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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Philippa

    Philippa

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    Lagerfeuer für Traurige und Verwirrte

    Erzählt mir jemand eine schöne Geschichte?
    Bin gerade traurig.
     
    14.08.2016 #1
  2. Philippa

    Philippa

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    Manchmal denke ich an mich, wie ich als alte Frau sein möchte. Mit einem freundlichen Gesicht, einem heiteren Ausdruck, einem Anflug von Weisheit und vielen Runzeln. Dann kommt so ein Bild in mir auf, wie ich am Lagerfeuer sitze und meinen Enkelinnen und Enkeln Geschichten erzähle.
    Dabei habe ich gar keine Kinder. Werde nie welche haben. Und manchmal beschäftigt mich dasselbe wie Loner, wenn er fragt, wie man es schafft, zu akzeptieren, dass man immer alleine bleiben wird.
     
    14.08.2016 #2
    Traumichnich gefällt das.
  3. Icebear

    Icebear

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    Ich glaube jeder hat irgendwann solche Momente, besonders als Single. Ich hatte diese Momente, wo ich mich einsam gefühlt habe auch in meiner letzten Beziehung. Aber wenn wir akzeptieren, dass wir für immer alleine bleiben, hören wir auf, Menschen zu sein. Wir können höchstens damit umgehen. Also beispielsweise mit Freunden reden und dann raus gehen und uns aus der Einsamkeit befreien.

    Mehr weiß ich grad auch nicht zu sagen, außer... du wolltest ja eine Geschichte...keine Ahnung ob die hilft/als Ablenkung ganz gut ist, wenn nicht entschuldige ich mich schon mal im Voraus, ist aber die einzige, die mir grade einfällt.

    2006 war ich mit meiner Mutter auf Urlaub in Ägypten. Eigentlich sollte mein Vater mit, aber mein Bruder war grade krank gewesen und mein Vater musste zuhause bleiben. Wir haben dann mehrmals vom Hotel angerufen. Meine Mutter hat immer gesagt, sie wolle ihren Mann anrufen und wir wurden dann wie die Aliens angeschaut, weil die Telefonisten dachten, meine Mutter hat zwei Männer.
     
    14.08.2016 #3
  4. Kennst du die Geschichte von den zwei Wölfen? Gibt's oft im Netz zu finden.

    Hier mal die extended Version

    z.B. auf
    http://www.geoviva.de/modul-2-q7-in...-und-weisser-wolf-eine-alte-indianerweisheit/

    Schweigend saß der Cherokee Großvater mit seinem Enkel am Lagerfeuer und schaute nachdenklich in die Flammen. Die Bäume um sie herum warfen schaurige Schatten, das Feuer knackte und die Flammen loderten in den Himmel. Nach einer gewissen Zeit meinte der Großvater: "Flammenlicht und die Dunkelheit, wie die zwei Wölfe, die in unseren Herzen wohnen". Fragend schaute ihn der Enkel an.

    Daraufhin begann der alte Cherokee seinem Enkel eine sehr alte Stammesgeschichte von einen weißen und einem schwarzen Wolf zu erzählen. "In jedem von uns lebt ein weißer und ein schwarzer Wolf. Der weiße Wolf verkörpert alles was gut, der Schwarze, alles was schlecht in uns ist. Der weiße Wolf lebt von Gerechtigkeit und Frieden, der Schwarze von Wut, Angst und Hass. Zwischen beiden Wölfen findet ein ewiger Kampf statt, denn der schwarze Wolf ist böse - er steht für das Negative in uns wie Zorn, Neid, Trauer, Angst, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Schuld, Groll, Minderwertigkeit, Lüge, falscher Stolz und vieles mehr. 

Der andere, der weiße Wolf ist gut - er ist Freude, Friede, Liebe, Hoffnung, Freundlichkeit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Wahrheit und all das Lichte in uns. Dieser Kampf zwischen den beiden findet auch in dir und in jeder anderen Person statt, denn wir haben alle diese beiden Wölfe in uns."
    Der Enkel dachte kurz darüber nach und dann fragte er seinen Großvater,
"Und welcher Wolf gewinnt?"

    Der alte Cherokee antwortete: "Der, den du fütterst."


    Da hört die Geschichte oft auf. Die extended Version:

    

 "Nur bedenke, wenn du nur den weißen Wolf fütterst, wird der schwarze hinter jeder Ecke lauern, auf dich warten und wenn du abgelenkt oder schwach bist, wird er auf dich zuspringen, um die Aufmerksamkeit zu bekommen, die er braucht.

 Je weniger Aufmerksamkeit er bekommt, umso stärker wird er den weißen Wolf bekämpfen. Aber wenn du ihn beachtest, ist er glücklich. Damit ist auch der weiße Wolf glücklich und alle beide gewinnen.“ Das ist die große Herausforderung eines jeden von uns…, das innere Gleichgewicht herzustellen.

    Denn der schwarze Wolf hat auch viele wertvolle Qualitäten - dazu gehören Beharrlichkeit, Mut, Furchtlosigkeit, Willensstärke und großes intutives Gespür, Aspekte, die Du brauchst in Zeiten, wo der weiße Wolf nicht weiter weiß, denn er hat auch seine Schwächen. Du siehst, der weiße Wolf braucht den schwarzen Wolf an seiner Seite. Beide gehören zusammen. Fütterst du nur einen, verhungert der andere und wird unkontrollierbar. Wenn du beide fütterst und pflegst, wird es ihnen gut tun und ein Teil von etwas Größerem, das in Harmonie wachsen kann.

    

Füttere beide und du musst deine Aufmerksamkeit nicht auf den inneren Kampf verwenden müssen. Und wenn es keinen inneren Kampf gibt, kann man die innere Stimme der alles wissenden Führer hören, die dir in jeder Situation den richtigen Weg deutet.

    Frieden, mein Sohn, ist die Mission der Cherokee, ist das Leben. Ein Mann, der den schwarzen und weißen Wolf in Frieden in sich hat, der hat alles. 

Ein Mann, der in seinen inneren Krieg gezogen wird, der hat nichts. Dein Leben wird davon bestimmt, wie du mit deinen gegnerischen Kräften umgehst. Lass nicht den einen oder anderen verhungern, füttere sie beide und beide gewinnen."
     
    Zuletzt bearbeitet: 14.08.2016
    14.08.2016 #4
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  5. iafa

    iafa

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    Hallo Philippa,

    ich erzähle Dir die Geschichte der alten Dame.

    Sie war Chefsekretärin in einem großen Unternehmen und meine Nachbarin. Sehr attraktiv, intelligent, gebildet, wobei ihre Frisur und ihr Outfit immer sehr koservativ waren. Einen Mann (Frau) in ihrem Leben gab es nicht. Als sie 60 war sah ich zum ersten mal einen Mann ein- und ausgehen bei ihr. Nach kurzer Zeit stellte sie ihn mir als ihren Freund vor und kurze Zeit später ist sie zu ihm gezogen.

    10 Jahre später habe ich sie zufällig getroffen und sie sagte mir, dass sie noch immer glücklich mit ihrem Freund zusammen ist und dass sie in den 10 Jahren alles was sie die letzten 40 Jahre versäumte, nachgeholt hat.

    Taja Philippa, nix mit immer alleine bleiben.
     
    14.08.2016 #5
  6. Frau M

    Frau M

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    Eine schöne Geschichte iafa.
     
    14.08.2016 #6
  7. Liebe Philippa,
    eigene Kinder, Enkel halten auch nicht immer das, was man von ihnen erhofft. Das sehe ich auch in meiner Ursprungsfamilie. Sie hängen nicht unbedingt an den Lippen der Oma und lauschen ihrer Geschichten. Das ist so ein Bild, das schön ist, es kann vereinzelt sein oder auch nicht.
    Wichtig sind gute Freunde bzw. ein guter Freund, eine gute Freundin. Das habe ich immer gemerkt. Hast Du jemanden, von dem man die Gewissheit hat, er/sie wird immer für Dich da sein?
     
    15.08.2016 #7
  8. Philippa

    Philippa

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    Vielen Dank, Icebear, tina* und iafa für eure Geschichten! Sie haben gut getan. Über die Geschichte mit den zwei Wölfen will ich noch ein wenig nachdenken.

    Marlene, es ist nicht so, dass ich grundsätzlich einsam wäre. Ich habe mehrere gute Freundinnen und Freunde und fühle mich inzwischen auch mit meinen Eltern oder mit meinen Geschwistern und ihren Kindern wohl. Manchmal kann ich meinen Nichten und Neffen sogar Geschichten vorlesen oder mit ihnen gemeinsam eine erfinden und das gefällt dann auch den Kindern, nicht nur mir :). Eine meiner beiden Schwestern ist in den letzten Jahren sehr wichtig für mich geworden. Unser gemeinsamer Galgenhumor hilft auch in schwierigen Zeiten.

    Trotzdem gibt es halt immer wieder traurige Momente, die manchmal auch etwas länger anhalten, weil mir halt doch ein Mann an meiner Seite fehlt und weil ich zuwenig Kontakt zu Kindern habe. Ich versuche deshalb jetzt, den Kontakt zu den Kindern meiner Geschwister zu stärken und ausserdem auch auf der Partnersuche offen zu sein. Schwarze Wölfe erschrecken mich oft aber sehr und lösen starke Ambivalenzen und manchmal Verwirrung bei mir aus.
     
    15.08.2016 #8
  9. Philippa, Zeiten der Einsamkeit gehören zum Leben ebenso wie Zeiten der Zweisamkeit. Es werden wieder Zeiten kommen mit einem Partner an Deiner Seite und Du an seiner. Ich würde bis dahin den Wert dieser jetzigen Phase sehen.
     
    15.08.2016 #9
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  10. vhe

    vhe

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    Tja, in jedem gesunden Ökosystem braucht es ein paar Raubtiere und die meisten erfolgreichen Wölfe sind halt irgendwie - grau und ein bisschen gefleckt. :)

    Das Problem ist dass die meisten Frauen schwarze Wölfe bewundern, sich einen davon angeln und dann hoffen, dass er an der Wohnungstür das Fell wechselt. Das geht dann mit schöner Regelmäßigkeit ("gegen die Tür gelaufen") schief.

    Kaninchen sind nett, harmlos und haben ein kuscheligeres Fell, sind aber irgendwie für die allermeisten Frauen uninteressant.

    Letztendlich musst Du für Dich herausfinden, worauf Du stehst und damit umgehen lernen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15.08.2016
    15.08.2016 #10
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  11. Yvette

    Yvette

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    Feuerkorb mit tollem Hartholz ist an - Rotwein eingegossen - mit einer Decke nachts da sitzen, ohne viele andere künstliche Lichtquellen siehst du bei wolkenlosem Himmel sogar die Milchstrasse sehr gut ....

    Und von daher jetzt der Gedanke: ... auch mit Kindern kann man sehr allein sein - Freunde sind die neue family! Du kannst doch alles haben, wenn du dir das entsprechende Umfeld schaffst. Versuch mal, das anzugehen ... Allein aber nicht einsam oder das bewusst auch zulassen ... Du machst bestimmt Sport? Das vertreib diese trüben Gedanken!
     
    15.08.2016 #11
  12. Truppenursel

    Truppenursel

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    Freunde kommen, Freunde gehen. Familie bleibt immer. Wenn jemand Sehnsucht nach seinen Kindern hat, ihm dann aber geraten wird, sich Freunde zu suchen, ist das so, als wenn jemand gerne Kirschen mag und ihm stattdessen Gurken angepriesen werden.
     
    15.08.2016 #12
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  13. Philippa hat keine Kinder.
     
    15.08.2016 #13
  14. Truppenursel

    Truppenursel

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    Es passt dennoch.
    Ihr dann noch zu raten, Sport zu machen, um ihre Kinderlosigkeit zu vergessen, ist schon bitter.
     
    15.08.2016 #14
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  15. Lyle

    Lyle

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    Zunächst: Die Behauptung, Familie bliebe immer, ist höchstens im juridischen Sinne wahr, und dort auch nur, wenn es um Abstammungszusammenhänge geht. Die Rede von der ewigen Familienzusammengehörigkeit ist in manchen Fällen doch entweder bittere Wahrheit (wenn die Familienband dafür sorgen, sich stetigem Hass nie ganz entziehen zu können) oder romantische Fiktion (wenn die Kinder den Eltern den Rücken kehren, versterben, etc.). Dass Freunde kommen und gehen ist gleichfalls eine so unzulässige Generalisierung - selbstverständlich gibt es nämlich Freundschaften, die emotional beständig und intellektuell dauerhaft stimulierend sind. Damit möchte ich aber nicht in Abrede stellen, dass ein unerfüllter Kinderwunsch schwer wiegen kann.

    Und dann: Was ist so schlimm daran, einer Person, die eben nie Kirschen wird essen können, die Vorzüge anderer Lebensmittel aufzuzeigen? Es gibt viele kinderlose Menschen, einige aus Neigung, viele aufgrund äußerer und innerer Umstände. Auch letztgenannte Gruppe ist doch nicht zum Unglück verdammt, auch wenn es unglückliche Momente gibt - viel hängt dann davon ab, sich anderweitig Erfüllung zu suchen, und in anderen Aspekten des Lebens aufzugehen, die man wahrnehmen kann. Und dafür ist es doch selten zu spät.

    Ich möchte dich, Truppenursel, durch diesen Beitrag nicht angreifen - aber dafür werben, dass der Verweis auf Aktivitäten, die im besten Fall nicht nur palliativ, sondern sinnstiftend wirken können, durchaus legitim und dem Glück der Erstautorin zuträglich sein kann.
     
    15.08.2016 #15