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Wie Social Media den Liebeskummer nährt

Wer sich heute trennt, muss das gleich zweimal tun: Einmal "real" und einmal "digital". Denn eine Studie fand heraus, dass beispielsweise Facebook den Herzschmerz nach einer Trennung nur verstärkt.

Traurige Frau auf einer Parkbank Verstärkter Herzschmerz durch Social Media?  –   © fotolia

Der Schmerz nach einer gescheiterten Beziehung ist gross. Neben den zerbrochenen Träumen, die man gemeinsam hatte und den gescheiterten Plänen einer Zukunft, die es nun nicht mehr geben wird, ist es die Angst vor der Leere, an der die meisten Menschen knabbern. Verständlich, dass in der ersten Zeit nach der Trennung die Gedanken noch in jeder freien Minute dem (oder der) Ex gelten.

Dazu gehört in der Regel auch die Frage, was er (sie) "wohl so macht". Und wofür man früher gezielt die gemeinsamen Plätze wie Kneipe oder Sportverein aufsuchen oder die Freunde ausfragen musste, kommen die Informationen heute frei Haus - über die sozialen Netzwerke.

"Komm, lass uns Freunde bleiben"

Forscher haben nämlich herausgefunden, dass die Phrase "Lass uns Freunde bleiben" im Zeitalter der digitalen Medien eine ganz neue Bedeutung bekommen hat: Die meisten Facebook-Nutzer bleiben nach einer Trennung tatsächlich noch miteinander "befreundet" - mit der Intention, den Ex-Partner auszuspionieren. Dass dies verheerende Folgen für die eigene emotionale Entwicklung haben kann, zeigt eine Studie der Brunel University in London.

500 frisch getrennte Online-Nutzer beteiligten sich an der Studie der Psychologin Tara Marshall, und das Ergebnis war eindeutig: Teilnehmer, die auch nach der Trennung mit ihrem Ex noch bei Facebook befreundet waren, fiel es deutlich schwerer, mit dem Trennungsschmerz fertig zu werden als denen, die sich auch digital getrennt hatten. Auffällig dabei: Je häufiger das Profil des ehemaligen Partners aufgerufen wurde, desto mehr litten sie.

Die Vergangenheit auch digital ruhen lassen

Die psychischen Folgen sind dabei nicht nur ein unnötig verlängerter Trennungsschmerz, sondern betreffen das eigene Leben ganz unmittelbar: Wer ständig das Profil des Ex-Partners aufruft, um zu schauen, ob er vielleicht schon eine Neue hat oder sie am Ende gar nicht so traurig ist, wie sie behauptet hat, betreibt digitalen Masochismus. Auf diese Art ist es schwer, mit der Vergangenheit abzuschliessen. Das wiederum bedeutet aber, dass auch die persönliche Entwicklung stockt und es zu einem regelrechten Stillstand kommen kann.

Ohne Bedeutung ist dabei die Frage, ob neben dem Kontakt über Facebook auch weiterhin ein persönlicher Kontakt aufrechterhalten wird oder nicht. Die Macht der Virtualität scheint auch allein ausreichend zu sein, um den Schmerz der Betroffenen erheblich zu verschlimmern.

Nutzen Sie die Chance auf einen Neuanfang

Wer sich also wirklich trennen und sein Leben wieder in die Hand nehmen möchte, sollte in diesem Fall konsequent sein: Ein Löschen der digitalen Freundschaft ist unumgänglich, möchte man sich nicht unnötig quälen, indem man täglich den Schmerz der Entbehrung heraufbeschwört und an dem neuen Leben des anderen aus der Entfernung teilhat.

Schwierig gestaltet sich die Abnabelung von der alten Liebe natürlich, wenn sich die Freundesliste überschneidet und jeder "Like" oder Kommentar unter einem Foto des Ex in den eigenen Neuigkeiten erscheint. In dem Fall hilft wohl nur eine zeitweilige Abstinenz von Facebook & Co. Gehen Sie mehr unter Menschen, machen Sie Sport und tun Sie sich etwas Gutes, anstatt ständig der symbolischen Karotte einer verflossenen Liebe hinterherzurennen, die Facebook Ihnen unter die Nase halten will.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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