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Beziehungsstress: Wie Sie Konflikte in der Beziehung bewältigen

Ob kleine Missverständnisse oder dramatische Szenen beim Lieblingsitaliener - Streitigkeiten in der Beziehung trüben die Harmonie. Wie geht man damit um, wenn es kriselt? Wann sind es einfache Streitereien – und wann sind es massive Beziehungskonflikte, die sich kaum noch ohne Hilfe von aussen lösen lassen?

Probleme Wenn die Harmonie nicht mehr stimmt.  –   © Fotolia

Streit ist der grosse Bruder der Diskussion. Letztere kann das Beziehungsleben durchaus bereichern, indem man sich auch kontrovers zu ganz unterschiedlichen Themen austauscht. Hitzige Diskussionen bringen manchmal ganz neue Sichtweisen zutage, der Partner und die Beziehung selbst können davon profitieren - solange die Diskussionen auf einer sachlichen Ebene bleiben, solange dabei niemand direkt angegriffen wird, solange man sich keine Schimpfwörter an den Kopf wirft.

Sobald sich belastende Situationen häufen, in denen es ans „Eingemachte“ geht, beleidigt und niedergemacht wird – dann ist es eher Streit. Beziehungsstress kann laut und emotional, mit Türenknallen und Geschirrwerfen sein. Aber auch das zu Recht gefürchtete „kalte Schweigen“ kann ein Zeichen für ernsthafte Konflikte sein. Diese Form von Anschweigen und Ignorieren, meist als Teil einer emotionalen Erpressung, soll den Partner zum Einlenken zwingen. Probleme bleiben bestehen, Themen werden nicht ausdiskutiert und Wunden entstehen, die die Beziehung nachhaltig schädigen können.

Langfristig kann sich das negativ auf die Gesundheit auswirken. Negativer Stress, das ist wissenschaftlich belegt, kann sich in Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Panikattacken niederschlagen. Zur schlechten Stimmung in der Beziehung kommen dann womöglich noch gesundheitliche Beschwerden, die die Nerven noch weiter belasten.

Welche Ursachen kann Beziehungsstress haben?

Auch wenn der offensichtliche Streitanlass die liegen gelassenen Socken oder die wiederholte Verspätung zu sein scheinen, liegt der Grund für Beziehungsstress oft noch etwas tiefer. So sind

  • Eifersucht und mangelndes Vertrauen,
  • unterschiedliche oder sich auseinander entwickelnde Lebenspläne,
  • Stress im Job,
  • Stress in der Kinderbetreuung,
  • Geldsorgen,
  • Konflikte durch die Rollenaufteilung in der Beziehung,
  • räumliche Trennung durch Fernbeziehung

häufige Gründe dafür, dass es in der Beziehung kriselt. So wie sich Beziehungen entwickeln, gemeinsame Kinder heranwachsen und man selbst älter wird, so kann sich beispielsweise auch die Lebensplanung verschieben. Die dadurch entstehende Unzufriedenheit schlägt sich im Alltag nieder. Dann sinkt die Toleranz für die Macken und Schwächen des Partners oder der Partnerin. Es fühlt sich viel mehr an wie Absicht, wenn wieder das benutzte Geschirr stehen bleibt, wenn er oder sie wieder Termine vergisst. Die Vorwürfe stauen sich auf, brodeln unter der Oberfläche. Jeder kleine Anlass kann dann der passende sein, um endlich allen Frust abzuladen.

Manchmal überrumpelt das den Partner komplett. Eben noch in einer liebevollen Beziehung, steht er nun mitten im Beziehungsstress. Für beide Seiten ist das schwierig zu bewältigen. Kommt dann noch Druck von aussen dazu, beispielsweise durch einen herausfordernden Job, durch familiäre Konflikte und Geldsorgen, kann sich die Schieflage zu einer waschechten Beziehungskrise ausweiten. Für manche Paare ist die Trennung die einzige Lösung. Andere suchen nach Strategien, die gemeinsam aufgebaute Beziehung zu retten.

Beziehungsprobleme angehen: Strategien für die Lösung finden

Puzzleherz © Shuttleshock

Eine der ersten Lösungsideen ist immer: Reden! Gemeinsam mit dem Partner alles aussprechen, was einen belastet. Wenn das schnell wieder in Streit mündet, kann der Einsatz einer Stoppuhr hilfreich sein. Dann bekommt jeder drei, fünf oder zehn Minuten Zeit zum Reden. Der andere darf nicht unterbrechen, nur zuhören. Ist der Partner fertig, ist der andere dran. Rechtfertigungen haben hier keinen Platz, es geht bei dieser Methode vor allem darum, die meist ungesagten Konfliktquellen auf die Bildfläche zu holen. Seinen Liebsten oder die Liebste nicht zu unterbrechen, empfinden Paare als besonders herausfordernd – schliesslich möchte man in solchen aufgeladenen Momenten Negatives nur selten unkommentiert stehen lassen.

Wer sich mit dem Reden schwertut, kann das vielleicht schriftlich festhalten. Um Klarheit für sich selbst zu schaffen, ist die bekannte Pro-und-Contra-Liste eine gute Option. Mit Fragestellungen wie: „Ich liebe meinen Partner, weil ...“ oder „Ich fühle mich gesehen und angenommen durch …“ lässt sich bewusst das Positive in der Beziehung in den Fokus rücken. Dann ist die negative Seite dran, indem beispielsweise: „Mich regt besonders auf, wenn ...“ oder „Ich kann es gar nicht leiden, dass ...“ ausformuliert wird. So entstehen ausführliche Listen, die sich nebeneinanderlegen lassen. Ob man sie dann dem Partner übergibt, um darüber zu sprechen, oder für sich selbst beiseitelegt – beide Möglichkeiten haben ihren Reiz.

Liegt der aktuelle Beziehungsstress vor allem an der eigenen Unzufriedenheit, weil beispielsweise Lebenspläne nicht so verlaufen sind wie gedacht, dann ist eine Lösung: An sich selbst arbeiten. Der Partner und mögliche Konfliktpunkte mit ihm sollten hierfür ad acta gelegt werden. Stattdessen kümmert man sich ausschliesslich um sich, eventuell helfen

  • Sport und Fitnessangebote, wenn man mit dem eigenen Körper unzufrieden ist,
  • neue Hobbys oder Freizeitangebote,
  • alte Freundschaften beleben oder neue schliessen

dabei, wieder mit sich selbst ins Reine zu kommen. Etwas klischeehaft ist der Friseurbesuch für Frauen. Aber auch eine optische Veränderung kann die eigene Wahrnehmung wieder etwas zurechtrücken. Ist man erst mit sich selbst zufriedener, ist manchmal auch die Fehlertoleranz gegenüber dem Partner grösser. Dann sind seine kleinen Macken vielleicht doch eher liebenswert, anstatt der Anlass für ausufernde Streitereien zu werden.

Eine weitere Strategie besteht darin, sich bewusst eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Raus aus dem üblichen Trott und hinein in eine Ausnahmesituation, in der man sich als Partner neu entdecken kann. Ohne die Ablenkung von aussen wird auch deutlicher, wo der Kern der Beziehungsprobleme liegt – oder ob es letztlich doch die kleinen Missverständnisse sind, die zum Beziehungsstress führen.

Beziehungsstress und Streitereien bei Paaren mit Kindern

Der Alltag ist vollgepackt mit Verpflichtungen, zwischen Kindern und Arbeit bleibt oft nicht mal genug Zeit zum Atemschöpfen. Ein Paarwochenende ohne Kinder und ohne weitere Verpflichtungen bringt manchmal die geliebten Facetten des Partners erst wieder an die Oberfläche.

Insbesondere Eltern kleinerer Kinder verlieren sich manchmal inmitten des anstrengenden Alltags aus Kinderbetreuung, Arbeit und Haushalt als Partner aus den Augen. Aus diesem täglichen Hamsterrad auszusteigen, erleichtert die eigentliche Beziehungsarbeit.

Ist der Grund für Beziehungsstress gefunden, beispielsweise weil es konkreten Absprachen mangelt oder eine unterschwellige Unzufriedenheit unterbewusst wirkt, lässt sich das viel eher ansprechen. Denn: So sehr man seine Kinder auch liebt, machen sie einem doch den intensiven Austausch auf Paarebene nicht unbedingt leichter. Regelmässige Paarzeiten werden generell von Beziehungsexperten empfohlen. Gerade bei kleinen Kindern kann das schwierig umzusetzen sein, wenn geeignete Betreuungspersonen fehlen und das Geld knapp ist.

Aber auch hier gilt: Dann tut es vielleicht die schriftliche Kommunikation mit dem Partner, zeitversetzt und immer in einer ruhigen Minute. Manche Familien führen auch einen runden Tisch ein, zu dem jeder seine Wünsche und Bedürfnisse ansprechen kann.

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