"Möchtest du meine Eltern kennen lernen?" Diese Frage löst bei unseren Mitgliedern, jedenfalls wenn sie nach angemessener Frist gestellt wird, keineswegs Panik aus. Weder vor "Schwiegermonstern", mit Lügendetektoren herumspielenden Schwiegervätern noch vor der blossen Verbindlichkeit der Situation. Im Gegenteil: Drei Viertel von über 600 PARSHIP-Mitgliedern sind laut unserer Umfrage zum Thema neugierig auf ihre Schwiegereltern oder werten es positiv, wenn sie ihnen vorgestellt werden.
Vor allem Frauen finden es mit 32 Prozent aufschlussreich zu sehen, aus welchem "Stall" ihr Partner stammt. 21 Prozent der Männer teilen diese Art der Neugierde. Dagegen scheint für sie die Familienähnlichkeit interessanter zu sein als für die Frauen: Acht Prozent der Männer überlegen, ob ihre Partnerin später einmal aussehen könnte wie deren Mutter. Nur zwei Prozent der Frauen schauen den Schwiegerpapa aus ähnlichen Motiven genauer an. 17 Prozent sagen, die Eltern ihres Partners seien ihnen gleichgültig. Nur fünf Prozent betrachten die Eltern des anderen als ein Gräuel.
"Der anfängliche Kontakt zwischen den Eltern des Partners und der zukünftigen Schwiegertochter oder dem Schwiegersohn ist heute meist entspannt und freundschaftlich. Hier dominieren Neugier und positive Spannung", weiss unser Telefon-Coach Sabine Wery v. Limont. "Dazu beigetragen hat vor allem die Emanzipation beider Geschlechter: Während Frauen heutzutage nicht mehr von der Familie des Mannes auf Herz und Nieren geprüft werden, ob sie eine gute Hausfrau abgeben, müssen Männer nicht mehr die Rolle des alleinigen Versorgers ausfüllen. Die höhere Eigenverantwortung von Paaren macht es für Eltern nicht mehr notwendig, ein Idealbild vorzugeben und zu überprüfen, ob diesem auch gefolgt wird." Wenn es trotzdem einmal haken sollte, rät die Diplom-Psychologin: "Versetzen Sie sich in die Rolle Ihrer Schwiegereltern und üben Sie Nachsicht. Es ist nicht so einfach, jemanden loszulassen."
Annemarie Lüning/PARSHIP