Was erwartet man von einer Verabredung, was von seinem Partner, was von einer Kontaktanzeige? Welchen Anspruch hat man überhaupt auf die Entwicklung eines Geschehens? Anders gesprochen: Ist die Erwartung eigentlich nicht oft viel mehr einschränkend als hilfreich? Über solche Fragen haben sich nicht nur schon Philosophen, Psychologen oder Partnerschaftsexperten den Kopf zerbrochen. Auf der anderen Seite ist es in bestimmten Fällen sogar notwendig, dass man eine bestimmte Erwartung im Kopf hat. Doch schon an dieser Stelle sei Ihnen ein Tipp ans Herz gelegt: Lassen Sie den Dingen ruhig auch einmal ihren Lauf.
Wenn Sie sich verabredet haben, werden Sie feststellen, dass Sie sich, ob Sie wollen oder nicht, viele Gedanken über den Verlauf des Treffens machen werden. Das beginnt bei der Frage, was wohl die geschickteste Antwort auf eine Frage ist, die er oder sie stellen könnte, und hört bei der Überlegung, was man wohl nach dem Abendessen macht, noch längst nicht auf. Sie umgibt in diesem Moment eine bestimmte Erwartung, die Sie an den Abend stellen und möchten auf alle Eventualitäten bestmöglich vorbereitet sein. Das ist ein ganz normales und natürliches Verhalten, das aber dann zum Problem wird, wenn ihre Erwartung nicht bestätigt wird. Sicher hat man ein bestimmtes Bild der Verhaltensweisen des Partners vor Augen. Man konstruiert sich dieses Bild im Kopf, das sich vielleicht als komplett falsch herausstellt. Das muss aber kein Nachteil sein. Vielmehr ist es an Ihnen, von Ihrer Erwartung abzulassen und sich ganz unbefangen auf die Situation einzustellen. Oder vielleicht versuchen Sie einmal ein Blind Date? Das kommt nämlich meist völlig ohne Ansprüche im Vorfeld aus.
Allerdings gibt es auch Situationen, in denen es darauf ankommt, dass der Partner eine bestimmte Erwartung erfüllt. Das kann vom Erscheinen am vereinbarten Treffpunkt bis hin zum verabredeten Anruf alles sein. Ein Nichterfüllen dieser Erwartung wird meist als Unzuverlässigkeit bewertet und wirkt sich negativ auf die weitere Beziehung aus.