In anderen Ländern und Kulturkreisen ist die Brautschau immer ein Ritual, das fortgeführt wird. Die Brautschau wird auch Brautwerbung genannt und hat nichts mit Zwangsheirat zu tun.
Ursprünglich wurde die Ehe nicht nur als Bindung zweier sich liebenden Menschen angesehen, sondern viel mehr als Verschmelzung zweier Familien. Aus diesem Grund wurde auf die Abstammung der Angebeteten geachtet und deren finanzieller Stand in die Suche der zukünftigen Ehefrau einbezogen. Brautschau oder auch Brautwerbung war meist ein langwieriger Prozess, der mit vielen Verhandlungen und einer kostspieligen Heiratsstrategie verbunden war. Teilweise wurde auch extra Tanzveranstaltungen abgehalten, um dem Nachwuchs potenzielle Frauen vorzustellen und sich eine Braut aussuchen zu lassen. Oft brauchte es mehrere solcher Veranstaltungen. Nicht selten wurden sogar Fernreisen unternommen, um die potenzielle Ehefrau zu umwerben. In manchen Kulturkreisen ist der Brauch der Brautschau immer noch in der Familientradition verankert und wird von den Eltern eingefordert. Das Bündnis zweier Familien steht somit im Vordergrund, die Liebe kann meist nicht beachtet werden.
Das Umwerben einer Frau wird umgangssprachlich gern auch als Balz oder Anmache bezeichnet. Somit fliesst auch das moderne Umwerben durch gemeinsames Ausgehen und Tanzen in die Brautschau ein. Unterschiede zur früheren Zeit liegen darin, dass man zu aller erst die zukünftige Frau nach dem Herzen aussucht, um sie dann zu umwerben in der Hoffnung, dass die den Heiratsantrag annimmt. Zu der modernen Brautschau zählt heute wie gestern auch das Machen von kleinen Geschenken und Aufmerksamkeiten, die das Herz der Auserkorenen erweichen sollen. Das Überraschen mit einem Strauss Blumen, das Schenken eines Ringes oder einer Kette gehören ebenso dazu wie der handgeschriebene Liebesbrief. In den modernen Zeiten von heute liegt die Brautschau auch nicht mehr alleinig in den Händen des Mannes. Die Umwerbung kann auch durch die Frau erfolgen.