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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. tigersleep

    tigersleep

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    Fragen an die Mamas und Papas

    Ehlo,

    als jemand, der nur Erfahrung damit hat, Kind zu sein, aber keine damit, welche zu haben, hab ich ein paar Fragen.

    Ich wünsch mir Kinder. Der Wunsch kam vor so drei, vier Jahren das erste Mal spürbar bei mir auf. Eine lange Zeit lang dachte ich, ich hätte die richtige Frau dafür an meiner Seite, das ist nun schon lange nicht mehr so, aber das ist ein anderes Thema. Die erste Frage, die mich umtreibt ist: Gibt es gute und schlechte Gründe Kinder zu kriegen? Also sagen wir mal plakativ, ich glaube ein schlechter Grund wäre "Alle anderen um mich herum kriegen Kinder, da mach ich jetzt auch mit." Früher, als ich noch mit besagter Frau zusammen war, war mein Hauptgrund, dass ich sie abgöttisch liebte und mir ganz warm ums Herz wurde, wenn ich sie mit kleinen Kindern sah. Ich wusste einfach, dass sie eine tolle Mutter werden würde und immer wenn ich ein Baby auf den Arm nahm oder mit Kleinkindern im Bekanntenkreis spielte, machte mein Herz einen Hüpfer wenn sie lachten, brabbelten und glucksten.

    Ich weiß, dass Kinder nicht nur klein und süß sind, dass sie schreien und nicht schlafen wollen und den Eltern den letzten Nerv rauben können. Dass Kinder zu haben viel Verantwortung bedeutet, und dass man sich die Zeit für diese Verantwortung nehmen muss, sprich beruflich und privat kürzer treten muss. Dass Kinder natürlich auch Geld kosten. Dass es die Partnerschaft umgestalten wird. Sagen wir so, mir ist (abstrakt) bewusst, dass Kinder zu haben einen Lebensabschnittswechsel bedeuten und dass meine Kinder ein Leben lang meine Kinder bleiben werden. Dass es kein kurzfristiges Unterfangen zu meiner Belustigung ist, um es mal überzeichnet auszudrücken, und dass ich gelegentlich (ver)zweifeln werde und mich manchmal überfordert fühlen werde.

    Aber wenn ich die kleinen Puper auf dem Spielplatz sehe, oder ich sehe wie jemand ein dösendes Baby vor sich herträgt oder ich im Hausflur die kleinen Schuhe von den Lütten von den Nachbarn sehe, dann schreckt mich nichts davon. Dann freue ich mich an der Idee, irgendwann mit den eigenen Kindern zu Weihnachten Kekse zu backen, im Sommer Schwimmflügel aufzupusten und Pflaster auf aufgeschlagene Knie zu kleben. Und rund ums ganze Jahr Infekte zu kurieren während die Kleinen durch ihre Kinderkrankheiten durchgehen. Geschichten vorzulesen und zu singen, ach ich komm von der eigentlichen Frage ab. Der Punkt ist: Ist es Grund genug, das alles zu wollen? Stelle ich mir das alles vielleicht doch zu rosig vor und habe einen richtig dicken Klops übersehen? Wir können in diesem Szenario erst einmal davon ausgehen, dass ich die richtige Frau gefunden habe, die sich ebenfalls Kinder wünscht, dass ich mir sicher mit ihr bin und davon überzeugt, dass sie eine gute Mutter wird. Gut okay, solche Volltreffer-Frauen sind rar gesät, aber ich bin frohen Mutes eine zu finden. Ich kann es nicht genug unterstreichen: Ich wünsche mir Kinder, aber nicht um jeden Preis mit irgendeiner Frau damit ich dann Kinder habe, die mit getrennten Eltern groß werden.

    Dann kommen wir zu einer (hoffentlich) weniger esoterischen Frage: Wann ist man bereit für Kinder? Also aus eurer Erfahrung, was muss man mitbringen an Reife, Erfahrung, finanzieller Sicherheit? Und was sollte man gemacht haben, bevor man Kinder kriegt - Stichwort Reisen zum Beispiel, das gestaltet sich bei größeren Entfernungen mit kleinen Kindern wohl schwierig. Plaudert doch gerne ein bisschen aus dem Nähkästchen wenn ihr mögt, das soll ja kein Handbuch werden, sondern ich würde einfach gern ein paar Erfahrungen einsammeln.

    Mir fallen bestimmt noch mehr Fragen ein, aber für heute Abend soll es das erst einmal gewesen sein. Das Thema ist nicht akut, dafür fehlt das passende Gegenstück, aber irgendwie blieb ich heute in Gedanken bei dem Thema hängen. Ich dachte ich frag mal lieber hier, wo ein paar fortgeschrittene Eltern dabei sind, bei mir im Bekanntenkreis sind das alles ganz junge Eltern, die noch nicht auf so viele Erfahrungen zurückgreifen können.
     
    27.11.2017 #1
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  2. fafner

    fafner

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    Meine Meinung, als Kinderloser: die Reihenfolge der Gedanken ist verkehrt. Finde erst die passende Partnerin, der "Rest" ergibt sich dann. Oder auch nicht. Man bekommt nicht immer alles im Leben...
     
    27.11.2017 #2
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  3. WolkeVier

    WolkeVier

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    Lieber tigersleep, der Wunsch nach Kindern ist bei den meisten einfach da, dass will ja die Genetik so. Und das ist gut so, denn es gibt bei Kindern kein Abwägen von Vor- und Nachteilen. Wenn man sie bekommt, dann hat man sie. Ein Leben lang. Und das ist - bei allen Problemen, Veränderungen und auch Belastungen, die sie mit sich bringen - etwas sehr schönes! Und trotz aller Glorifizierung ist es auch etwas sehr normales. Man liebt seine Kinder und tut, was man kann. Und in der Regel ist man für seine Kinder der tollste Papa auf der ganzen Welt. Zumindest, wenn man sie liebt und immer ihr Wohl im Blick hat. (Du machst auf mich den Eindruck, dass du ein sehr angenehmer, kluger und reflektierter Mann mit einem wachen Geist und gesundem Humor bist. Beste Voraussetzungen!)
    Die Frage nach dem Zeitpunkt ist nicht so einfach zu beantworten, nicht zuletzt, weil man dafür ja zu zweit sein und es für beide passen muss. Nach meiner Erfahrung hat man mehr Kraft, wenn man jünger ist, aber vielleicht mehr Sicherheit und Gelassenheit, wenn man etwas älter ist. Ist auch bei jedem anders. Was ich bei meinen ersten beiden Kindern doof fand, ist dass ich da noch voll in der beruflichen Aufbauphase war und nicht so viel Zeit für sie hatte. Bei meiner jüngsten war das dann deutlich besser, und das hat unserer Beziehung sehr gut getan!
     
    27.11.2017 #3
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  4. Jacinta

    Jacinta

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    Meine Meinung: heirate mich ;-)) das ist so süß geschrieben :) sollte in dein Profil und ich wünsche dir von Herzen, dass du die für dich und ggf zukünftige Kids passende Frau findest!
    Ich hab gerade so eine Ponyhof/ Einhörner-Poesie-Moment, also sag ich nur: einfach machen, hast schon genug gedacht (von: kinderlos; Kinder aller Altersstufen in bekannt/Verwandtschaft).
     
    27.11.2017 #4
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  5. Ariadne_CH

    Ariadne_CH

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    Hallo Tigersleep!
    Ich finde es schön, dass du dir so viele Gedanken machst! Ich würde zwar nicht allein schon deswegen sagen, dass du bestimmt ein toller Papa werden könntest, aber ich denke die Grundrichtung stimmt schon mal.
    Was letztendlich einen guten Vater ausmacht, finde ich sowieso schwierig zu sagen, weil es ja nicht nur entweder oder gibt. ;)
    Was ich sehr wichtig finde ist ein gutes Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein. Und sich mit sich selber auseinanderzusetzen, mit den eigenen Grenzen, den eigenen Wertvorstellungen usw. Aber das kommt meiner Erfahrung nach auch automatisch während der Erziehung. (Also war bei mir so, dass ich das Gefühl hatte, ich hätte mich dem sowieso nicht entziehen können.)

    Ich habe mir ähnliche Fragen gestellt, weil ich von allen Seiten hörte, dass Kinder gross zu ziehen so anstrengend ist und so viel anders als man es sich zuvor vorstellt. Dem zweiten kann ich zustimmen, dem ersten eigentlich nicht. (Womit ich nicht sagen möchte, dass es nicht auch anstrengend ist!! Aber für mich war es insgesamt (bis jetzt :D) weniger anstrengend als gedacht.)
    Ich war und bin kein sehr geduldiger Mensch und hatte auch ein wenig die Befürchtung, dass ich für ein Kind zu wenig Geduld haben würde. Aber kaum war mein Kind auf der Welt war ich der geduldigste Mensch der Welt (also mit ihr, mit den meisten anderen immer noch nicht. ;)). Ich kann nicht mal erklären, wieso es so kam, aber es war einfach plötzlich so.

    Ich habe mir übrigens auch einige Bücher zum Thema "gute oder schlechte Gründe für/gegen Kinder" durchgelesen. Es gab da ein sehr provokatives, das hiess glaube ich: "Der Kinderwunsch - ein Egotrip". Kurz gesagt geht es darin darum, dass man nie aus rein altruistischen Gründen Kinder bekommt. Das ist aber auch okay.
    Für mich war ein wichtiger Grund immer, dass ich jemandem etwas mitgeben möchte. (Das kann man allerdings auch anderen Menschen, das muss nicht das eigene Kind sein.)
    Und was auch ein Grund war (ein eher egoistischer), ich wollte eine Familie um mich herum haben, weil ich das einfach mag. Weil ich lieber mit mehreren Menschen zusammen als alleine lebe. Und weil ich auch wenn ich alt bin nicht alleine sein möchte.
    Und ein Stück weit ist es für mich auch eine Lebensaufgabe/Herausforderung, die ich so nur auf diesem Wege machen kann.

    Ich habe das Gefühl, dass du deinen Weg da schon finden wirst. Und mit der passenden Partnerin wird der Wunsch dann vielleicht auch noch stärker.
    Was ich dir an deiner Stelle raten würde (sofern du es mir gestattest? :D). Überlege dir, welche beruflichen Einschränkungen du bereit bist einzugehen oder anders gesagt, welchen Teil an Kinderbetreuung du mitgestalten möchtest. Das kann hilfreich sein, wenn es dann aktuell wird. (Und evtl. könnte das für deine zukünftige Partnerin auch wichtig sein...)
     
    27.11.2017 #5
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  6. WolkeVier

    WolkeVier

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    Was liebe ich diesen Optimismus!
    @tigersleep Lass dir nix einreden! Die Reihenfolge ist weder richtig noch falsch (das sind Bewertungen, und die sind bei Entscheidungen nicht hilfreich!) Ich finde es gut, dass du weißt, dass du Kind(er) willst. Und das ist auch bei der Partnersuche hilfreich, wegen dem klaren Statement dazu.
    Und ja, man bekommt (zum Glück!) nicht alles was man will. Aber man bekommt einfach viel, viel mehr, wenn man weiß, was man will.
     
    27.11.2017 #6
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  7. AlexBerlin

    AlexBerlin

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    @tigersleep
    Aus meiner Sicht machst Du Dir die richtigen Gedanken. Mehr Theorie brauchst Du nicht :)!
    Ich habe mehrere inzwischen erwachsene Kinder. Für wichtig halte ich, dass man Kinder nicht zu früh bekommt. Ich wollte schon immer Kinder haben, aber für mich war der Zeitpunkt richtig, an dem ich merkte, dass ich alles an Freizeitvergnügen, Reisen, Parties,... gehabt hatte, was ich erlebt haben wollte und dass es mir nicht schwer fallen würde, eine zeitlang darauf zu verzichten.
    Zu planen, wie es für beide beruflich weitergehen soll, ist sehr wichtig, denke ich. Und insgesamt sollte man versuchen, einen Modus zu finden, wie man Probleme wertschätzend und liebevoll miteinander besprechen kann. Denn bei allem Schönen, was eine Familie ausmacht, Stress wird es auch geben...
    Ich würde mich wieder für Kinder entscheiden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27.11.2017
    27.11.2017 #7
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  8. MaryCandice

    MaryCandice

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    Dann, wenn du nichts mehr vermissen würdest und - meiner Meinung nach - unter 50 bist, besser unter 45 oder gar 40. Rechne mal aus, wie lange das Kind in deinem Haushalt lebt. Dann wird eigentlich einem reflektierten Typ wie dir klar, wann du bereit bist und wann vielleicht doch Partnerin mit schon fertigen Kindern suchen solltest ;)

    Ich hab vier Kinder. Alle vier geplante Wunschkinder. Als wir 'anfingen', bestanden unsere Abende hauptsächlich aus zu Hause bleiben. Fortfliegen im Sinne von Ausgehen war erledigt. Und dann das erste Kind und 'Star Wars' wird im Kino fortgesetzt!!! Ach Menno! :( Aber alles war zum Schaffen.
    Anstrengend sind Kinder nur, wenn du sie anstrengend machst. ;)
    Aber mit deinem Humor, ich vermute auch, du bist kein Mücke -> Elefantentyp, würdest das schon schaukeln.
    Ich hoffe für dich, dass eine relaxte, entspannte Frau findest, die mit dir am gleichen Strang zieht.
    Am besten unter 30. Aus Erfahrung: Ü30 und erstes Kind, die haben alle einen Klopfer in ihrem Umgang mit den Kleinen, zu vernünftig. Zu erwachsen. :D Kids brauchen Blödsinn und Unvernunft genau so sehr, von daher wärst du, @tigersleep sicher guter Papa, weil du das auch hast, vermute ich.

    Sorry Mädels, aber so sehe ich das. :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.11.2017
    28.11.2017 #8
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  9. fafner

    fafner

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    Ist die Strategie, eine solche Volltreffer-Frau zu finden, eigentlich eine besondere? Und umgekehrt, bei den vielen AE-Frauen, was haben die denn falsch gemacht, daß sie keine Volltreffer-Männer gefunden haben...?
     
    28.11.2017 #9
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  10. Hafensänger

    Hafensänger

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    @tigersleep mir war es seinerzeit gleich, aber meine wollte, öhm... plötzlich eins. :rolleyes: Das Kind war anfangs so anstrengend, dass ich dachte, wenn ich das schaffe, dann schaffe ich alles. War auch so. Er ist in Patchwork Family aufgewachsen und das lässt sich auch gut einrichten. Jetzt studiert er noch ein bisschen und ich denke mir ziemlich oft, er ist das großartigste was mir passiert ist.

    Wichtig ist, dass du dich um die Kids kümmerst und sie liebst. Wenn sie das auch noch mitbekommen, es wissen, dass sie geliebt werden, dann machst du schon eine Menge richtig.:)
     
    28.11.2017 #10
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  11. Synergie

    Synergie

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    Es kann doch auch daran gehangen haben, dass sie nicht die "Volltreffer-Frauen" waren? Wieso pauschal die Schuld beim Mann suchen. Es ist halt noch immer praktisch ein Selbstläufer, das bei Trennung die Kinder vorrangig bei der Mutter bleiben.
    Ganz böse Zungen behaupten auch, dass manchmal gar kein Schuldiger auszumachen ist, sondern dass es einfach nicht zusammenpasste.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.11.2017
    28.11.2017 #11
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  12. fafner

    fafner

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    Ich suche gar keinen "Schuldigen". Ich frage mich nur, wie man darauf kommt, zu formulieren "Gut okay, solche Volltreffer-Frauen sind rar gesät"? Also anzunehmen, die meisten Frauen wären keine "gute Mutter". Ist das etwa nicht pauschal? ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.11.2017
    28.11.2017 #12
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  13. Traumichnich

    Traumichnich

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    Ich hatte das anders verstanden : "Volltreffer" nicht nur als Frau mit Kinderwunsch und "gute Mutter", sondern schlicht "paßt".
     
    28.11.2017 #13
  14. fafner

    fafner

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    Es gibt viele Gründe, woran Dating scheitern kann, warum es nicht paßt. Einer ist m.E., wie sich jemand ausdrückt, zum Beispiel über frühere Beziehungen. Ich beobachte das ja jetzt wieder etwas. Auch manche Frauen sind da echte Könnerinnen. Wo mir dann mein Bauchgefühl schnell sagt: paßt nicht.

    Eine Foristin hier schreibt doch immer gerne die Story von dem Mann, der auf die Frage, wieso er (so lange) keine Partnerin habe, antwortete, daß die Frauen in seiner Stadt alle doof wären (sinngemäß). ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.11.2017
    28.11.2017 #14
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  15. Mentalista

    Mentalista

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    Ich habe gestern Abend eine interessante Doku von Leschs Kosmos zum Thema Partnerwahl und Bindungsverhalten gesehen. Wir sind alle nur biochemische Wesen....:oops::(
     
    28.11.2017 #15