich mit Feuereifer daran, eine Nachricht zu verfassen, die ihresgleichen sucht. Sie stöbern durch das Profil des anderen, greifen Gesehenes auf, kommentieren Zitate und Lebensmottos und stellen Fragen zur Person. Nach einigen Tagen des Wartens kommt die lang ersehnte Reaktion - und die Ernüchterung ist gross.

Alle Fragen wurden beantwortet, aber die wenigen Zeilen, die vor Ihnen auf dem Bildschirm flimmern, bieten so gar keine Grundlage für eine Rückantwort. Keine Fragen zu Ihnen und Ihrer Person, kein verbaler Ball, der sich zurückspielen liesse - hat der andere denn gar kein Interesse an Ihnen?

So oder so ähnlich trägt es sich leider immer wieder zu, denn lebendige Kommunikation ist schon im realen Leben eine Kunst. Im Internet sind viele damit überfordert oder übersehen, dass das, was von Angesicht zu Angesicht funktioniert, für die virtuelle Welt nicht unbedingt geeignet ist. Denn schriftliche Kommunikation kann schnell zu Missverständnissen führen. Zu vieles fehlt - Gestik, Mimik, der Tonfall und die Möglichkeit noch einmal nachzufragen. Wer sich dennoch zunächst über das Internet austauschen möchte, bevor er seine Telefonnummer preisgibt, sollte darauf achten, dass das Feuer des Austausches stetig brennt - und dass aus dem (zunächst monologen) Akt des ersten Anschreibens schnell ein anregender Dialog wird.

Sehen Sie es sportlich

Ein Gespräch lebt vom Hin und Her, davon, dass beide Gesprächspartner Input geben und aufeinander eingehen - das Gesagte aufgreifen und verändert zurückspielen. Sehen Sie es also von der sportlichen Seite und beginnen Sie das verbale Pingpong mit einem guten Aufschlag: Eine Frage stellen kann jeder, aber wie wäre es, wenn Sie der Frage eine Aussage voranstellen? Erzählen Sie eine Anekdote aus Ihrem Leben, etwas, das sich zu der Fragestellung assoziieren lässt, und nehmen Sie Ihrer Begegnung damit den Verhörcharakter. Denn wer sich einer Salve an Fragen gegenübersieht, kann sich schnell bedrängt fühlen.

Genau lesen

Wenn eine Antwort kommt, machen Sie sich die Mühe, auch auf die Details einzugehen. Bei einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht reichen ein Lächeln beim Zuhören und der gebannte Blick in die Augen des Erzählers - beim Schriftverkehr fehlt dies. Sie sollten also auf andere Art signalisieren, dass die Geschichte oder die Antwort des anderen Sie auch innerlich erreicht haben.

Die Neugier zählt

Bevor Sie Ihre Nachricht abschicken, lesen Sie sie noch einmal durch: Hätten Sie selbst Lust darauf, zu antworten? Sprechen Sie nur von sich oder zeigen Sie auch Ihr Interesse an dem anderen? Ziel sollte es sein, auf den anderen zuzugehen, aber auch neugierig zu machen - ein Ziehen und Zerren sozusagen, oder um bei der Sportlichkeit zu bleiben: guter Mail-Austausch fühlt sich an, als würde man lachend Tauziehen spielen.

Die Flucht nach vorn

Sollte all das nicht helfen und der Mail-Verkehr sich ziehen wie Kaugummi, sprechen Sie Tacheles: Vielleicht ist es Zeit, den Kommunikationskanal zu wechseln. Willigt der andere ein, so hatte seine Passivität zumindest nichts mit Desinteresse zu tun!

Lea-Patricia Kurz /Parship

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