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Single-Leben

Das Glück der späten Jahre

Glück und Zufriedenheit ist kein Privileg der jungen Jahre. Auch im Alter und trotz steigender Gebrechlichkeiten können wir eine hohe Lebenszufriedenheit erlangen.

Lachendes älteres Pärchen Glücklich im Alter  –   © fotolia

Glück und Zufriedenheit, das klingt irgendwie nach Gesundheit und Freude an einem guten Leben. Es klingt wie etwas, das wir früh erreichen müssten, um noch lange davon zehren zu können. Denn irgendwann sind wir alt und gebrechlich, der Körper gehorcht uns nicht mehr, die Sinne schwinden und der Partner stirbt.

Wir können nicht mehr all das tun, wozu wir Lust haben - die Lebensfreude sinkt und wir werden abhängig von anderen. So oder so ähnlich ist die Vorstellung vieler junger Menschen, wenn sie an das Alter denken. Nicht ganz unschuldig daran ist sicher unsere westliche Kultur, in der Schönheit und Jugend einen nicht mehr ganz so gesunden Stellenwert haben. Doch wie sieht die Realität wirklich aus?

Glück ist keine Frage des Alters

Sie dürfen aufatmen, denn Studien wie das Deutsche Alterssurvey (DEAS) zeigen, dass dies nicht der schicksalhafte Verlauf des menschlichen Lebens sein muss: Ein 75-Jähriger ist heute genauso glücklich und zufrieden wie ein 45-Jähriger. Die schreckliche Vorstellung sinkender Lebensqualität im Alter ist also hauptsächlich eine Angst der Jüngeren.

Doch wie können wir dafür sorgen, dass wir später alt und weise und mit einem zufriedenen Lächeln im Schaukelstuhl sitzen und uns unseres Lebens freuen? Materielle Sicherheit, ein stabiles soziales Umfeld, eine liebevolle Familie und eine gute gesundheitliche Betreuung sind sicher Pfeiler, auf die wir unsere Zufriedenheit stützen können. Einen viel grösseren Einfluss auf unser Glück haben wir jedoch selbst.

Sein Schicksal selbst in die Hand nehmen

Das Zauberwort lautet hier: Anpassung. Wer sich an das gesellschaftliche Credo von Jugend und Schönheit festklammert, wird mit voranschreitenden Jahren tatsächlich "alt aussehen". Der Mensch altert ein Leben lang und zu jedem Zeitpunkt hat er andere Fähigkeiten und Möglichkeiten. Dies anzuerkennen und sich dem anzupassen, ist der Schlüssel zu Zufriedenheit und Glück, selbst dann, wenn der Körper nicht mehr so will, wie es der Kopf gern hätte.

Ein Modell, mit dem sich auf die innere Einstellung Einfluss nehmen lässt, ist das der Selektion, Optimierung mit Kompensation (SOK). Entwickelt wurde dieses Modell unter anderem vom inzwischen verstorbenen Paul Baltes - Entwicklungspsychologe und ehemaliger Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. Ziel ist das "erfolgreiche Altern".

Die drei Stufen zum Glück

Mit dieser ökonomischen Formel ist die Fähigkeit gemeint, trotz zunehmender Gebrechlichkeiten im Alter das Optimum aus dem Leben herauszuholen und die Bilanz von Gewinn und Verlust möglichst positiv zu halten.

Der erste Schritt ist dabei die Selektion, also die Notwendigkeit, Abstriche zu machen und aus den vorhandenen Möglichkeiten im Leben auszuwählen. Für den Tanz auf allen Hochzeiten ist das Leben zu kurz - egal in welchem Alter. Der zweite Schritt ist die Optimierung, also die Suche nach den geeigneten Mitteln, um das Ausgewählte so gut zu tun, wie es einem mit den vorhandenen Fähigkeiten möglich ist. Bei der Kompensation geht es dann um die eigentliche Kunst: Fällt ein Weg zum Ziel weg, so ist Flexibilität gefragt, neue Wege und Mittel zu finden und sich auf sie einzulassen.

Es klingt nach einer einfachen Methode zu mehr Glück und Zufriedenheit, in Wirklichkeit aber scheitern viele Menschen bereits bei der Selektion. Vor allem Selektieren und Kompensieren bedeutet loszulassen, es bedeutet anzunehmen, dass etwas nicht mehr ist - eine Fähigkeit, die man ein Leben lang trainieren muss. Wer das kann, kann auch glücklich sein - egal, wie alt er ist.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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