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Single-Leben

Der Single im Alter

Warum das Single-Dasein gerade im Alter problematisch werden kann - aber nicht muss.

Ältere Frau an einen Baum gelehnt Single im Alter: kein Problem!  –   © fotolia

Das klassische Familien-Leben ist längst nicht mehr die Norm. Es ist unter anderem der Globalisierung geschuldet, dass sich zwischenmenschliche Bindungsgefüge immer weitläufiger strukturieren oder gar nur temporär funktionieren. Heute arbeiten wir in Deutschland, morgen verlieben wir uns in Frankreich und übermorgen wandern wir nach Amerika aus.

Die Welt ist schneller geworden, der Mensch anspruchsvoller und seine Beziehungen instabiler. Und so wächst auch die Zahl der deutschen Single-Haushalte beständig.

Die Vorteile des Single-Daseins sind nicht von der Hand zu weisen: Ein Single hat zwar höhere Lebenshaltungskosten, dafür zeigen Statistiken, dass er im Durchschnitt aber auch besser verdient. Er ist unabhängig und autonom, kann seinen Launen folgen und seine Neigungen ausleben, sich spontan beruflich verändern, um die Welt reisen und braucht die meisten Kompromisse nur mit sich selbst zu schliessen.

Und doch warnen Soziologen vermehrt vor den Folgen des Single-Lebens. Besonders in Krisenzeiten zeigt sich die Einsamkeit hinter dem Alleinsein: Zwar haben Singles nachweislich grössere soziale Netzwerke aus Bekannten und Freunden und sind meist auch sozial engagierter, in Vereinen organisiert und freizeitlich aktiver. Aber Studien zeigen, dass diese Netzwerke in schweren Zeiten weniger verlässlich sind als eine Familie.

Diese höhere Aktivität und das grössere Netzwerk haben auch einen zweckdienlichen Hintergrund: Wer nicht in einer Beziehung oder einer Familie lebt, muss sehr bewusst für die Erfüllung ganz praktischer Bedürfnisse sorgen. Da stellt sich die Frage, wer das Regal anbringt, den Computer repariert, eine Umarmung schenkt, ein offenes Ohr hat oder ganz einfach die sexuellen Bedürfnisse befriedigt. Klingt banal, ist aber für viele Alleinstehende eine alltägliche Sorge. Der Mensch ist eben ein soziales Wesen, das nur im Verband wirklich gut funktioniert.

Das zeigt sich vor allem im Alter, wenn wir schwächer, gebrechlicher und weniger belastbar sind. Wer später hilfsbedürftig oder gar zum Pflegefall wird, spürt das Fehlen eines Partners oder einer Familie ganz unmittelbar. Für diesen Menschen bedeutet das oft den Rückgriff auf eine Pflegeeinrichtung, die ihn oft mehr Geld kostet, als er zur Verfügung hat.

Aber die Welt wandelt sich eben und es kann nicht das Ziel sein, zu konservativen Lebensformen zurückzukehren. Zumal auch eine Partnerschaft heute nicht mehr für die Ewigkeit halten muss. Wer sich mit fünfzig trennt, ist als alter Mensch ebenfalls allein - und hat vielleicht kein gutes Netzwerk aus Freunden und Bekannten aufgebaut.

Vielmehr müssen Alternativen her und in der Tat gibt es davon schon einige. Was vor einigen Jahrzehnten noch wie eine verrückte Idee der Hippie-Bewegung klang, ist vielerorts schon Wirklichkeit: Menschen schliessen sich zu Haus- und Wohngemeinschaften zusammen, in denen von den Kleinsten bis zu den Ältesten alle unter einem Dach wohnen. Man lebt gemeinsam und fühlt sich füreinander verantwortlich - auch im Alter.

Auch die Wandelbarkeit und Experimentierfreudigkeit in kleinen Beziehungskonstrukten überrascht: Offene Beziehungen, polyamouröse Verbindungen oder das platonische Zusammenleben mit engen Freunden oder Familienmitgliedern werden dem Bedürfnis nach Nähe und Zusammenhalt gerecht, berücksichtigen dabei jedoch auch die Autonomie und die mögliche Freiheit eines Single-Lebens.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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