> Panorama > Partnerschaft > Ess-Kultur und Partnerschaft

Partnerschaft

Ess-Kultur und Partnerschaft

Wo zwei Überzeugungen aufeinanderprallen, herrscht selten Liebe. Warum sich Normalos und Gesundheitsapostel dennoch ähnlicher sind, als gedacht.

Frau füttert Mann Nicht jeder mag Salat  –   © fotolia

Ein gesunder Körper ist für viele Menschen inzwischen schon mehr als nur ein Trend. Ob Bio, Vegetarismus, Veganismus oder Rohkost - sich gesund zu ernähren kann zu einer grossen Lebensphilosophie werden. Da wird regional gegessen, täglich ein bis zwei grüne Smoothies verspeist und gedünstet statt gekocht.

Ein überzeugter „Gesundheits-Täter“ kennt zu jedem Lebensmittel die Eigenschaften und Auswirkungen auf den Körper: Petersilie fürs Immunsystem, Sellerie als Potenzmittel und Knoblauch als Antibiotika-Ersatz – und kann mit seiner Weisheit und den Predigten über Gesundheit und Heilbringung für sein Umfeld zur Plage werden.

Denn ihm gegenüber steht der Sorglose, der sich um seine Gesundheit vielleicht nicht so viele Gedanken macht, sein tägliches Fleisch liebt, gern grillt, Fertiggerichte mag oder einfach deftig gekochte Hausmannskost. Diese Menschen sehen sich als Geniesser, als Lebemänner und -frauen und finden oft, dass das Leben - und vor allem das Essen - mehr als nur der Gesundheit dienen sollte.

Treffen diese beiden Extreme aufeinander, kommt es meist zum grossen Krach. Der eine fühlt sich missioniert, der andere meint es nur gut. Und der Konflikt entsteht da, wo auf der einen Seite zu viel gefordert und sich auf der anderen Seite kategorisch verweigert wird. Denn das tatsächlich Nervtötende an einem missionierenden "Besser-Esser" ist nicht etwa, dass er nicht recht hätte, sondern dass seine Forderungen meist zu radikal klingen für jemanden, der noch in den Essgewohnheiten westlicher Kultur verhaftet ist.

Genau das ist nämlich der springende Punkt, an dem sich die Geister scheiden: die Kultur. Immerhin ist Essen ein wesentlicher Teil davon, der verbindet und besonders kommunikative Elemente enthält, wie z. B. mit Freunden kochen, Candle-Light-Dinner zum ersten Date oder zum Kaffee-Klatsch mit Oma. Genauso die Weihnachtsgans oder das Oster-Lamm, Süssigkeiten zum Geburtstag und Alkohol zum Zuprosten bei besonderen Anlässen - die Liste kultureller Gelegenheiten, bei denen sich „verboten“ schlemmen liesse, ist lang.

Aus solch gegensätzlichen Menschen wird wohl in den seltensten Fällen ein Paar. Und doch ... Würden beide Parteien Abstand nehmen von ihren Positionen und die Gemeinsamkeiten sprechen lassen, so müssten sie feststellen, dass sie mehr verbindet, als ihnen lieb ist: Denn Menschen, die streng vegan leben und nicht einmal mehr mit einem Fleischesser ins Bett gehen können, sind genauso radikal und unnachgiebig, wie diejenigen, die das Fleisch blutig essen und Gemüse für eine zierende Beilage halten. Für beide ist essen nicht gleich essen, sondern beinahe schon Philosophie. Und immer geht es um das Leben, die einen wollen es geniessen, die anderen erhalten. Der eine will lang, gesund und fit leben, der andere ohne Verzicht und mit Spass.

Die grosse Liebe wird aus diesen beiden wahrscheinlich nie. Aber selbst bei der Partnersuche im Internet dürfte das kein Problem werden. Denn „Kultur-Esser“ geben das zwar nicht explizit in ihrem Profil an, aber ihre Gegenspieler tun es. Denn für sie gehört es oft auch zum Liebesglück, die eigenen Erkenntnisse zu teilen - gerade, weil sie lieben und es gut meinen.

Lea-Patricia Kurz /Parship

Diesen Artikel jetzt im Parship-Forum diskutieren!

Die neusten Beiträge:

Testen Sie Parship kostenlos.

Ich bin
Ich suche

Wenn Sie auf "Partnersuche starten" klicken, akzeptieren Sie unsere AGB und erklären unsere Datenschutzbestimmungen gelesen zu haben.

Forum
Ratgeber

Der Ex-Partner meldet sich wieder – Wie soll man damit umgehen?

Die Nachricht vom Ex: Sie kommt unerwartet und lässt viele Fragezeichen zurück. 
Mehr erfahren

Date

Nach einem Date fragen

Wie fragt man eigentlich nach einem Date? Hier sind Tipps und Strategien versammelt. 
Mehr erfahren

Error with static Resources (Error: 418)