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Liebesbriefe Schreiben: Die Kunst des romantischen Schreibens

Dem Lieblingsmenschen Briefe zu schreiben, das ist irgendwann aus der Mode gekommen. Leider, denn Liebesbriefe zeugen von tiefen Gefühlen und echter Sehnsucht nach dem oder der Liebsten. In Zeiten der schnell dahingeworfenen E-Mails erleben Liebesbriefe nun eine Renaissance. Die Kunst des Liebesbriefe-Schreibens: So gelingt die perfekte, einfühlsame und plattitüdenfreie Liebesbotschaft.

Liebesbriefe - am besten handgeschrieben Liebesbriefe erleben eine Renaissance.  –   © istockphoto.com

Natürlich könnte man auch zur E-Mail greifen oder Liebeserklärungen per Facebook-Chat und WhatsApp verschicken. Sehr viele Paare nutzen diese schnelle Kommunikation für zwischendurch, um dem Partner ihre Gedanken mitzuteilen. Das elektronische Medium allerdings sorgt gleichzeitig dafür, dass diese kleinen Liebesbeweise gar nicht für so wichtig gehalten werden, wie sie eigentlich gemeint sind. Die tiefere Bedeutung geht unter, zwischen hübschen Bildchen und lustigen Sprüchen im Facebook-Stream.

Für den echten, handgeschriebenen Liebesbrief dagegen, für den wird sich Zeit genommen. Sowohl bei der Erstellung als auch beim späteren Lesen. Er ist etwas Besonderes, etwas, das heraussticht aus dem Alltag.

Warum man einen Liebesbrief schreiben sollte

In einer stabilen, langjährigen Partnerschaft ist der Alltag häufig so im Vordergrund, dass die Romantik auf der Strecke bleibt. Vor allem dann, wenn Kinder mit im Spiel sind oder zeitraubende Jobs und Hobbys die Zeit für die Paarbeziehung beschränken. Man liebt sich, aber man sagt und zeigt es sich nur noch nebenher, beiläufig und ohne grosse Gesten. Solange das für alle okay ist, passt das sicherlich. Sobald man aber das Gefühl bekommt, der Partner fühle sich ungeliebt und wenig beachtet, ungesehen und nicht ausreichend wertgeschätzt, dann wird es eben doch Zeit für grosse Gesten.

Vom spontan organisierten Wellnesstrip bis zum Candle-Light-Dinner existieren dafür ja zig Möglichkeiten. Der Liebesbrief kostet nur wenig Geld, etwas mehr Aufwand – und ist dafür überaus persönlich und individuell.

Zwei grundlegende Tipps gelten für alle Typen von Liebesbriefen:

  1. Den Grund der schriftlichen Liebeserklärung sollte man vor dem Start bedenken: Von der ersten Erklärung der tiefsten Gefühle überhaupt bis zum wertschätzenden Dank für viele gemeinsame Jahre gibt es sehr viele Anlässe für einen Liebesbrief. Welcher soll es sein?
  2. Liebesbriefe sollten möglichst handschriftlich, auf festem Papier geschrieben und mit Füller verfasst sein.

Hochwertiges Briefpapier und eine flüssige Handschrift hauchen dem schriftlichen Liebesbeweis die persönlichen Noten ein, die weder E-Mail noch Kurznachrichten bieten können. Bereits mit der Auswahl von Papier und Stift wird aus der Nachricht etwas Besonderes, dem man sich ganz in Ruhe widmen möchte. Auf eine besonders schöne Handschrift kommt es dabei viel weniger an, als man manchmal glauben möchte. Lesbar sollte sie natürlich schon sein, auf besonders elegante Handschriften achten dagegen die wenigsten Liebesbrief-Empfänger. Zu wichtig ist die Geste selbst – und natürlich die Botschaft dahinter!

Wer schon länger keine handschriftlichen Zeilen mehr verfasst hat, der probt vielleicht den Brief samt Inhalt auf einem ganz normalen Stück Papier, bevor der edlere Papierbogen zum Zuge kommen darf. So lassen sich auch kleine Verbesserungen und Rechtschreibfehler im eigentlichen Liebesbrief vermeiden.

Aller Anfang ist schwer: Die Anrede auswählen

Soviel zur reinen Theorie und der angemessenen Form. Jetzt aber geht es um den echten Einstieg in die Liebesbotschaft. Schon die richtige Anrede auszuwählen, scheint eine Wissenschaft für sich zu sein. Was könnte passen?

Die Anrede ist wichtig. Die richtige Anrede wählen.  –   © shutterstock.com
  • Geliebte/Geliebter…
  • Liebste/Liebster…
  • Liebe/Lieber…
  • Meine liebe/mein lieber…
     

Oder ganz schlicht: Der Vorname des Empfängers, als direkte und persönliche Form der Ansprache.

Langjährige Partner haben ausserdem oft Kosenamen oder Abkürzungen, die sie nur im Umgang miteinander verwenden. Auch diese besonderen Namen eignen sich natürlich als Anrede, solange der ganze Brief dadurch mitsamt der „Hasi-“ oder „Schnucki-“Anrede nicht zu sehr in den Kitsch abdriftet. Denn das kann den eigentlichen Zweck, die tiefen Gefühle und die Wertschätzung des Gegenübers, zu schnell ins falsche Licht rücken.

Der Inhalt ist leichter: Gefühle und Gedanken ausdrücken

Die Anrede und die ersten ein bis zwei Sätze sind tatsächlich am schwersten. Danach fällt es oft leichter, die eigenen Emotionen in Worte zu fassen. Hilfreich ist es auch, sich immer den Zweck des Briefs vor Augen zu halten. Warum schreibt man den Liebesbrief eigentlich?

Um

  • Dankbarkeit für die gemeinsam verbrachte Zeit auszudrücken
  • zum ersten Mal die eigenen Gefühle zu beschreiben
  • bereits bekannte Gefühle zu bestätigen und zu vertiefen
  • sich nach einem Streit oder Fehltritt zu entschuldigen
  • Anerkennung und Wertschätzung gegenüber dem Partner zu zeigen 

Die Gefühle klar zu benennen, das ist ein erster Schritt, um in das Schreiben einzutauchen. Wenn man selbst unsicher ist, ob der Brief gut ankommt und seine Wirkung auch erreicht, lässt sich auch das einbauen. Sätze wie „Du weisst ja, dass ich mich im Formulieren schwer tue, aber es war mir wichtig, das hier für Dich aufzuschreiben ...“ vertiefen die Wirkung des handgeschriebenen Liebesbriefs noch zusätzlich.

Phrasen, Vorlagen aus dem Internet und steife Formulierungen sind dabei aber fehl am Platze. Auch wenn die Worte sorgfältig gewählt werden, sollten sie doch immer den eigenen Sprachstil abbilden. Sprich: Wer sonst immer geradeheraus redet, der schreibt auch seine schönsten Liebesbriefe genauso.

Für den Empfänger oder die Empfängerin spielt es meist auch keine Rolle, ob sich Satzteile wiederholen, die Kommata überall genau richtig gesetzt sind und die Worte besonders geschliffen wirken. Wichtig ist, welche Botschaft transportiert wird. Wie viel Gefühl sich in der Liebeserklärung wiederfindet. Welche Besonderheiten und Eigenarten einem beim geliebten Partner auffallen, ohne die man sich ein Leben gar nicht vorstellen kann.

Tatsächlich sind es gerade diese kleinen Alltagsbegebenheiten, die für Partner besonders bedeutsam sind. Wenn der Partnerin bewusst ist, wie viele Stückchen Zucker eigentlich in den Kaffee gehören, damit er den perfekten Nachmittagskaffee erhält. Oder wenn der Partner sehr genau weiss, wie wichtig ihr der extra Teller für den Teebeutel ist. Es sind die winzigen Kleinigkeiten, die in einer gesunden Partnerschaft die Basis bilden. Mit ihrer Würdigung und der Sichtbarmachung kleiner Macken und liebenswerter Eigenschaften zeigt sich im Liebesbrief auch schriftlich, wie genau man den Partner wahrnimmt.

Auch Wünsche und Zukunftsszenarien eignen sich, die das Leben als Paar und die Beziehung zueinander beschreiben. So kann man sich beispielsweise wünschen,

  • noch viele gemeinsame Jahre miteinander zu erleben
  • die vergangenen Jahre genauso weiterzuführen
  • dass Kinder die Beziehung bereichern
  • dass die geteilte Zeit auch für den Partner so erfüllend ist, wie für einen selbst
Die Liebe bekunden. Die Liebe bekunden.  –   © istockphoto.com

Grosse Liebesbekundungen und intensive Gefühlserklärungen passen natürlich auch, vor allem zum Beginn einer Partnerschaft oder bei langen Trennungen. Neben Telefonaten und kleinen Liebesbeweisen kann gerade ein Liebesbrief die Brücken zwischen getrennt lebenden Liebenden bilden. Er ist das greifbare Zeugnis der gemeinsamen Liebe, kann immer wieder gelesen und betrachtet werden. Das Auseinanderfalten, umblättern und später das sorgsame Verstauen der handgeschriebenen Seiten kann in schwierigen Beziehungszeiten zum Ritual werden oder schwere Anfälle von Sehnsucht auffangen.

Enden sollte ein Liebesbrief idealerweise mit dem so schlichten wie bedeutsamen „Ich liebe dich“ oder einem „Ich vermisse dich und freue mich schon darauf, wenn wir uns wiedersehen.“

Wer es verspielt romantisch mag, der parfümiert sein Liebesbekenntnis noch mit dem bevorzugten Duft oder legt gepresste Blütenblätter mit in den Briefumschlag.

Der Liebesbrief ist geschrieben – und jetzt?

Ob man die Liebesbotschaft nun persönlich aushändigt, an einem passenden Platz hinterlegt oder sogar per Post verschickt – das hängt etwas von der individuellen Situation ab. In Fernbeziehungen beispielsweise sind echte Liebesbriefe besonders wirkungsvoll, wenn sie liebevoll eingetütet, mit Briefmarke versehen und ohne Ankündigung oder besonderen Anlass in den Briefkasten flattern.

Wer sich eigentlich jeden Tag sieht, für den ist dagegen die persönliche Übergabe einfacher. Überraschend auftauchende Liebesbriefe haben allerdings auch ihren Reiz. Sie können ganz unauffällig beim Liebsten auf dem Schreibtisch liegen oder versteckt zwischen den Seiten des aktuellen Buchs auf dem Nachttisch auf den Empfänger warten. Vielleicht bedankt sich der überraschte mit einem Kuss, vielleicht kommt auch ein ebenso liebevoll verfasster Liebesbrief zurück?

Persönlich und von Angesicht zu Angesicht übergebene Liebesbotschaften bringen den Empfänger eventuell in Zugzwang: Soll er oder sie ihn sofort lesen, während der Verfasser auf eine Reaktion wartet? Und für den denkbar ungünstigsten Moment, wenn die schriftlich erklärte Liebe keine Erwiderung findet – wie geht man damit am besten um? Gedanken, die man sich durchaus vor dem Überreichen des Liebesbriefs machen kann. Einfacher ist die Option, den Brief mit der Bitte zu überreichen, ihn in der Abwesenheit des Erstellers zu lesen.

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