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Bindungsangst und Partnerschaft

Wenn sich zwei Menschen lieben, steht der gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Weg - denkt man. Doch was, wenn einer der beiden unter Bindungsangst leidet? Wie geht man mit dem ewigen Auf und Ab der Gefühle um?

Frau wartet auf einen Anruf Wenn er sich einfach nicht mehr meldet ...  –   © fotolia

Für den Partner ist es wie ein sich ewig wiederholender Schlag ins Gesicht: Nach Romantik und Nähe entzieht sich der Liebste und ist oft tagelang nicht erreichbar, reagiert nicht auf Mails und steht dann urplötzlich und ebenso unerwartet wieder vor der Tür. Menschen mit Bindungsangst sind nicht selten - aber nicht immer ist der fehlende Wunsch nach Zweisamkeit und fester Partnerschaft ein Problem.

Es gibt durchaus Menschen, die jenseits konventioneller Werte leben. Liebe ist und bleibt letztlich auch eine Frage der Persönlichkeiten zweier Menschen, die aufeinandertreffen. Zum Problem wird Bindungsangst allerdings dann, wenn sie einer Liebe im Weg steht, die gelebt werden will und beide Partner sich eine gemeinsame Zukunft wünschen.

Bindungsangst in der Partnerschaft

Partner und Betroffener leiden oftmals gleichermassen unter der emotionalen Achterbahn aus Nähe und Distanz und der Wankelmütigkeit, die der Betroffene an den Tag legt. Schnell kommt es zum Streit, weil sich der eine herum geschubst fühlt und der andere missverstanden: Er will die Beziehung ja, es fällt ihm nur nicht leicht. Denn so unglaubwürdig es auf den ersten Blick klingt: Manchmal steckt hinter der Unfähigkeit sich festzulegen auch eine grosse Angst vor Einsamkeit und Alleinsein und davor, von dem Menschen getrennt zu sein, den man liebt. Soll die Liebe eine Chance haben, ist es wichtig, sich mit den Ursachen der Bindungsangst zu beschäftigen.

Die kindliche Prägung und der Umgang damit

Wie vieles liegen auch die Ursachen der Bindungsunfähigkeit häufig in der frühen Kindheit. Kinder, die von ihren Müttern allein gelassen, ignoriert oder auch einfach zu lange schreien gelassen werden, entwickeln sehr schnell Todesangst. Im Wechsel mit einer eventuellen Überbehütung durch die Mutter können sowohl die Nähe zu der Mutter als auch die Trennung von ihr bedrohlich wirken. Die langfristige Folge ist eine Nähe-Distanz-Störung, also ein Hin-und-her-Geworfen-Werden zwischen den Ängsten, die meistens unbewusst ablaufen.

Selbsterkenntnis ist wie so oft auch hier der erste Schritt aus der Misere. Wer sich eingesteht, dass er ein Problem mit Bindungen hat, wird auch erkennen, dass das Chaos, das in seiner Beziehung herrscht, seine Ursachen in dieser Störung hat. Oft ist das aber nur der erste Weg zur Besserung. Eine Psychotherapie kann hier das Fundament des Problems offenlegen und langfristig helfen, mit den möglicherweise traumatischen Erfahrungen der frühen Kindheit umzugehen.

Der Partner

Dem Partner eines solchen Menschen sind zunächst einmal die Hände gebunden. Ausser der Möglichkeit zur Reflexion des Liebsten, Verständnis und langen Gesprächen, bleibt nur die Hoffnung, der andere möge selbst erkennen. Werden Sie sich als betroffener Partner also zunächst klar darüber, wie sehr Sie dieses Verhalten im Kontext Ihrer eigenen Erfahrungen belastet. Wer mehrfach verlassen oder betrogen wurde, stösst mit so einem Partner sicher schneller an seine Grenzen als jemand, dessen Beziehungserfahrungen im „normalen“ und erträglichen Bereich liegen.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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