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Single-Leben

Viel Lärm ums Aussehen

Der Kult, der um Schönheit und Aussehen gemacht wird, hat groteske Züge. Doch auch er ist nur ein Produkt unserer Erziehung und der Gesellschaft, in der wir leben.

Frau, sich im Spiegel betrachtend Akzeptieren Sie sich, so wie Sie sind  –   © fotolia

Das Körpergefühl wird von zwei Dingen beeinflusst: Zum einen davon, wie unser Umfeld auf uns und unser Äußeres reagiert, zum anderen aber - und das ist fast entscheidender - dadurch, wie wir selbst auf uns blicken. Das beginnt bereits morgens beim ersten Blick in den Spiegel. Er ist oft entscheidend dafür, wie wir in den Tag gehen.

Wenn man sich allerdings einmal vor Augen hält, dass der Blick auf uns selbst keinesfalls objektiv ist, sondern ein Produkt verschiedener Einflüsse, dann erscheint die Selbstkritik, mit der wir uns oftmals strafen, in einem ganz anderen Licht.

Der erlernte Blick

Wie wir uns selbst betrachten, ist nämlich auch ein Ergebnis unserer Erziehung. In unserer Kultur ist Bescheidenheit ein hohes Gut. Ein Kind, das zufrieden ist mit sich und dies auch offen zur Schau stellt, wird gerügt, nicht so "eingebildet" zu sein. Auch Medien, die einen immer größer werdenden Anteil am sozialen Leben haben, werden hier ihrem schlechten Ruf gerecht: Vor allem die Werbung erzählt uns täglich, zu welcher Jahreszeit wir welche Diät machen sollen, mit welcher Crème den lästigen Alterserscheinungen Einhalt geboten wird und welcher Schönheitschirurg die zufriedensten Kunden hat. Dass wir vielleicht weder eine Diät für nötig halten, noch die Alterserscheinungen als lästig empfinden oder eine OP überhaupt nie in Erwägung ziehen würden, interessiert keinen. Das gesellschaftstaugliche Bild von sich selbst heißt: "Ich bin nicht mit mir zufrieden!" Wer die Selbstzweifel lebt, ist integriert, wer sich hingegen so mag und akzeptiert, wie er ist, wird schnell als "arrogant" bezeichnet.

Utopische Vorstellung

All dem zugrunde liegt ein Schönheitsideal, das einfach unrealistisch und utopisch ist. Selbst die bestbezahlten Models werden noch mit Bildbearbeitungsprogrammen perfektioniert. Natürlich muss man sagen, dass fast jedes Schönheitsideal in jeder Zeitepoche utopisch war, weil es stets nur eine Form von Schönheit als Trend deklarierte und alle anderen ausklammerte. Doch die heutigen Ausmaße eines Strebens nach Schönheit nehmen schon unheimliche Ausmaße an: Menschen hungern sich zu Tode, lassen ihre Körper bis zur Unkenntlichkeit umoperieren und verbringen mehr und mehr Zeit am Tag mit der Gestaltung ihres Äußeren. Es mag auch an der Präsenz dieses Ideals in unserem Alltag liegen, denn die von den Medien gefütterte Vorstellung von Schönheit begegnet uns in Zeitungen, Zeitschriften, im Fernsehen, auf Plakatwänden und Flyern, in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Internet - das wir dank Smartphones ja auch immer griffbereit haben. Im Alltag hingegen sieht man solche perfekten Wesen nicht.

Der Vergleich mit anderen

Um eine Vorstellung von uns selbst zu bekommen, vergleichen wir uns gern mit anderen. Grundlage ist uns hierbei der verstohlene Seitenblick auf den anderen, ein offensiver Ganzkörper-Scan oder Fotos aus dem Urlaub oder von Partys. Dass wir dabei meist schlechter abschneiden, ist klar: Wir haben gelernt, kritisch mit uns zu sein, und was wir an kleinen Schönheitsmakeln bei anderen tolerieren, würden wir uns selbst nie zugestehen.

Sich gebetsmühlenartig klarzumachen, woher die Kritik an uns und unserem Äußeren kommt, mildert ihre Wirkung vielleicht ein wenig ab.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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