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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Bastille
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    Fazit (long read)

    Der letzte Monat meiner Mitgliedschaft ist angebrochen.
    Ich habe gerade so ein bisschen meinen obligatorischen Jahresendblues, da neige ich zum Resümieren.
    Vielleicht ist es ja für irgendwen interessant zu lesen und ganz vielleicht findet es jemand, der gerade startet, hilfreich oder findet sich ein wenig wieder.
    Vielleicht schreibe ich es auch nur für mich.

    Rückblickend gesehen bin ich geradezu grandios unbedarft an das Online Dating herangegangen. Ich wünschte mir wieder eine Beziehung und fand, das Parship doch eine prima Jagdreviererweiterung wäre, um einfach mit Menschen, in meinem Fall Männern, in Kontakt zu kommen, deren Lebensräume sich von meinen in einem Maße unterscheiden, dass man sich in freier Wildbahn wahrscheinlich nie über den Weg liefe.

    Die erste Zeit war hart. Ich hatte keine Ahnung, dass man so überrollt wird. Ich habe mich tatsächlich tagelang nicht getraut, mich einzuloggen, weil ich mit der schieren Menge komplett und vollständig überfordert war. Das das völlig normal ist, so lange man mit einem blauen Fläggchen garniert angezeigt ist, wusste ich natürlich nicht.
    Mit der Zeit habe ich, mehr schlecht, als recht, gelernt, damit umzugehen. Ich habe auch gelernt, zu verabschieden, statt nur in Schockstarre zu verharren.

    Mit dem Verabschieden tue ich mich nach wie vor sehr schwer und mache mir viel zu viele Gedanken. Es ist aber mit der Zeit besser geworden.
    Bei denen, bei denen mir sofort klar ist, dass es nicht passt, verabschiede ich jetzt zeitnah; die, bei denen ich nicht sofortigen Fluchtreflex entwickle, die mich aber auch nicht umhauen, sind ein Dilemma.
    Meist möchte ich mir etwas Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, habe aber ein schlechtes Gewissen, weil ich auch niemanden hängen lassen will. Da habe ich immer noch keinen guten, stimmigen Weg für mich gefunden, das ist dann tagesformabhängig.
    Wenn ich verabschiede, dann morgens/vormittags. Ich finde die Vorstellung traurig, dass jemand vor dem Schlafengehen noch eine Absage lesen muss. Das ist aber vielleicht auch nur in meinem Kopf so.

    Das ich selbst verabschiedet werde, damit musste ich natürlich auch erst einmal umgehen lernen.
    Meine erste Verabschiedung kam mit dem „frisch verliebt“-Zusatz und ich weiß noch, dass ich mich ehrlich richtig gefreut habe, dass da jemand sein Glück gefunden hat.
    Im Forum habe ich dann später gelernt, dass das einfach nur der oberste Punkt beim Abschiedsbutton ist. ;) Ich hatte tatsächlich aufs Anschreiben einen Tag lang nicht reagiert, war ihm wohl zu lang.
    Ungefähr zwei- oder dreimal wurde ich direkt nach der Fotofreigabe verabschiedet und das fand ich super unproblematisch. Man kann nicht jedem gefallen, ist umgedreht ja auch so, also: vollstes Verständnis!
    Schwierig finde ich bis heute, wenn jemand aus einer, nach meinem Dafürhalten, recht vielversprechenden Konversation aussteigt, ohne sich zu verabschieden. Das finde ich einfach seltsam, bereitet mir aber auch keine schlaflosen Nächte mehr. So isses halt.

    Mehrmals habe ich mein Profil unsichtbar gestellt, zum Teil für ziemlich lange Zeiträume. Das ist eine wirklich gute Option, wenn man Abstand braucht, aus welchen Gründen auch immer. Mich hat es zwischenzeitlich viel Energie und Kraft gekostet, mich wieder zu erden und auf mich zu besinnen und mich nicht aufzureiben zwischen Wünschen, Zweifeln, Hoffen, Bangen, Abwehr, Zuwendung, die ganze Palette halt.

    Parallelschreiben kann ich nicht. Ganz ganz selten mal zwei Kontakte gleichzeitig, auf mehr kann und möchte ich mich nicht einlassen. Ich schreibe auch verhältnismäßig viel und lange. Für mich ist das der richtige Weg ein Gefühl für meinen Gegenpart zu entwickeln. Nicht im Sinne von wissen, eher von erahnen, erspüren.
    Damit bin ich persönlich gut gefahren, meine Dates waren angenehm (naja, bei einem habe ich gemerkt, dass ich in Bezug auf Etikette doch konservativer bin, als angenommen: man wirft anderen Leuten nicht einfach seinen Appelgriebsch in die Vorgartenhecke. Nein!), eines war sogar das fast perfekte Date, einen Beziehungsversuch hat es auch gegeben und einmal bin ich wirklich übelst gegen die Wand gelaufen, das hat mich ziemlich ausgeknockt. Naja, wer nicht wagt, der... usw. usf.

    Abschließend kann ich sagen, dass Online Dating logischerweise ein gangbarer Weg ist, einen Partner zu finden, klappt ja oft genug, nur momentan für mich eher nicht.
    Vielleicht denke ich irgendwann wieder anders darüber, es gibt ja wirklich immer wieder sehr besondere Menschen hier, für den Moment ist mir das Ende der Mitgliedschaft willkommen.
    Mir fehlt da schlicht die nötige Distanz, ich bin da immer noch zu unbedarft. Und eigentlich will ich das auch sein. Glaub ich.
    Von daher, sollte ich jemals wieder einen Versuch wagen, weiß ich dann, was auf mich zukommt und, wer weiß, einen Monat habe ich ja noch...:)
     
    01.12.2019 #1
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  2. apfelstrudel
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    =) kennt jeder, oder?
    danke
    und dennoch es gibt ihn da draußen ;o)
     
    02.12.2019 #2
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  3. WolkeVier
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    02.12.2019 #3
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  4. Fredda2019
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    Das ist das Schönste, was ich hier im Forum bisher gelesen habe.
    So viel natürliche Empathie berührt und bewegt mich sehr.
     
    03.12.2019 um 10:17 Uhr #4
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  5. Syntax
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    o_O
    Also wer morgens/vormittags verabschiedet stellt ziemlich gut sicher, dass es abends nach Feierabend gelesen wird.... :rolleyes:
    Wer will, dass es morgens (beim Aufstehen) gelesen wird (damit der ganze Tag im Arsch ist), muss dann schon auch zwischen 1 und 3 Uhr nachts abschicken.

    Solche Überlegungen sind doch ich-zentrierter Mumpitz, um sich selbst besser zu fühlen - unter Vernachlässigung des Wissens, dass der Andere genau das, was man selbst als so sanft empfindet, als total beschissen beurteilt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 03.12.2019 um 12:38 Uhr
    03.12.2019 um 12:37 Uhr #5
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  6. Syntax
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    *beurteilen könnte
     
    03.12.2019 um 12:53 Uhr #6
  7. Syntax
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    Ich plädiere für Selbstverantwortung.

    Wer zu einer gewissen Zeit Nachrichten nicht lesen will, soll halt selbst den Briefkasten zulassen.
    Die Übergriffigkeit Nachrichten nur dann zuzustellen, wenn man glaubt der unbekannte Gegenüber hätte sie zu diesem Zeitpunkt eventuell gern, finde ich nicht so prickelnd.
     
    03.12.2019 um 12:56 Uhr #7
  8. Saibot
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    Ah ja...

    Man könnte auch sagen, der perfekte Start in den Tag...
     
    03.12.2019 um 19:19 Uhr #8
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  9. Saibot
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    Mir war als häufig "Verabschiedeter" egal, wann ich eine Absage lesen musste. War unabhängig von der Uhrzeit für mich jedes Mal ein Stich ins Herz...
     
    03.12.2019 um 19:25 Uhr #9
  10. Maron
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    ;) wie viele Stiche musstest du denn überleben?
     
    03.12.2019 um 19:32 Uhr #10
  11. creolo
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    Hast halt den Tag zum vergessen. Ich finds während der Arbeit blöd, wenn man grad im Meeting sitzt und nur mal guckt was reinkam. :D
     
    03.12.2019 um 20:00 Uhr #11
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  12. Maron
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    ...wie lange musst denn noch aushalten o_O
     
    03.12.2019 um 20:07 Uhr #12
  13. Dreamerin
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    Ach ja....was waren das das noch für Zeiten......als es nur Zeitungsannoncen gab! Da konnte man tagsüber ungestört seiner Arbeit nachgehen. Und erst beim Nachhausekommen stieg die Spannung, beim Öffnen des Briefkastens......
     
    03.12.2019 um 20:08 Uhr #13
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  14. creolo
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    Damals bekam ich keine Absagen :)
     
    03.12.2019 um 20:14 Uhr #14
  15. Dreamerin
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    Lag es vielleicht ein gaaaaaanz klitzekleines bisschen daran, dass das Ganze so etwa 30 Jahre her ist...?
     
    03.12.2019 um 20:38 Uhr #15