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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. nonamespls

    nonamespls

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    Ich würde gerne mal ein paar Meinungen hören...

    Hallo zusammen,

    ich habe folgende Situation: Vor einiger Zeit habe ich über Parship eine Frau kennen gelernt. Wir sind nun seit fast zwei Monaten ein Paar. Wir passen unglaublich gut zusammen - menschlich gesehen. Auch Pläne haben wir bereits, was das Zusammenziehen angeht. Was auch an der größeren Entfernung liegt, wobei wir uns trotzdem häufig sehen.

    Es ist aber nun auch so, dass ich viele Kompromisse eingehen muss und werde, während von der anderen Seite kaum etwas entgegen kommt.

    Kompromiss 1: Sie lebt in einer anderen Kultur, ist ihr aber nicht verbunden. Aber da ihre Eltern-Generation noch daran gebunden ist, müssen wir uns in ihrer Heimatstadt und ihrem Haus verstecken. Wir würden also in eine andere Stadt ziehen, die dennoch nahe genug der Familie, Freunde und Arbeit von ihr sind.
    Würden wir gesehen werden, könnten ihre Eltern Probleme mit gleichaltrigen bekommen (es wird eben schlecht geredet). Außerdem kann sie ihren Eltern nicht von ihrer Beziehung erzählen, es sei noch zu früh. Wobei meine Bedingung daran geknüpft ist, dass es spätestens vor dem Umzug geregelt sein muss. Es gibt schließlich Sicherheit und ich möchte gerne vorher erfahren, was für (neue) Probleme auftauchen könnten.

    Kompromiss 2: Ich gebe meinen hier sicheren, gut bezahlten, qualifizierten Job auf und suche dort etwas Neues. Zwar wird es aufgrund der Qualifikationen nicht schwierig, aber das Klima kann man nicht voraussagen, muss ja auch gut sein.

    Kompromiss 3: Der Umzug in eine fremde Stadt.

    Kompromiss 4: In ihrem Haus wohnt auch eine ihrer Schwestern, die ihr nicht gut gesinnt ist und behauptet, ich wäre bereits dort eingezogen und mit ihr und mir schon diverse Kinderspielchen gespielt hat. Meine Freundin kann sich aber nicht durchsetzen: "Was soll ich denn machen?" Dabei liegt das Recht faktisch auf ihrer Seite, möchte eben keine weiteren Probleme haben, damit die Schwester nicht irgendwelche Gründe hat, Geschichten zu erzählen.
    Aus diesem Grund würden wir auch nicht in dieses Haus zusammenziehen.

    Kompromiss 5: Freiheiten - Sie hat aufgrund von einer Ex-Beziehung Angst, ich könnte sie einengen und stellt direkt klar, dass sie diverse Freiheiten braucht. Natürlich braucht man Freiheiten, die würde ich ihr nicht nehmen, aber wie viel ist da noch zumutbar, wenn man in einer Beziehung lebt? Abgesehen von häufigen Treffen mit ihren Freundinnen, alle zwei Wochenenden mit der Familie, sowie häufige Treffen mit ihrer großen Schwester, braucht sie auch viel Freiheit, für Whatsapp. Die Befürchtung, dass man nebeneinander her lebt oder sich auseinander lebt, steigt für mich nach oben.

    Wir wären ein dreiviertel Jahr zusammen, bis wir eine gemeinsame Wohnung haben, danach könnte sich aber eher ihr Verhalten komplett ändern, da wir zum jetzigen Zeitpunkt unsere Zeit dann auch wirklich gemeinsam haben. Vielleicht könnte sie zu kurz kommen.

    Die Zweifel wachsen also, aber das Gefühl zwischen uns ist stark, das ist das Problem. Kopf sagt immer mehr nein, Herz sagt ja. Ist doch eigentlich ein Grund für die Trennung. Aber was, wenn dann nach dem Umzug doch alles besser wird, weil einige der Probleme dadurch dann gelöst werden würden und ich vorher aufgebe? Und hätte sie sich nicht vor einer Beziehung mit einem Deutschen, was sie sich eben gewünscht hat, nicht schon innerhalb der Familie eine Abgrenzung/Klarheit schaffen können?

    Für mich zeigt sie viel Schwäche, kein Durchsetzungsvermögen. Sie ist 32, ich 37. Aber ich stehe erfolgreich mitten im Leben und sie ist vielleicht doch eher der Single-Typ. Zumindest ist es doch so, dass auch sie in einer Beziehung gewisse Kompromisse eingehen müsste und sich das Leben dadurch auch etwas verändert. Da sind es eben zwei Menschen, Freiheit ist da wichtig, genau wie Sicherheit geben und Vertrauen zu haben.

    Die Frage ist auch, ob ich wirklich nach dieser kurzen Zeit schon aufgeben, wo im Großen und Ganzen alles super ist, oder noch etwas abwarten sollte, bis zum Frühjahr, wenn es um eine Wohnungssuche geht.

    Wir würden uns dann noch immer lieben und es würde mindestens genau so weh tun. Aber würde ich ihr dann nicht Zeit schenken, die sie durch mich eventuell verlieren würde? Damit Sie doch einen Partner finden kann, der alle ihre Bedürfnisse erfüllt und gleichzeitig auch eine Egalität bezüglich ihrer kulturellen Familienprobleme aufzeigt?

    Oder erwarte ich zu viel, bin vielleicht einfach zu ungeduldig? Ist es überhaupt normal, dass mich das verunsichert?

    Momentan ist es für mich nicht einfach, eine rationale Entscheidung zu treffen. Wobei mir selbst, jede Entscheidung, also das Für und Dagegen, nicht zu 100% gut tut, das Dagegen aber mehr Scherzen verursachen würde...

    Danke fürs Lesen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2017
    07.10.2017 #1
  2. Jacinta

    Jacinta

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    Hey,

    das klingt ganz schön anstrengend.

    Die Frage ist, ob Du mit einer Frau glücklich werden kannst, wo die Familie (also ihre Eltern und Geschwister) an erster Stelle steht und es immer viel Einmischung geben wird. Ich hatte eine ähnliche Situation und es hat sehr viel kaputt gemacht.

    Als Mann mag man einiges anders erleben, aber ich würde nicht noch einmal diese Form von Kompromissen (= kein klares Bekenntnis zur Beziehung, mangelnde familiäre Abgrenzung) eingehen.

    Letztlich ist es dein Leben und wenn man verliebt ist, wagt man viel. Ob das gut ist, kannst nur du beurteilen. Viel Kraft und ich wünsche dir gute Freunde an deiner Seite.
     
    07.10.2017 #2
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  3. auf Suche

    auf Suche

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    Wenn du auf dein Herz hörst, fordert sie zu viel von dir und bringt sich selbst zu wenig ein (Single-Typ). Zumindest lese ich das aus deinen Zeilen heraus. Sie beschreibst du als schwach und nicht durchsetzungsfähig ihrer Familie gegenüber. Und wie ein Domino-Steinchen kippst du hinterher. Ich finde, du zeigst dich ihr gegenüber genauso schwach und wenig durchsetzungsfähig, wie sie es ihrer Familie gegenüber tut.
    Ihre Familie ist abhängig davon, was andere Leute ihrer Kultur über sie denken und sagen. Deine Freundin ist abhängig davon, was ihre Familie über sie denkt und sagt. Und du musst jetzt alles deiner Freundin recht machen?
    Das wirkt wirklich wie eine Reihe von Domino-Steinchen und wenn der erste umfällt, kippen alle, die dahinter stehen, auch um und bringen das nächste Steinchen zum kippen.
    Nur meine Assoziationen als Außenstehende dazu.
     
    07.10.2017 #3
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  4. nonamespls

    nonamespls

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    Das gebe ich Dir Recht. Diese ganzen Dinge sind aber erst später ins Bewusstsein geraten. Vorher hat sie mir immer erzählt, dass es schwierig wird, aber machbar ist. Natürlich zeige ich einerseits Schwäche, indem ich mich nicht durchsetze, was eine Beendigung der Beziehung zur Folge hätte, aber andererseits ist es auch Stärke, wenn man nicht sofort aufgibt und zunächst das Positive erkennen möchte.

    ich habe die Beziehung bereits einmal beendet und sie hat es sehr verletzt, mich aber auch. Deshalb ist es auch nicht so, dass ich nicht mit ihr über diese Dinge geredet habe. Sie erwartet Verständnis für ihre Situation. Das habe ich auch, aber ich erwarte eben auch etwas und das scheint sie mir nicht geben zu können. Ich denke nicht, dass sie es nicht will, aber sie schafft es vielleicht einfach nicht. Andererseits ist es vielleicht wirklich zu früh, aufzugeben.

    Das ist genau das, wo ich gerade nicht weiß, was hier richtig oder falsch ist, wobei es das sowieso häufig gar nicht gibt.

    Edit: Ich muss es ihr nicht Recht machen, das mache ich aus eigener Entscheidung. Weiß aber auch, dass ich mir viele Vorwürfe anhören müsste, würde ich es nicht tun. Sie würde auch nur erkennen, was ich in ihren Augen für (hohe) Erwartungen an sie hätte. Wir sind ja noch immer in der Kennenlernphase (die eigentlich nie aufhört). Und so langsam versuche ich die Pros und Kontras unserer Beziehung in eine Verbindung zur Realität zu setzen. ich bin durchaus kein wahrer Realist, aber ein wenig Realismus, schadet nun auch nicht. Mir fällt eben auch langsam auf, dass sie mir kaum entgegen kommt und es wird einseitig. Aber vielleicht ist es wirklich nur sehr schwer für sie, da sie weiß, dass sie später Probleme mit der Familie haben wird (wobei die vorher schon da waren und ihre Schwestern kein Problem damit haben, die Eltern könnten es aber).

    Sie sagt mir aber auch, dass es nur am Anfang so sein würde, weshalb ich ihr einerseits vertrauen möchte, aber andererseits natürlich auch nicht wissen kann, wie es wirklich wird.
     
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2017
    07.10.2017 #4
  5. ionchen

    ionchen

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    Vielleicht ist es tatsächlich zu früh aufzugeben, aber mit Sicherheit zu früh zusammen zu ziehen. Trotz der Entfernung. Sie wirkt sehr unreif, so wie Du sie beschreibst.
     
    07.10.2017 #5
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  6. AlexBerlin

    AlexBerlin

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    Kann es sein, dass da ein Machtspielchen abläuft?
    Und zwar derart, dass Deine Freundin Deine Nachgiebigkeit bewusst oder unbewusst immer mehr ausnutzt?
    Warum das so ist, habe ich noch nie begriffen, aber ich habe schon mehrmals erlebt, dass unterdrückte Menschen, die ich gut und achtungsvoll behandle, mich dann als schwach erleben und sich plötzlich an mir "abarbeiten".
    Du bist für die familiäre Unterdrückung Deiner Freundin nicht verantwortlich - andere Kultur hin oder her.
    Du investierst sehr viel in eure Partnerschaft - und sie nimmt und nimmt und stellt noch weitere neue Forderungen. Ich würde eher vermuten, dass Du weiter "nach ihrer Pfeife tanzen darfst", wenn ihr zusammen lebt. Partnerschaft geht anders, finde ich.
     
    07.10.2017 #6
  7. nonamespls

    nonamespls

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    Ja, das stimmt wohl. Wobei wir es nur geplant haben. Wenn wir im Frühjahr nach Wohnungen suchen, würden wir frühestens im Frühsommer auch zusammen ziehen. Bis dahin kann ich zumindest die Entwicklung vielleicht beobachten und mir fällt die Entscheidung leichter, welche auch immer das ist.

    Oder aber, es wird sich bis dahin doch einiges ändern, indem ich mich schon aufgrund der Unsicherheiten, zurück ziehe. Im Hinterkopf denke ich einfach, es sollte auch was von ihr kommen, damit ich erkennen kann, wie wichtig ihr auch die Beziehung ist.

    Momentan ist es nicht einfach und ich hatte das schon einmal. Ich möchte nicht noch einmal dauerhaft in einer Beziehung kämpfen müssen, sondern würde lieber gerne einfach mal wieder ankommen.
     
    07.10.2017 #7
  8. nonamespls

    nonamespls

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    @AlexBerlin: Das, was Du beschreibst, ist etwas, worüber ich mir auch schon Gedanken gemacht habe. Sie hat bis auf ein paar Ausnahmen, kein gutes Verhältnis zu ihrer Familie. Das merkt man auch an dem Verhalten ihrer Schwester, die im gleichen Haus wohnt. Die Familientreffen finden statt, der Eltern wegen, sie möchte es eigentlich nicht.

    Ich habe ihr auch schon gesagt, dass sie dann eben weniger Treffen machen soll. Jeden zweiten Sonntag eines zu veranstalten, ist nun auch nicht wenig. Liegt aber im Auge des Betrachters. Sie spielen der Familie eben eine heile Welt vor, die aber gar nicht existiert - unter den meisten Geschwistern. Sie möchte aber an den regelmäßigen Treffen lieber festhalten, weil ihrer Eltern dann unglücklich sein würden. Mit Logik hat es nichts zu tun, ich denke einfach, sie denkt da zu sehr an andere und weniger an sich.

    Deshalb hätte ich mich gefreut, wenn sie auch mal an mich so denken würde, aber letztendlich stehe ich eben doch hinter der Familie. Sollte es in einer Beziehung nicht eher so sein, dass man zumindest einen gleichen Stellenwert hat? Vor allem, da sie ja auch den Wunsch nach einer eigenen Familie hat (mit mir) und wie soll das erst funktionieren, wenn sie sich innerhalb der eigenen Familie nicht abgrenzen kann.

    Ich glaube aber nicht, dass sie das bewusst macht, um mich klein zu halten, da ich durchaus klar meine Meinung sage und das nicht funktionieren würde. Ich versuche nur, sie und ihr Verhalten zu verstehen und ihr zu vertrauen, dass sie es bald auch schafft, was sie ja auch immer wieder zusagt.

    Edit: Sie hat auch immer wieder geäußert, dass sie einfach Angst davor hat, dass zu viel über sie geredet wird. Was dennoch der Fall ist, was drei ihrer Schwestern angeht, die sich aber bereits vor unserer Beziehung gegen sie und eine weitere Schwester zusammengetan haben. Meine Meinung dazu habe ich bereits mehrfach erwähnt: Es ist einfach Kindergarten und sie soll sich nicht so beeinflussen lassen. Aber wenn man sich nicht abgrenzen kann, merken sie es und werden es weiter so treiben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2017
    07.10.2017 #8
  9. ionchen

    ionchen

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    @AlexBerlin
    Gut formuliert. Gerade dieses Abarbeiten Schwacher, wenn sie auf einen Empathen treffen. Wie ich das kenne.:D
     
    07.10.2017 #9
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  10. nonamespls

    nonamespls

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    Ja, ich besitze tatsächlich viel Empathie. Aber wenn sie es so bewusst machen würde, käme es einem Narzissten gleich. Wenn das wirklich so sein sollte, hoffe, ich dass ich dann früh genug den Absprung schaffe.

    Nachtrag:
    was wäre, wenn ich Bedingungen stellen werde, also noch mehr. als dass sie mit ihren Eltern vor dem Umzug reinen Tisch macht? Würde ich dann nicht wiederum zu viel erwarten? Ich habe ihr ja auch gesagt, dass eine Beziehung natürlich das Leben verändert. Dass es dann etwas gemeinsames gibt und man dadurch schon ein paar (Single-)Gewohnheiten ändern müsste. Wie soll das sonst funktionieren. Sie hat zumindest Verständnis gezeigt. Und sie weiß ja auch, was ich ihr gebe und wie sehr ich positiv und partnerschaftlich eingestellt bin. Ob Haushalt, ob Kochen, ob Zuhören, egal, was es ist. Ihr hat der Versuch einer frühen Trennung sehr weh getan, das tat mir auch leid. Sie meinte nur: "Wie kannst Du uns nur so früh aufgeben?" Und das hat mir zu Denken gegeben. Weshalb ich nun denke, ich sollte einerseits abwarten und hoffen, andererseits aber immer mehr Zweifel aufkommen.

    Es könnte natürlich auch sein, dass sie einfach nicht der Beziehungstyp ist, weil sie tatsächlich viele Freiheiten hatte, als Single und diese auch sehr gut genutzt hat für sich. Und sie sich eingeengt fühlen würde, weil sie vielleicht ein wenig davon aufgeben müsste. Dafür gibt ihr eine Beziehung auch viele Dinge, unter anderem Sicherheit.

    Aber vielleicht hat sie auch erkannt, was sie auf kurz oder lang verlieren würde (ich natürlich auch) und kann sich das bewusst machen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2017
    07.10.2017 #10
  11. AlexBerlin

    AlexBerlin

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    Wenn da ein Muster in Deinen Beziehungen erkennbar ist, würde ich mal versuchen, "von außen" auf Deine letzte Beziehung zu gucken, so als ob es die Partnerschaft eines guten Feundes von Dir gewesen wäre. Wie war Deine Rolle in der Beziehung? Was würdest Du jemandem raten, der sich in so einer Situation befindet? Was hättest Du retrospektiv damals vielleicht anders / besser machen können und sollen?

    Du beschreibst Deine jetzige Situation auf der rationalen Ebene ganz klar. Trotzdem hält Dich etwas davon ab, z.B. mit Deiner Freundin noch deutlicher zu reden, dass auch sie etwas zum Gelingen eurer Partnerschaft beitragen sollte oder tatsächlich die Beziehung endgültig zu beenden (was Dein Verstand Dir ja eigentlich rät). Was ist es? Vielleicht kannst Du es heraus finden, wenn Du über Deine letzte Beziehung nochmal nachdenkst.

    Aufgrund ihrer Kultur und ihrer Situation als unterdrücktes Familienmitglied gehst Du vielleicht besonders nachgiebig mit Deiner Freundin um. Die Gründe dieser "Beißhemmung" würde ich mal näher beleuchten, glaube ich. Wie sind Konflikte in Deiner Familie gelöst worden? Wurde Dir immer gesagt, dass Du Rücksicht nehmen musst?

    Deine Rolle, Dich ständig um eine Freundin bemühen zu müssen, die prinzessinnenhaft immer neue Herausforderungen für den tapferen Ritter erfindet, ist jedenfalls blöd. Irgendwie musst Du da raus.
     
    07.10.2017 #11
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  12. ionchen

    ionchen

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    Es ist nicht zwangsläufig narzisstisch, sondern egoistisch.
    Oder einfach praktisch für Sie.
     
    07.10.2017 #12
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  13. nonamespls

    nonamespls

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    @AlexBerlin: Die letzte Beziehung kann ich nicht mit der aktuellen vergleichen. Da waren es andere Kämpfe, sie war psychisch krank und hat mich geschlagen. das habe ich auch dann schnell beendet. Ich bin ein Kämpfer, habe einfach zu viel erlebt, von dem ich immer wieder aufgestanden bin.

    Schwach bin ich wohl eher weniger, ich glaube nur zu sehr an das Gute/Positive. Meine Familie hat mir natürlich nie solche Forderungen gestellt. Und rät mir jetzt eher, erst einmal noch etwas abzuwarten, wie es sich entwickelt. Bei meiner letzten Freundin, haben sie mir erst später gesagt, dass die Trennung eine gute Entscheidung war und sie mir nicht gut getan hat.

    Wir sind sehr sozial aufgewachsen und erzogen worden. Haben auch keine Vorurteile oder wenden das Schubladendenken an. Ich betrachte jeden einzelnen Menschen als Individuum. Und sehr zunächst das Positive. Vom Negativen kann man mich ja immer noch überzeugen.

    Würde ich es anders herum tun, würde ich anderen ja die Chance verwehren, genau so, wie es die Schwester mit mir macht, die im gleichen Haus wohnt. Dabei ist es auch kein Problem, was mit mir direkt zu tun hat, sondern, was die beiden "Zicken" für ein Problem miteinander haben. :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2017
    07.10.2017 #13
  14. AlexBerlin

    AlexBerlin

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    Deine Freundin sendet Doppelbotschaften, überspitzt formuliert etwa so:
    "Ich sehr es ganz genau so wie Du und habe die gleichen Wünsche an eine Partnerschaft, aber leider leider sind da ja die Werte meiner Familie, die ich zwar nicht teile, aber die wir leider leider achten müssen, daher kann ich nur wenig ändern, so gerne ich es auch täte. Du must Dich also anpassen. Ich sage Dir was geht und was nicht geht. Auf jeden Fall sind die Werte der Familie immer über den Werten unserer Partnerschaft. So ist nun mal unsere Tradition. Übrigens habe ich als Opfer der bisherigen Unterdrückung einen ziemlichen Freiheitsdrang, auch das musst Du natürlich respektieren."
    Und: Wieso musst Du Dich als gestandener 37Jähriger Mann verstecken?
    Wenn Deine Freundin wirklich dieselben Werte hat wie Du, dann müsst ihr überlegen, wie ihr das mit der Familie regelt. Wenn das nicht geht, wäre so eine Partnerschaft für mich auf jeden Fall nichts.
     
    07.10.2017 #14
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  15. nonamespls

    nonamespls

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    Ich muss mich vor Menschen, ihrer Kultur, die sie und ihre Eltern kennen könnten, verstecken. Und in ihrem Haus. Das Verstecken bedeutet, wenn wir in ihrer Heimatstadt draußen unterwegs sind, kein Händchenhalten oder bloß nicht zeigen, dass wir ein Paar sind.

    Ich habe vielleicht auch einfach zu viel Verständnis ihrer Situation gegenüber, da ich mir durchaus über die Schwierigkeiten bewusst bin, die sie hat. Nur stellt sich mir die Frage, wie lange sie das durchziehen möchte. In eine andere Stadt ziehen, wäre kein Problem und ihren Aussagen zufolge, ist es auch für sie nicht einfach, die Beziehung offen zu zeigen, dort, wo andere sein könnten, die sie irgendwie kennen. Ihre Eltern sollen halt nicht durch schlechtes Hinterherreden darunter leiden.

    Nur schiebt sie das unangenehme auf, während ich klar für mich bzw. uns Entscheidungen im Voraus treffe, was z.B. den Umzug für sie, ihre Familie und Freunde angeht mit dem damit verbundenen Wechsel des Arbeitgebers. da man Kompromisse machen muss, war es kein Problem, ich bin hier örtlich ansonsten auch nicht so gebunden. Das mit dem Job war aber eine schwere Entscheidung.

    Ich habe mich einmal für den Job entschieden in meinem Leben, da stand aber keine Beziehung hinter und nun für die Liebe. Aber Von ihr kommt halt nur Aufgeschiebe. Aber wie gesagt, es wäre jetzt sicher noch zu früh, wenn ich es jetzt schon von ihr erwarten würde. Habe aber auch ganz klar und sachlich formuliert, dass es eine Bedingung für das gemeinsame Wohnen ist, die ich stelle.

    Noch habe ich ja auch meinen Job als Sicherheit und würde die erste Zeit pendeln, was dauerhaft aufgrund der Kosten zwar möglich wäre, aber nicht meinen Wünschen entspricht.

    Edit: Ich habe sie diesbezüglich mal gefragt, wann sie es denn ihren Eltern sagen könnte. Da meinte sie nur, wenn es nach mir gehen würde, müsste sie es sofort tun. Dabei habe ich immer nur gegenteiliges behauptet. Sie meinte dann, dass sie nicht wüsste, ob es ein oder zwei Jahre dauern würde. Und ich machte ihr klar, dass Kinder natürlich unter diesen Umständen nicht möglich sind. Inzwischen ist eine gemeinsame Wohnung unter diesen Umständen für mich nicht möglich, da ich die Sicherheit brauche, dass es dann auch trotz neuer Probleme, funktionieren würde.

    Edit 2: Ein weiterer Fall: Sie meinte, ich würde sie einengen, nachdem sie bereits zwei gemeinsam geplante Termine verschoben hat, da sie eigenständig Entscheidungen für sich (einmal Friseur bei gemeinsam geplanten Urlaubstagen, einmal Familie, gemeinsam geplantes Wochenende) getroffen hat. Und auch hier habe ich ihr klar gemacht, dass ich nichts von ihr erwarte. Sie kann machen, was sie möchte, aber Verabredungen sind Dinge, an die man sich meiner Meinung nach hält, außer es kommt was wirklich wichtiges dazwischen. Sie hat es zwar verstanden. Aber vielleicht ist das auch schon zu viel erwartet. Alles geht nun mal auch nicht spontan. Und auf feste Verabredungen freut man sich und danach richte ich mich auch (Überraschungen, Buchungen, Restaurant, etc.).

    Nachtrag: ich hätte den Verschiebungen zugestimmt, hätte sie mich gefragt. Sie hat mich aber gefragt, ob das für mich ok wäre, nachdem sie das aber schon festgemacht hatte und die Frage somit überflüssig war. Wobei sie den Friseurtermin dann doch noch gecancelt hat, was ich nachdrücklich nicht eingefordert habe.

    In einer Partnerschaft, sollte man sich doch auch gegenseitig aufeinander verlassen können, denke ich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2017
    07.10.2017 #15