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Partnerschaft

Die digitale Video-Liebe

Was die Bild-Telefone in den Neunzigern nicht geschafft haben, hat schliesslich Skype möglich gemacht: die Revolution der Fernbeziehung.

Frau skypt mit ihrem Partner Skype revolutionierte die Fernbeziehung  –   © fotolia

Paare, die schon seit längerer Zeit zusammen sind und bereits Anfang des neuen Jahrtausends durch private Lebensumstände oder ihren Job dazu gezwungen waren, eine Beziehung auf Distanz zu führen, erinnern sich noch genau an die Zeiten, als man sich zum Telefonieren verabredete, um wenigstens regelmäßig der Stimme des beziehungsweise der Liebsten lauschen zu können.

Zwei-, manchmal dreimal die Woche, wählte an einem Ende der Welt jemand eine Nummer und hörte es am anderen Ende der Welt klingeln. Und während das Liebesgeflüster in rasanter Geschwindigkeit Zeit und Raum durchschritt, raste der Gebührenzähler mit ihm um die Wette. Denn keine E-Mail, keine SMS konnte ersetzen, was die vertraute Stimme des Partners geben kann: ein Gefühl von Nähe und die Möglichkeit, die Sehnsucht wenigstens für kurze Zeit zu vergessen.

Webcam an - und los geht's

2006 schliesslich kam sie dann auf den Markt - die Telefonsoftware Skype. Wer das kostenlose Programm auf seinen Rechner heruntergeladen hatte, konnte mit anderen Skype-Nutzern telefonieren und sich dabei gleichzeitig in die Augen blicken. Einzige Voraussetzungen waren eine Videokamera und das installierte Programm.

Immer mehr Paare nutzen es

Für die Fern-Liebenden war das wie eine Erlösung. Nicht länger war es nur die Stimme einer fernen Liebe, an der sich die Beziehung orientierte. Auf einmal sah man die Out-Of-Bed-Frisur des Liebsten in der anderen Zeitzone, sah den Tomaten-Fleck auf dem T-Shirt, konnte gemeinsam essen oder sich einfach am Lächeln des anderen erfreuen. Und viele Paare nutzten das: Laut einer Studie der Psychologin Fanny Jimenez von der Humboldt-Universität in Berlin waren es im September 2007 bereits mehr als ein Drittel der 1400 befragten Paare, die per Video miteinander sprachen. Inzwischen dürfte die Zahl der Skype-Nutzer auf mehr als das Doppelte gestiegen sein.

Ein wenig mehr Nähe

Die wahre Bedeutung von Skype - neben dem Spass und der gestillten Sehnsucht - liegt allerdings im Detail. Denn die grösste Schwierigkeit einer Fernbeziehung ist die fehlende Nähe. Paaren, die ihre Liebe über die Distanz aufrechterhalten müssen, fehlt der gemeinsame Alltag. Sieht man sich, so ist der Druck gross: Schöne Erinnerungen wollen geschaffen werden, der Sex soll gut sein und Streit nach Möglichkeit vermieden werden. Wenn der andere dann weg ist, ist man wieder allein - mit den Alltagssorgen, den kleinen Nichtigkeiten des Tages und dieser Lücke, die der andere hinterlässt. Viele Beziehungen sind an dieser Diskrepanz zerbrochen, konnten das Gefühl nicht kompensieren, dass der andere irgendwie nicht da war - selbst wenn er da war.

Geteilter Alltag

Durch die Video-Telefonie ergeben sich nun ganz andere Möglichkeiten: Gestik und Mimik des anderen helfen, Missverständnisse zu vermeiden, die per Kommunikation über E-Mail, SMS oder ein normales Telefonat leichter entstehen. Und auch Nichtigkeiten bekommen auf einmal einen Platz: So lassen sich die Errungenschaften einer samstäglichen Schnäppchenjagd direkt und live in einer privaten Modenschau vorführen. Auch gemeinsames Kochen ist jetzt möglich: Per Laptop auf dem Küchentisch kann die Liebste den Kochkünsten ihres Partners beiwohnen.

Keine Ausreden mehr

Vielen Paaren macht Skype die Zeit des Wartens erträglicher. Und je mobiler das Telefonieren und Surfen heute wird, desto bedeutungsvoller scheint auch Skype zu werden. Auch für das Kaffeekränzchen mit den Schwiegereltern gibt es jetzt keine Ausreden mehr.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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