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Liebe auf den ersten Blick

Liebe auf den ersten Blick

Es ist ein immer wiederkehrendes Motiv in Liebesfilmen und der Literatur: Zwei Menschen begegnen sich, versinken in den Augen ihres Gegenübers und sind diesem hoffnungslos verfallen. Die Rede ist natürlich von Liebe auf den ersten Blick. Begleitet wird dieses Phänomen gern in der jeweiligen Beschreibung des auf diese Weise von der Liebe Ergriffenen, mit metaphorischen Phrasen wie „vom Blitz getroffen“ oder man wurde „einfach umgehauen“. Aber was steckt wirklich dahinter?


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Liebe auf den ersten Blick – ein romantischer Mythos?

Liebe auf den ersten Blick – ein romantischer Mythos?

Die Wissenschaft scheint sich uneinig zu sein hinsichtlich der Bewertung dessen, was man unter Liebe auf den ersten Blick verstehen soll. Auf der einen Seite belegen wissenschaftliche Studien, dass die ersten 30 Sekunden entscheidend für die gegenseitige Anziehungskraft seien. So haben u.a. Forscher des Max-Planck-Institutes durchschnittlich 18-jährige Schüler, die sich gegenseitig vorher nicht kannten, unter einem Vorwand in Pärchen aufgeteilt und in einen separaten Raum allein gelassen. Das Experiment konnte in der Tat belegen, dass die ersten Sekunden, sprich die ersten Blicke entscheidend dafür waren, ob man das Gegenüber als attraktiv oder eben nicht anziehend empfand. Fraglich bleibt hierbei jedoch, ob man der gegenseitigen Anziehung bereits die Qualität dessen zubilligen will, was man gemeinhin als Liebe bezeichnet. Dafür sprächen nämlich auf der anderen Seite wissenschaftliche Untersuchungen der University of Aberdeen, die Liebe auf den ersten Blick als romantischen Mythos entlarven und diesen als eine dem Narzissmus, Egoismus und dem sexuellen Trieb geschuldete Angelegenheit deklarieren. Entgegen bisheriger Studien, die körperliche Eigenschaften wie symmetrische Gesichtszüge oder vorteilhaft ausgeprägte sekundäre Geschlechtsmerkmale als Indikatoren der Anziehungskraft bestimmten, kommen die Wissenschaftler zu der These, dass Menschen attraktiver wirken, wenn sie Augenkontakt herstellen und lächeln. Dies wären soziale Signale, die dem Menschen signalisieren, dass sich jemand für ihn interessiert. Ein intensiver Blickkontakt befriedigt demnach den individuellen Narzissmus, da, so die Studie, Menschen sich zu denen hingezogen fühlen, die sie selbst attraktiv empfinden.


In heutiger aufgeklärter Zeit kann man Liebe auf den ersten Blick als ein komplexes Wechselspiel von Neurotransmittern und Hormonen verstehen, bei dem zuvor visuelle Reize aufgenommen und verarbeitet wurden. Nur verliert die Liebe dadurch wohl ihren romantischen Zauber.


 

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