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Partnerschaft

Ungewollt kinderlos

Wenn Kinderlosigkeit andauert, leidet irgendwann die Partnerschaft. Schuld daran ist auch die Gesellschaft.

Mutter mit belustigtem Baby Kinder können viel Freude machen  –   © fotolia

Der Wunsch nach eigenen Kindern ist nicht allein ein Trieb der Natur. Vielmehr stecken auch egoistische Gedanken dahinter, wie zum Beispiel das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung oder das Schaffen eines Ebenbildes. Ein Stück von sich weiterzugeben oder auch im Alter nicht einsam zu sein - der Wunsch nach einem Kind ist oft angetrieben von tiefen Sehnsüchten, aber auch Ängsten.

Und nicht zuletzt gelten Kinder als die Krönung einer Partnerschaft, als die manifestierte Form einer grossen Liebe.

Aber nicht jedem ist dieses Glück vergönnt. Ein Thema, das im gesellschaftlichen Diskurs kaum Platz findet. Zu intim das Thema, zu gross der Schmerz, dass es mit dem Nachwuchs noch nicht geklappt hat. Paare, die versuchen, schwanger zu werden, stehen ohnehin schon unter grossem psychischen Druck. Sich beobachtet zu fühlen oder ständigen (gut gemeinten) Nachfragen oder vielleicht sogar Ratschlägen zu begegnen, erhöht diesen Druck nur unnötig.

Warum klappt es nicht, fragen sich viele Paare. Gesunde Ernährung, keine besonders auffällige Krankengeschichte und Bewegung und Zufriedenheit mit dem eigenen Leben: Die Bedingungen sind bei vielen ideal, und dennoch werden manche Frauen einfach nicht schwanger.

Die Gründe dafür können vielfältig sein. Ob körperliche oder psychische Ursachen, ob bei ihm oder bei ihr - all das muss erst einmal herausgefunden werden. Und das kostet Zeit. Zeit, in der die Paare oft lange Odysseen an Untersuchungen, künstliche Befruchtungsversuche und Hormontherapien über sich ergehen lassen. Eine Zeit zwischen Hoffnung und Enttäuschung, und eine Zerreissprobe, denn aufgrund des gesellschaftlichen Stillschweigens führen diese Menschen nicht selten eine Art Doppelleben.

Denn die Fähigkeit sich fortzupflanzen, ist für viele Menschen sehr identitätsstiftend. Wem die Umsetzung dieses Wunsches nicht auf natürliche Weise gelingt, der fühlt sich in seiner Selbstwahrnehmung empfindlich gestört. Unfruchtbar zu sein ist in unserer Gesellschaft eine Art der Unfähigkeit, über die man nicht spricht. So bleibt das Thema meist in der Partnerschaft und wenn überhaupt, wird noch mit der besten Freundin oder dem besten Kumpel darüber gesprochen. Männer tun das seltener als Frauen. Und das, obwohl der Wunsch nach einem Kind mit der Zeit so gross wird, dass er den Alltag und die Gedanken dominiert.

Auf diese Weise wird die Partnerschaft schwer belastet. Denn meist sind nicht beide Partner unfruchtbar, sondern nur einer. Je länger der Versuch des Kinderkriegens dauert, desto verfahrener kann die Situation werden. Denn derjenige, der unfruchtbar ist, muss auf der einen Seite mit der eigenen, empfundenen "Unzulänglichkeit" zurechtkommen, und auf der anderen Seite Angst haben, verlassen zu werden. Denn tatsächlich sind Beziehungen schon an dem nicht erfüllbaren Kinderwunsch gescheitert. Der fruchtbare Partner hingegen wird sich irgendwann vielleicht genau diese Frage stellen (müssen): Möchte er trotz Kinderlosigkeit mit dem Partner zusammenbleiben?

Wäre dieses Thema "salonfähiger" und offener diskutiert, würde sicherlich auch ein Teil des Drucks aus der Partnerschaft weichen.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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