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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Andre
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    AW: Partnersuche trotz Krankheit

    Ja, aber muss man dazu die anderen herunterputzen? Jeder hat seine Gründe, "Nein" zu sagen, und die sind nicht allesamt unehrenhaft.
     
    20.09.2012 #16
  2. Andre
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    AW: Partnersuche trotz Krankheit

    Im Speziellen: Bei Jusika kann ich mir nicht vorstellen, dass das passen würde. Ebensowenig passen würde es bei all jenen, die auf ein eigenständiges Leben wert legen. Laut einem Artikel über "Behinderte und Partnersuche" haben viele die Erfahrung gemacht, dass sie gehäuft von Leuten mit "Helfersyndrom" kontaktiert wurden, die sich in der Beziehung aber nicht als nur als helfend, sondern auch bevormundend ("lass mich das machen, das kannst du nicht") und damit herabsetzend erwiesen haben. (Solch demonstrativer Altruismus ist in meinen Augen ganz klar eine Form von Egoismus.) -- Die Betreffenden sind dann dazu übergegangen, sich als "Gleiche mit Gleichen zu gesellen", also Rollifahrer mit Rollifahrerin usw.

    Ich hatte vor einigen Jahren mehrere Kontakte mit Blinden. U.a. mit einem damals 16-Jährigen, der gerade an einer FH studierte(?) und mit seiner Mannschaft (wenn ich mich recht erinnere) Deutscher Meister im Goalball war. Das ist ein Ballspiel für Blinde. Im Ball ist eine Glocke drin, die klingelt, wenn der Ball rollt. Die spielen also rein nach Gehör. Später hab ich im hiesigen Regionalfernsehen eine Reportage über diese Truppe gesehen, poah, das ging ab, wenn man's nicht wüsste, hätte man denken können, die *sehen* den Ball. Leider war der Name nicht eingeblendet, aber ich vermute stark, der Junge, den sie da interviewt haben, war mein besagter "Kontakt". Das war son Typ, bei dem ich keine Sorge hatte, dass der nicht das süßeste Mädchen aus der Klasse gekriegt hätte. Aber das nur nebenbei, mich beeindruckt bis heute, wie diese Leute ihr Leben "schmeißen" (u.a war da ein blindes Ehepaar), da hat sich keiner selbst bemitleidet, in diesem Bild wäre ein "Helfersyndromler" nur ein hässlicher Fleck.

    Dass es auch die Fälle gibt, wo einer sich in der Rolle des Hilflosen und Hilfsbedürftigen wohlfühlt, ist schon klar. Da passt's dann. Ich nehme das zur Kenntnis, aber darüber hinaus ist das nichts, was es lohnt, breiter getreten zu werden als unbedingt nötig.
     
    20.09.2012 #17
  3. Heike
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    AW: Partnersuche trotz Krankheit

    Wenn wir "Helfersyndrom" als Krankheitsbezeichnung nehmen, dann verwundert einfach, daß man in einem Thread "Partnersuche trotz Krankheit" Gefahr läuft, Menschen mit einer bestimmten Krankheit tendenziell als "partnerschaftsunwert" zu kategorisieren. "Häßlicher Fleck" ist eine etwas häßliche Formulierung.
    Hingegen die Frage des Passens zu stellen, finde ich ok. Nur haben wir zu ihrer Beantwortung sehr wenig Anhaltspunkte. Zu wem paßt denn ein "Helfersyndromler"?
    Und weswegen wird der so sehr auf seine Krankheit reduziert? Und welche Rolle darf oder soll demgegenüber die Krankheit der Threadstarterin für das Passen spielen?
     
    21.09.2012 #18
  4. AW: Partnersuche trotz Krankheit

    Ich fände es schade, wenn wir hier zu definieren versuchen, was was ist und wer welchen Begriffe wie versteht, gemeint oder eingesetzt hat. Mir ist wichtiger, dass verstanden wird, was André gemeint hat - und ich persönlich habe das. Ich finde, er hat es gut erklärt:

     
    21.09.2012 #19
  5. Heike
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    AW: Partnersuche trotz Krankheit


    Ja, ich fände es auch schade, wenn man das immer machen müßte. Aber ich fände es verkehrt, wenn man meinte, daß es nie sinnvoll wäre. Das ist eben von Fall zu Fall zu schauen. Und in einem Thread, wo es um das sensible Thema Krankheit und Partnersuche geht, finde ich es schon angemessen, auch sensibel mit einem Konzept wie dem des Helfersyndroms umzugehen. Das halt ein sehr problematisches Konzept ist.
    Von vornherein zu sagen: also keinen Helfersyndromler nehmen!, übersieht, daß es bei Krankheiten nicht einfach nur darum geht, ob man sie hat oder nicht, sondern auch wie ein Partner und auch der Betroffene selbst damit umgehen.
    Es wäre etwa wie in einem anderen Thread zu schreiben: also keinen Autoimmunler nehmen!
    Aber in all diesen Fällen handelt es sich um Menschen, die nicht nur durch ihre Krankheit definiert sind. Und wo andererseits die Krankheit durchaus wesentliche Aspekte der Partnerschaft prägen kann.
    Das scheint mir ganz zentral zum Threadthema zu gehören. Ich sehe da durchaus Ähnlichkeiten in den Anforderungen im Umgang mit physischen wie eher psychischen Krankheiten.
     
    21.09.2012 #20
  6. itatschi
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    AW: Partnersuche trotz Krankheit

    hallo jusika123

    ja man kann! :))

    ich wünsch dir von ganzem herzen viel glück und jeden tag etwas mehr gesundheit!

    lieber gruss itatschi
     
    21.09.2012 #21
  7. AW: Partnersuche trotz Krankheit

    Also, dann ziehe ich jetzt mal den Bogen und stelle "Mensch mit Helfersyndrom" neben Jusika an den Anfang dieses Threads. Dann stehen wir wieder vor der Frage: Kann Mann/Frau hoffen, trotz Krankheit eine Partnerin oder einen Partner zu finden? Auch hier wieder ein Ja, und wir können von vorne beginnen.

    Ich denke, was es braucht, um eine Partnerschaft mit einem psychisch oder physisch kranken Menschen zu erhalten, ist einen unabhängigen, freien Geist - so will ich es mal nennen. Jemand, der mit "komischen Reaktionen" von außen genauso gelassen umgehen kann, wie mit Krisen, Rückschlägen oder was auch immer im Innern der Zweierbeziehung. Jemand, der die verschiedenen Muster und Rollen, die wir oft vor uns hertragen, schnell durchschaut. Jemand, der reflektieren kann. Und ja, dieser jemand sollte auch bereit sein, einen Beitrag zu leisten, sprich: zu helfen. Er sollte aber auch fähig sein zu sagen: "Ich kann nicht mehr, bitte lass uns eine Lösung finden, die auch mich entlastet." Und er sollte den anderen, erkrankten Partner als gleichwürdigen Menschen sehen. Soweit meine Theorie ...
     
    21.09.2012 #22
  8. Jusika123
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    AW: Partnersuche trotz Krankheit

    Hallo an alle,

    ihr solltet erst einmal einen Unterschied zwischen krank und krank machen. Krankheit kann sich so vielfältig offenbaren. Ich kann nur von meiner konkreten Situation ausgehen. Noch einmal ganz deutlich, ich brauche keinen Partner, der mir bei was weiß ich hilft oder sich meiner erbarmt oder Mitleid hat. Ich habe gelernt mit der Krankheit zu leben, "wirklich zu leben", habe sie akzeptiert und komme ganz gut damit zu recht. Ich habe keine Altlasten, meine Kinder sind selbständig und erwachsen und meine finanzielle Seite ist gesichert.

    Was ich durch die Fragestellung eigentlich erreichen wollte, kann ich einem Mann/Frau, der/die verwitwet ist zumuten sich evtl. in ein solches Schicksal wieder zu begeben. Riskiert dieser Partner nicht, dass vergangene Ängste und Traumata wiederkehren und er selbst daran zerbricht.

    Anderseits sehe ich im Profil geschieden/ledig. Wie ich in anderen treads lesen kann, werden im Profil auch Unwahrheiten angegeben. Meine Naivität und Gutgläubigkeit legte ich schon vor Jahren ab akta. So ist es mir auch zugestanden die Gründe der Scheidung oder des Status ledig zu hinterfragen und mir Gedanken dazu machen.

    Doch meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass meine Partner nicht mit meiner Erkrankung an sich Schwierigkeiten hatten, sondern weil ich mich nicht als krank klassifizieren lasse. Ich leiste nach wie vor meine alltäglichen und auch außergewöhnlichen Angelegenheiten selber. Das mache ich gerne und mit Freude und empfinde jeden neuen Tag, den ich "erleben" darf als wunderbares Geschenk. Doch es gibt Situationen, da braucht man einen Partner, der einem in den Arm nimmt, tröstet, Streicheleinheiten gibt und einfach nur sagt, "ich habe dich lieb und ich bin froh dich zu an meiner Seite zu haben. Dich kennen lernen zu dürfen war ein Geschenk des Himmels".

    Aber seien wir doch mal ehrlich, es gibt da auch noch die sexuelle Seite einer Beziehung.
    Meine Erkrankung ist nun so, dass ich des Öfteren diese Seite nicht erfüllen kann. Malen wir doch das Bild konkret aus. Er und sie umarmen sich, küssen und liebkosen sich, beide wollen mehr, einer kann und darf aber nicht weiter gehen. Was glaubt ihr wie oft darf oder kann der andere es verstehen und akzeptieren "zurückgewiesen" zu werden, was im Grunde keine Zurückweisung ist, dies aber jedesmal so empfunden wird. Ich kann auch verstehen, dass die Lust dann anderweitig befriedigt werden will. Und damit ist der erste Stein eines Lügen- und Misstrauengebäudes gelegt. Ende und Ausgang wie gehabt.
     
    21.09.2012 #23
  9. alster
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    AW: Partnersuche trotz Krankheit

    Liebe Jusika,
    jeder Single im RL oder hier hat das Recht (ich schreibe bewusst nicht "darf") sich eine glückliche Beziehung zu wünschen. Wir alle müssen uns aber auch im Klaren darüber sein, dass wir (nicht mehr 18) unsere "Lebenspäckchen" mitbringen (Kinder/Exmenschen/Krankheiten etc) die ein neuer Partner nicht ignorieren aber auch nicht von Anfang an wissen muß, ob er dieses "Päckchen" tragen kann. Deine Erkrankung hat größere Auswirkungen auf das tägliche Leben als andere Lebensumstände. Andererseits kann keiner von uns erwarten, dass ein neuer Partner, der sich auf eine aufkeimende Beziehung einlässt mit uns und den (Weihnachts :))Päckchen wirklich klar kommt. ..und wenn nicht, hat es weder etwas mit uns als Mensch noch mit Verfehlungen des anderen zu tun.
     
    21.09.2012 #24
  10. Andre
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    AW: Partnersuche trotz Krankheit

    Ich denke, ich habe in meinem Posting zu meinen Schlussfolgerungen deutlich genug die jeweiligen Prämissen genannt und auch mit praktischen Erfahrungswerten unterlegt.

    Wenn man das in dem dem Kontext belässt, in dem ich das schrieb, passt das schon.

    Meine Meinung dazu steht in o.g. Posting.
     
    21.09.2012 #25
  11. Andre
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    AW: Partnersuche trotz Krankheit

    Hmhmhm, ja, kann sein, kann nicht sein. Ich denke, es muss einfach "passen", wie auch immer. Es geht ja nicht nur darum, dass jemand mit Jusikas Krankheit umgehen können muss, da gibt's ja auch noch vieles anderes.
     
    21.09.2012 #26
  12. Heike
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    AW: Partnersuche trotz Krankheit

    Meinem Dafürhalten nach hilft Offenheit und Genauigkeit. Wenn der Partner den Grund solcher "Zurückweisung" erfährt, dann wird er sich vermutlich nicht so zurückgewiesen fühlen.
    Es könnte also darum gehen, einigermaßen klar die Auswirkungen der Krankheit zu kommunizieren - also sie weder aus Angst vor "Klassifizierung" zu verschweigen noch andererseits Gefahr zu laufen, die Krankheit als Ausrede für irgendetwas zu gebrauchen oder beim Partner das Ressentiment zu züchten, man verwende sie dazu. Ich glaube, durch diese beiden Gefahren hindurch muß man allein und gemeinsam einen Weg bahnen.
     
    22.09.2012 #27
  13. Andre
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    AW: Partnersuche trotz Krankheit

    "Anderweitig" muss aber nicht zwangsläufig "mit jemand anderem" bedeuten. Kann auch heißen: "auf eine andere Art und Weise". Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
     
    22.09.2012 #28
  14. vhe

    vhe

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    AW: Partnersuche trotz Krankheit

    Wie Heike schon sagte, das ist eine reine Kommuniktionsfrage. Männer wollen gern wissen, worauf sie sich einlassen. Und wenn man da ehrlich ist, sind sie oft bereit, überraschend viel Kompromisse einzugehen, während ein "nach und nach" meistens als Betrug oder Täuschung empfunden wird.
     
    23.09.2012 #29
  15. AW: Partnersuche trotz Krankheit

    Das ist schön, dass du das so schreibst. Denn eingangs stand nur die Frage im Raum, ob man mit einer Erkrankung auf eine Partnerschaft hoffen kann. An den vielen Reaktionen und Posts kannst du ablesen, wie sehr diese beeinflusst sind von unser aller Erfahrungen und Empfindungen in Bezug auf Krankheit. Daraus kannst du deine Schlüsse ziehen. "Krank" bedeutet in der Definition eines potenziellen Partners vielleicht auch etwas anderes als in deiner persönlichen. Deshalb kann ich dich nur ermutigen, das, was du jetzt ausgeführt hast, möglichst bald auch auf den Tisch zu bringen. Sonst sind Missverständnisse vorprogrammiert.

    Das ist eine wichtige Information, die die Ausgangsfrage in ein ganz anderes Licht rückt! Vielleicht wäre hier dein Lebensalter ganz hilfreich gewesen, die Frage einzuordnen.

    Das deckt sich m. E. mit dem, was hier teilweise schon geschrieben wurde.
     
    23.09.2012 #30