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Warum wir uns (körperlich) lieben

Sex ist nicht nur mit unserem evolutionären Fortpflanzungsdrang zu erklären. Was noch dahintersteckt

Aneinander geschmiegtes Paar im Bett Körperliche Nähe ist etwas Schönes  –   © fotolia

Noch Mitte des letzten Jahrhunderts war Sexualität ein Thema, um das sich viele Mythen rankten. Jugendlichen wurde er verboten, Monogamie hochgehalten und Ehebruch gesellschaftlich sanktioniert. Man sprach nicht darüber und getan wurde es im Dunkeln. Zu verdorben, zu wenig ehrbar. Und wie es genau funktionierte und warum, wusste auch kaum jemand. Man "machte" einfach.

Undenkbar heute, wo Pornos frei zugänglich sind, Sexualkunde ein Pflichtfach und Prostitution legal ist und wo wir einen One-Night-Stand haben können, ohne gesellschaftlich mehrere Stufen hinab zu fallen. Sex ist nicht mehr schmutzig, im Gegenteil: Wir können gar nicht genug davon reden. Denn schliesslich sind wir alle aufgeklärt und praktizierend und damit Experten.

Die Sache mit der Fortpflanzung

Bei allem Fachwissen ist die vorherrschende Meinung aber immer noch die, dass letztlich alles dem evolutionären Trieb geschuldet ist. Doch dieses Argument lässt eine ganz zentrale Bedeutung von Sexualität ausser Acht: dass Sex und Erotik nämlich viel mehr sind als genetisch codierte Fortpflanzungsrituale. Sexualpsychologe Christoph Joseph Ahlers ist der Meinung, dass wir ein gering ausgeprägtes Bewusstsein für die Hintergründe unseres sexuellen Handelns haben. Dadurch, dass Menschen zu den Primaten gehören und nicht zu den niederen Wirbeltieren, erschöpft sich das Verlangen nach Sexualität nämlich nicht mit erfolgter Fortpflanzung. Auf der Entwicklungsstufe des Menschen ist Sex vor allem eins: Kommunikation.

Warum Sex?

Sex und Fortpflanzung können heutzutage durchaus getrennt voneinander betrachtet werden. Mit dem Wunsch nach Sex geht also nicht zwingend der Wunsch nach Fortpflanzung einher. Vielmehr steht hinter dem Bedürfnis nach Erotik und körperlicher Berührung ein Verlangen nach Bestätigung und Selbstvergewisserung. Dadurch, dass wir begehrt werden, fühlen wir uns angenommen und zugehörig - ein psychosoziales Bedürfnis, das wir verzweifelt zu stillen versucht sind - denn Lust kann der Mensch sich alleine verschaffen oder gegen Geld verschaffen lassen. Akzeptanz jedoch und das Gefühl, in Ordnung zu sein, ist immer abhängig von einem anderen.

Die Bedeutung der Erregung

Auch die Erregung ist keine rein mechanische Sache. Den Zauber bekommt eine erfüllte Sexualität durch die Bedeutung, die wir den Berührungen beimessen. Daran gekoppelt ist das erotische Empfinden. Ein Fuss-Fetischist wird niemals alle Füsse in gleichem Masse erotisch finden, und wenn sich uns jemand nackt präsentiert, dann erregt uns das nicht bei jedem Menschen gleich.

Missverständnisse zwischen Mann und Frau

Gerade beim Sex zwischen den verschiedenen Geschlechtern haben sich im Laufe der Zeit viele Missverständnisse etabliert. Eines der Interessantesten ist die Tatsache, dass der - von Männern häufig als Vorwand zum Fremdgehen angeführte - "hormonelle Druck" tatsächlich ein Ammenmärchen ist. Ahlers bestätigt, dass Hormone nach dem so genannten "Sättigungsprinzip" funktionieren, dass also ein Testosteron-Überschuss (den es tatsächlich gibt) nicht auch zur Steigerung des Verlangens führt.

Die Ursache, warum der Sex für Männer oftmals so viel wichtiger erscheint, als für Frauen, sieht Ahlers darin, dass die Herren der Schöpfung oft nur diesen Kanal zur Verfügung hätten, um authentischen emotionalen Kontakt mit einem anderen Menschen herstellen zu können. Ansonsten seien sie noch immer eher auf "hart" programmiert: Können, machen und beweisen - und nur im Bett dürften sie zart, weich und bedürftig sein.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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