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Hochzeit

(Nicht) verliebt, verlobt, verheiratet

Eine Beziehung, die nie das rosarote Land der Verliebtheit erblickt hat - ist das überhaupt eine Beziehung?

Verliebtes Paar in Blumenwiese Ihnen fehlt es nicht an Verliebtheit  –   © fotolia

Wer kennt es nicht? Das Gefühl, völlig entrückt zu sein und nicht mehr ganz man selbst. Dinge werden getan, die uns ansonsten einfach nur peinlich und restlos übertrieben vorkommen würden. Gebanntes Warten auf eine SMS etwa, das Einsaugen ihres Duftes, obwohl sie den Raum bereits vor Stunden verlassen hat. Oder Telefonate, die so lange dauern, dass schliesslich der Akku alle ist und das Ohr weh tut.

Verliebtheit ist der nüchterne Begriff für diesen überschäumend schönen Zustand.

Die meisten von uns assoziieren Verliebtheit mit der Anfangsphase einer „normalen“ Beziehung. Nach ein paar Wochen, bestenfalls nach einigen Monaten, legt sich dieses Hochgefühl wieder und macht - wenn alles gut läuft - Platz für das meist leisere, aber nicht weniger zauberhafte Gefühl der Liebe. Erst das Verlieben, dann die Liebe. Doch muss es eigentlich immer diese Reihenfolge sein? Und ist Verliebtheit mehr als nur ein schönes Gefühl?

Verliebtheit stösst viele Beziehungen überhaupt erst an: Ein Partner (oder beide) verguckt sich in den anderen und ergreift die Initiative, getrieben von der inneren Ahnung, dass es die Richtige beziehungsweise der Richtige ist. Verliebtheit als Gefühl, das uns überhaupt erst dazu verführt und motiviert, eine Beziehung mit Aussicht auf längerfristige Bindung einzugehen, wird von vielen unterschätzt.

Stattdessen, heisst es oftmals, sei es primär die wechselseitig so wahrgenommene Attraktivität - z.B. in körperlicher oder charakterlicher Hinsicht -, die zwei Menschen aufeinander aufmerksam macht und dazu führt, dass sich beide voneinander angezogen fühlen und langsam eine Beziehung aufbauen. Verliebtheit wäre in diesem Fall lediglich eine hormonelle Zugabe.

Doch diese enge Sichtweise lässt viele Fragen offen. Denn nicht mit jedem Menschen, den wir in der einen oder anderen Hinsicht attraktiv finden, können wir uns auch eine Beziehung vorstellen. Häufig haben wir nicht einmal den Wunsch, den anderen überhaupt wiederzusehen - mag er noch so attraktiv sein. Ganz anders, wenn wir verliebt sind! Dann schreit alles in uns nach Fortsetzung und Zukunft. Verliebtheit macht süchtig nach mehr und kann somit den Weg in eine langfristige Beziehung bahnen.

Was aber, wenn zwei Menschen sich interessant finden, jedoch einfach nicht ineinander verliebt sind? Ist eine Beziehung dann nicht fast schon eine Sache der Unmöglichkeit?

Wir müssen nicht erst den Blick auf andere Kulturen richten, in denen arrangierte Ehen durchaus zu lebenslangen, erfüllenden Partnerschaften führen können, um zu sehen, dass so manche Beziehung auch ohne anfängliche Verliebtheit auskommt. Denn Verliebtheit ist zwar ein grosser Motivator, sich mehr und mehr auf den anderen einzulassen und gar nicht genug von ihm kriegen zu können. Aber sie ist sicherlich nicht der einzige Weg hin zur Liebe. Und nicht selten ist sie sogar die Ursache von schädlichen Illusionen und blinden Idealisierungen.

Häufig berichten Paare, dass sie menschlich und charakterlich einfach zueinander passten - auch ohne dass sie jemals über die Massen ineinander verliebt gewesen wären. Ein Gefühl der Verbundenheit und tiefen inneren Zuneigung bildet das Fundament ihrer Beziehung, die nach einer Phase des Kennenlernens gewissermassen ohne grosse Wellen zu schlagen in den Zustand der Liebe übergegangen ist. Innerliche Werte und Charaktereigenschaften des Partners können durchaus den „hormonellen Kick“ wettmachen, den wir sonst nur vom Zustand der Verliebtheit her kennen.

Und wenn erst einmal der Hafen der Liebe erreicht ist, dann kräht auch kein Hahn (und kein Huhn) mehr danach, dass am Anfang keine Schmetterlinge aufgeflogen sind. Warum auch? Das Hier und Jetzt ist ja das Entscheidende.

André Martens
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